Atommüll

Atommüll: Ein Problem mit langer Halbwertszeit

Der Atommüll und dessen Lagerung sind eine große Herausforderung, da bisher noch keine geeigneten Standorte für die gefährlichen Abfälle gefunden wurden. Anhand der Strahlungsstärke wird zwischen schwach-, mittel- und hochaktivem Atommüll unterschieden.

Atomstrom© dasglasauge / Fotolia.com

Der Transport von Atommüll und die ungelöste Frage der Lagerung rufen immer wieder Atomkraftgegner auf den Plan. Durch extrem lange Halbwertszeiten und die Gefahr der Strahlung für Umwelt und Menschen ergibt sich eine große Herausforderung bei der Suche nach geeigneten Lagerstätten. Seit dem 1. September 2014 hat eine selbstständige Bundesbehörde, die zum Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums (BMUB) gehört, die Aufgabe übernommen, die Frage nach einem Endlager für den Atommüll zu klären.

Atommüll – radioaktiv verstrahlte Abfallprodukte

Als Atommüll werden umgangssprachlich sämtliche radioaktiv verstrahlten Materialien bezeichnet, die nicht mehr gebraucht werden. Diese Abfälle entstehen beim Abbau des Urans, in Kernkraftwerken, in Forschungszentren und zu einem geringeren Teil auch in der Medizin. Am bekanntesten sind wohl abgebrannte Brennelemente aus Atomkraftwerken, aber zum Atommüll zählen noch viele weitere Materialien wie Werkzeuge und Geräte, kontaminierter Schutt oder Arbeitskleidung.

Die Klassifikation von Atommüll

Atommüll wird nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert. Einmal wird nach Aggregatszuständen getrennt (fest oder flüssig), dann ist es wichtig zu unterscheiden, ob der Atommüll Wärme entwickelt oder nicht. Schließlich ist die Strahlungsstärke wichtig, hier wird zwischen schwach-, mittel- und hochaktivem Atommüll unterschieden. Der größte Teil des radioaktiven Abfalls in Deutschland fällt in die Kategorien schwach- und mittelaktiv, für hochaktive Abfälle wie Brennelemente ist die Frage der Lagerung besonders kompliziert.

Das Problem mit dem Atommüll: Wohin mit den radioaktiven Abfällen?

Die Entsorgung von Atommüll stellt ein großes Problem dar, denn aufgrund der langen Halbwertszeiten muss eine Lösung gefunden werden, die eine sichere Lagerung für einen langen Zeitraum ermöglicht. Meist wird Atommüll unterirdisch gelagert, beispielsweise in stillgelegten Bergwerken und Salzstöcken. Da der Atommüll über eine Zeit von vielen tausend Jahren hinweg strahlt, werden sowohl an Lagerbehälter als auch an das umgebende Gestein hohe Anforderungen gestellt.

Eine andere Möglichkeit, mit Atommüll zu verfahren, ist die Wiederaufbereitung. Dabei werden die Stoffe, die in den Brennelementen enthalten sind, getrennt und für eine erneute Nutzung zurückgewonnen. Eine Wiederaufbereitung macht die häufig kritisierten Transporte nötig.

Die Lagerung von Atommüll in Deutschland

Die Frage der Endlagerung von Atommüll ist in Deutschland noch nicht abschließend geklärt und sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Über ein Dutzend Zwischenlager gibt es mittlerweile. Ein Kandidat für ein Endlager ist der Salzstock Gorleben, dessen Erkundung und Tauglichkeitsprüfung schon länger Gegenstand von Debatten ist. In der Schachtanlage Asse sorgen Wasserzuflüsse, Instabilität und die Entstehung von Grubengasen dafür, dass die Anlage als nicht mehr sicher angesehen wird.. Auch im ehemaligen Erzbergwerk Konrad bei Salzgitter soll Atommüll endgelagert werden.

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