Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Wärmemonitor: Verbrauch an Heizenergie steigt

In Deutschland steigt der Verbrauch an Heizenergie dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge immer weiter an. Auch 2018 hat sich die Entwicklung demnach fortgesetzt und nun kommen auch gestiegene Preise bei Verbrauchern an.

Heizkosten© Wolfgang-S / Fotolia.com

Wärmemonitor: Verbrauch an Heizenergie steigt

Berlin - Die deutschen Privathaushalte haben im Jahr 2018 rund zwei Prozent mehr Heizenergie verbraucht als im Vorjahr und wegen stagnierender Energiekosten auch entsprechend mehr bezahlt. Dies ermittelte der "Wärmemonitor 2018", den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) jährlich auf Grundlage von Daten des Energiedienstleisters ista Deutschland GmbH berechnet.

Verbrauch an Heizenergie in Deutschland

Der Energiebedarf pro Quadratmeter lag den Berechnungen zufolge im Westen im Jahr 2018 um gut sieben Prozent höher als im Osten. Der Unterschied im Heizverhalten zwischen den beiden Landesteilen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr leicht ausgeweitet, berichtet das DIW Berlin. Den höchsten Verbrauch hat demnach der Südwesten von Schleswig-Holstein verzeichnet, den niedrigsten die Region um Rostock. Nach Bundesländern halte das Saarland den Heizrekord, am wenigsten würde in Mecklenburg-Vorpommern verbraucht.

Mehr Gebäudesanierungen im Osten

Dass in Ostdeutschland weniger geheizt würde als im Westen, liege auch daran, dass in den Jahren nach der Wende sehr viele Mehrfamilienhäuser in den neuen Bundesländern energetisch saniert worden seien. Erstmals hat der Wärmemonitor für einen Teil der von ista betreuten Gebäude auf Basis von Energieausweisen die langfristige Entwicklung bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden untersucht. Zwischen 1992 und 2000 lag demnach der Anteil der jährlich sanierten Gebäudehülle in Ostdeutschland zwischen ein und vier Prozent. Im Westen dagegen sei er seit 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen, seit 2016 falle die Quote allerdings wieder leicht.

"Der seit 2015 steigende Verbrauch ist ein alarmierendes Signal – vor allem für den Klimaschutz", stellt Studienautorin Puja Singhal fest. Die DIW-Ökonomin und ihr Kollege Jan Stede haben errechnet, dass der Heizenergiebedarf pro Quadratmeter seit 2015 um rund sechs Prozent gestiegen ist und nun sogar wieder das Niveau des Jahres 2010 übersteigt.

DIW: Heizöl ist deutlich teurer geworden

Erstmals seit 2013 habe sich im vergangenen Jahr der steigende Verbrauch auch in den Heizausgaben je Quadratmeter niedergeschlagen. Die in den vergangenen Jahren stetig fallenden Preise für Öl und Gas hätten bisher dafür gesorgt, dass die Menschen in Deutschland weniger für Heizenergie ausgegeben mussten, obwohl der Verbrauch leicht gestiegen sei.

Es gibt aber Unterschiede je nach Art des Brennstoffes: Im Jahr 2018 mussten Verbraucher dem DIW zufolge für Heizöl neun Prozent mehr ausgeben, für Gas aber vier Prozent weniger als im Jahr 2017. Da rund die Hälfte der Mehrfamilienhäuser mit Gas heizen würden und nur ein Viertel mit Öl, hätten sich die Preise im Durchschnitt nicht erhöht. Wer jedoch mit Öl heize, bekäme die stark gestiegenen Preise finanziell deutlich zu spüren. Und die Kosten würden weiter zunehmen: Steigende Ölpreise schlügen sich erst mit Verzögerung in den Heizausgaben nieder.

Diana Schellhas