Studie

Verbrauch an Heizenergie stieg im Corona-Winter um 9 Prozent

In Europa ist der Verbrauch an Heizenergie im vergangenen Winter deutlich gestiegen. Einer Studie zufolge haben die Deutschen tagsüber rund 9 Prozent mehr geheizt als im Winter davor. Zwischen den EU-Ländern gibt es aber Unterschiede.

Diana Schellhas, 09.04.2021, 15:26 Uhr
EnergieverbrauchFür die Studie wurde der Verbrauch an Heizenergie von 86.000 deutschen und 300.000 europäischen Haushalten untersucht.© Digitalpress / Fotolia.com

In deutschen Haushalten wurde diesen Winter tagsüber 9,4 Prozent mehr geheizt wurde als noch im vergangenen Winter vor Corona und damit stiegen die Heizkosten. Das ist das Ergebnis einer Studie von tado°, Hersteller von smarten Heizungsthermostaten und Klimaanlagensteuerungen. Dafür wurden etwa 86.000 deutsche und 300.000 europäische Haushalte untersucht.

Heizenergieverbrauch steigt besonders in Italien und Spanien

Demnach müssen italienische und spanische Haushalte mit über 20 Prozent den größten Anstieg der Heizkosten verkraften, während Dänemark und Schweden die niedrigsten Werte aufwiesen (Frankreich +10 Prozent, Großbritannien +14,3 Prozent, Österreich +14,7). Dabei war der Winter in Europa im Durchschnitt 0,6 Grad Celsius wärmer war als der vorherige Winter, berichtet das Technologieunternehmen.

Durch weniger Autofahren, aufgrund von Home Office oder generellen Ausgangsbeschränkungen sei es zwar möglich gewesen, Geld und CO2 einzusparen, doch die Energierechnung für die Haushalte sei durch das vermehrte Heizen gestiegen.

Heizen spielt eine große Rolle beim Gesamtenergieverbrauch

In Europa entfalle die Hälfte des Energieverbrauchs auf das Heizen und Kühlen in Gebäuden und in der Industrie. Damit sei dieser Bereich der größte Energieendverbrauchs-Sektor - noch vor Verkehr und Elektrizität. Heizung und Warmwasser machten dabei etwa drei Viertel des Energieverbrauchs eines Hauses aus. Und zwei Drittel der Energie, die für Heizen, Kühlen und Warmwasser in Wohngebäuden verwendet wird, stammten immer noch aus fossilen Brennstoffen.

Tipp: ein Grad weniger spart 6 Prozent Heizkosten

Es gäbe viele kostengünstige Möglichkeiten, um beim Heizen Geld zu sparen. Das Herunterdrehen des Thermostats um ein Grad spare bereits rund sechs Prozent der Heizenergie. Es gäbe aber auch Einsparmöglichkeiten, die nicht auf Kosten des Komforts gehen. Zum Beispiel, wenn die Heizung und das Warmwasser nur dann genutzt würden, wenn man sie auch wirklich benötige. Die Umstellung auf ein intelligentes Thermostat könne beispielsweise sicherstellen, dass Wohnungen und Räume nur beheizt würden, wenn jemand zu Hause ist. Zusätzliche Einsparungen könnten durch Anpassung an das Wetter und Fenster-Offen-Erkennung erzielt werden. Studien hätten gezeigt, dass dadurch die Heizkosten um bis zu 31 Prozent gesenkt werden könnten, ohne dass der Hauseigentümer oder Mieter auf Komfort verzichten müsse.