Anreizregulierung

Anreizregulierung soll Markt verbraucherfreundlich machen

Die Anreizregulierung hat etwas mit dem Strommarkt zu tun und ist ein Instrument zur Marktregulierung. Das wissen noch die meisten. Doch was genau steckt eigentlich hinter dem Begriff und wie stellt sich die Anreizregulierung in der Realität dar?

Strommast© Schuppich / Fotolia.com

Die Anreizregulierung ist ein Werkzeug des Staates, durch welches dieser Einfluss auf den Markt für Strom und Gas nimmt. Da bei Strom- und Gasnetzen oftmals wenige, dafür aber große, Betreiber vorhanden sind, hatte man Angst, dass es zu einem verminderten Wettkampf oder gar Preisabsprachen kommen könnte, die zum Nachteil des Verbrauchers ausfallen.

Um dem entgegenzuwirken, führte man die Anreizregulierung ein, bei der einem Betrieb Vorgaben gemacht werden, damit dieser effizienter wirtschaftet und dies auch an die Kunden weitergibt. Dabei hatte man die Wahl zwischen einer Festlegung der Netzentgelte, also Strom- und Gaspreisen, und einer Erlösobergrenze, die der Betrieb mit seinem Gewinn nicht überschreiten darf. In Deutschland entschied man sich für letztere Variante.

Wie kommen Erlösobergrenzen zustande?

Das der Anreizregulierung zugrunde liegende Vorgehen ist dabei recht simpel: Alle fünf Jahre nimmt man die laufenden Kosten jedes Netzbetreibers und errechnet daraus die Erlösobergrenze für die nächste Periode. Dieser Wert bildet die Grundlage für alle weiteren Rechnungen und wird jedes Jahr an aktuelle Veränderungen im Betrieb und am Markt angepasst.

Eines der Hauptziele der Anreizregulierung ist die Förderung von effizientem Wirtschaften. Zuvor floss oftmals nur ein kleiner Teil des Umsatzes eines Netzbetreibers in die Instandhaltung des Netzes. Trotzdem wurde kein Teil des Überschusses an die Verbraucher weitergegeben. Hier wollte man Abhilfe schaffen.

Zusätzliche Faktoren

Die eigentliche Rechnung, die zur Festlegung der Erlösobergrenzen führt, ist dabei alles andere als einfach: Diverse Faktoren spielen eine Rolle, angefangen mit der erwarteten Inflation bis hin zu Kosten, die in Netzausbau oder -rückbau fließen. Einen Bonus bekommen Unternehmen, deren Versorgung eine hohe Qualität hat, damit langfristig ein stabiles Strom- und Gasnetz erhalten bleibt. Fallen dabei Ineffizienzen auf, werden diese dem Betrieb zur Last gelegt, genauso wie die Differenz zum insgesamt effizientesten Betrieb berücksichtigt wird. Darauf kommt noch ein pauschaler "sektoraler Produktivitätsfaktor" – praktisch eine feste Ineffizienz, die selbst die besten Betriebe zu weiterer Optimierung antreiben soll.

Ebenfalls Teil der Kalkulation ist eine Gewinnmarge, die es allen Betrieben weiterhin ermöglicht, wirtschaftlich zu überleben. Trotz aller bedachten Fälle ist die Erlösobergrenze nur ein Planwert. Die Differenz zum tatsächlichen Erlös des Netzbetreibers wird dabei auf einem Regulierungskonto festgehalten, welches wiederum in die nächste Planung eingeht.

Was bringt das Ganze mir als Endverbraucher?

"Okay, ich weiß jetzt was Anreizregulierung ist. Was genau soll mir das bringen?" So könnte die logische Frage im Anschluss aussehen, denn ein kleines, aber essentielles Detail fehlt noch zum Gesamtbild: Falls ein Betrieb die Erlösobergrenze um mehr als fünf Prozent überschreitet, ist er dazu verpflichtet, den Unterschied direkt in eine Senkung der Netzentgelte zu übersetzen und somit an seine Kunden weiterzugeben.

Verwandte Themen
  • Ökostrom

    Photovoltaik-Hybridsysteme

    Photovoltaik-Hybridsysteme tanken nicht nur Sonne

    Photovoltaik-Hybridsysteme nutzen neben der Solarenergie noch eine weitere Quelle für die Stromerzeugung. Scheint einmal nicht genug Sonne, wird mithilfe der zweiten Energiequelle trotzdem ausreichend Strom produziert.

  • Energiewende

    Power-to-Gas

    Überflüssige grüne Energie mit Power-to-Gas speichern

    Aus überflüssigem grünen Strom Gas herstellen und so Leistungsspitzen ausgleichen und Energie für später verfügbar machen: Das ist die Grundidee von Power-to-Gas, kurz P2G. Doch wie funktioniert das Verfahren dahinter, was wird benötigt und was wird dabei hergestellt? Lesen Sie hier mehr!

  • Eigenheim

    Energieautarkes Wohnen

    Energieautarkes Wohnen – nie wieder Geld für Heizöl und Gas ausgeben

    Bei steigenden Energiepreisen sucht man gerne nach Alternativen. Eine Möglichkeit lautet energieautarkes Wohnen: Die Häuser sind so konzipiert, dass keine zusätzlichen Energieträger wie Gas oder Öl benötigt werden.

Ratgeber zum Thema
  • Stromvertrag

    Boni bei Strom- und Gastarifen: Regeln und Fristen

    Boni sind bei Strom- und Gasverträgen für Verbraucher eine einfache Möglichkeit, die Energiekosten zu senken. Allerdings klappt das nur, wenn die Rabatte auch ausgezahlt werden. Stromkunden müssen dafür bestimmte Regeln einhalten.

    weiter
  • Energieindustrie

    Stromanbieter in Deutschland: Wer gehört zu wem?

    Mittlerweile gibt es zahlreiche Energieanbieter auf dem Markt. Über Vergleichsrechner findet man ganz einfach den passenden Stromtarif – Doch welcher Stromanbieter gehört zu wem und wer ist Marktführer oder beliebt? Wir geben einen Überblick!

    weiter
  • Stromverbrauch Geschäft

    Energie sparen in der Metzgerei einfach gemacht

    Die Energiepreise sind in den letzten Jahren stetig am steigen – gerade energiehungrige Einrichtungen wie Metzgereien merken das deutlich. Wir kennen simple und kostenlose Kniffe, wie sich in der Metzgerei Energie sparen lässt und nennen lohnenswerte Investitionen.

    weiter