Blauer Strom

Blauer Strom zertifiziert KWK-Anlagen

"Blauer Strom" heißt nicht nur eine Gaspipeline, sondern auch ein Zertifikat des Bundesverbandes für Kraft-Wärme-Kopplung, welches für mehr Transparenz am Strommarkt sorgen soll. Wer das Siegel unter welchen Bedingungen erhält und was Sie als Kunde davon haben, erklären wir hier!

Energieeffizienz© mirpic / Fotolia.com

Wer steht hinter dem Siegel "Blauer Strom"?

Blauer Strom steht nicht, wie man zuerst vermuten könnte, für Strom aus Wasserkraft, sondern für elektrische Energie, die mittels Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen wurde. Dahinter steht der Bundesverband für Kraft-Wärme-Kopplung, welcher sich darum bemüht, die Energieerzeugung auf Kraft-Wärme-Basis bekannter zu machen. Zu diesem Zweck suchte man nach einer Möglichkeit, Anlagen mit dieser Technik und Strom aus dieser Quelle mit einem Siegel hervorzuheben.

Wieso gerade "blauer" Strom?

Der Name "Blauer Strom" dient zum Einen der Abgrenzung von "grünem Strom" und insbesondere "grauem Strom". Der "grüne Strom" stammt aus erneuerbaren Energien, der "graue Strom" aus konventionellen Quellen oder aus unbekannter Herkunft. Zum anderen wird die Farbe Blau bereits in anderen Zertifikaten mit Umweltbezug genutzt. Man denke an das Umweltsiegel "Blauer Engel" oder die "BlueMotion"-Technologie, die VW-Fahrzeuge effizienter machen soll.

Was zertifiziert Blauer Strom?

Die Siegel "Blauer Strom" bzw. "Blaue Wärme" und "Blaue Kälte" gibt es für zweierlei: Für KWK-Anlagen und für Strom, Wärme und Kälte aus dieser Quelle. KWK-Anlagen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Biomasse, aber auch fossile Brennstoffe, sehr effizient nutzen. Sie erzeugen sowohl Strom als auch Wärme, die etwa zum Heizen verwendet werden kann. So werden über die Nutzung der Abwärme ("Blaue Wärme") des Verbrennungsprozesses Nutzungsgrade von über 90 Prozent erreicht. Dank ihrer Flexibilität sind sie im Stande, erneuerbare Energien sinnvoll zu ergänzen und helfen, Engpässe, die durch Wetterschwankungen entstehen können, zu überwinden.

Um das Zertifikat "Blauer Strom" zu erhalten, müssen die KWK-Anlagen nach der EU-Effizienzrichtlinie arbeiten und dürfen weder Kohle- noch Atomstrom nutzen, weitere Unterscheidungen werden hinsichtlich des Brennstoffs nicht getroffen. Das Siegel ist jeweils für zwei Jahre gültig und dient dem Verbraucher als Orientierung bei der Tarifwahl. Die Lizenzgebühren sind vergleichsweise niedrig, was der Verbreitung des Siegels dienen soll.

Verwandte Themen
  • Wassertropfen

    Warmwasser

    Warmwasser erzeugen - Welche Möglichkeiten gibt es?

    Warmes Wasser, das zu jeder Tages- und Nachtzeit in scheinbar unbegrenzter Menge zur Verfügung steht, gilt heute als Selbstverständlichkeit. Dahinter steckt jedoch ein ziemlich großer technischer Aufwand, der natürlich Kosten mit sich bringt.

  • Biogas

    Biogas-Zertifikate

    Biogas erkennen: Nur wenige Zertifikate verfügbar

    Biogas und Ökogas: Beides klingt gut, muss aber nicht unbedingt das Gleiche sein. Wir geben einen Überblick zu den Begrifflichkeiten und stellen ein Zertifikat vor, das Biogas auszeichnet und so mehr Transparenz für den Verbraucher schafft.

  • Strom sparen

    Gütesiegel Elektrogeräte

    Gütesiegel für Elektrogeräte in der Übersicht

    Beim Kauf von Elektrogeräten achten immer mehr nicht nur auf die Qualität und den Leistungsumfang des Produktes, sondern auch auf dessen Stromverbrauch. Anhand unterschiedlicher Gütesiegel lässt sich erkennen, wie energieeffizient die Geräte arbeiten.

Ratgeber zum Thema
  • Smart Home

    Solaranlage & Smart Home: Eigenverbrauch komfortabel steigern

    Die Solaranlage kann auch mit Smart-Home-Technologien gesteuert werden. Im Kern soll sich so der Eigenverbrauch erhöhen. Welche Vorteile das genau bringt und was für Funktionen unterschiedliche Systeme bieten, erfahren Sie hier.

    weiter
  • Geld

    Stromvertrag für Studenten – so geht nichts schief

    Als Student zieht man oft erstmalig in eine eigene Wohnung oder WG und muss sich auch um einen eigenen Stromtarif kümmern. Was es als Student zu beachten gibt und welche speziellen Probleme man vielleicht antrifft, erklären wir hier!

    weiter
  • Solaranlage Hausdach

    Mieterstrom: Experten stehen Frage und Antwort

    Mieterstrom-Projekte werden nach dem EEG 2017 vom Staat gefördert. Für wen ergeben sich dadurch Vorteile und wer kann Mieterstrom beziehen? Im Interview gibt Energiedienstleister Polarstern Infos rund um das Thema und beantwortet zentrale Fragen.

    weiter