Energiesparend Heizen

Umfrage: So gut kennen sich die Deutschen in Sachen Heizen aus

Beim Heizen und beim Energiesparen meinen die meisten Deutschen sich gut auszukennen, so das Ergebnis einer Umfrage. Aber stimmt das auch? Energiedienstleister Techem sieht Nachholbedarf.

Diana Schellhas, 05.10.2020, 17:19 Uhr
PreiserhöhungenJedes Grad weniger beim Heizen spart ca. sechs Prozent Energie, erklärt Energiedienstleister Techem.© Teamarbeit / Fotolia.com

Das eigene Heiz- und Lüftungsverhalten hat einen großen Einfluss auf den Wärmeverbrauch in den eigenen vier Wänden und die dadurch entstehenden Heizkosten. Das wissen einer Umfrage des Energiedienstleisters Techem zufolge 93 Prozent der Einwohner in Deutschland.

Rund 40 Prozent der Befragten sind überzeugt, sich in Sachen Heizen und Lüften optimal zu verhalten. Zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten schätzen ihren Wissenstand in diesem Bereich als gut bis sehr gut ein. Doch wie ist es wirklich um das Heiz- und Lüftungsverhalten in Deutschlands Haushalten bestellt?

Techem: Nachholbedarf bei wirkungsvollen Maßnahmen bei Heizen

Tatsächlich setzen 72 Prozent der Befragten auf Stoßlüften statt dauerhaftes Kippen der Fenster, und 68 Prozent räumen ihre Heizkörper frei, um für eine optimale Wärmeverteilung zu sorgen.

Doch während sie über die gängigsten Maßnahmen zum cleveren Heizen und Lüften gut informiert sind, besteht bei anderen wirkungsvollen Maßnahmen noch Nachholbedarf, erklärt der Energiedienstleister. So entlüften nur 42 Prozent der Befragten regelmäßig ihre Heizkörper und 54 Prozent wissen nicht, dass sich im Winter durch das Schließen von Rollos oder Vorhängen der Wärmeverlust über die Fenster reduzieren lässt. Zudem schätzten die Teilnehmer der Befragung das Einsparpotenzial, das durch das Absenken der Temperatur um ein Grad entsteht, mehrheitlich falsch ein. Dabei spare jedes Grad ca. sechs Prozent Energie.

Rund 85 Prozent an Energie wird für Heizwärme benötigt

Ein Durchschnittshaushalt verbraucht rund 85 Prozent seiner Energie für Heizwärme und Warmwasser und nur ca. 15 Prozent für Strom, sagt Oliver Rausch, Energie- und Effizienzberater bei Techem. Verbraucher könnten mit dem richtigen Heiz- und Lüftungsverhalten einiges tun, um Energie und damit auch CO2 zu sparen. Die Umfrage zeige, dass die Befragten schon viel richtig machen würden. Und das lohne sich: Bereits 15 Prozent Energieeinsparung bedeuteten pro Jahr schon einige Euro mehr im Geldbeutel – und auch die Umwelt profitiere durch die Vermeidung von CO2.

Wohlfühltemperaturen und die passende Thermostat-Einstellung

Entscheidend für energiesparendes Heizen sei die richtige Einstellung der Thermostatventile. Für Wohn- und Kinderzimmer sowie das Bad sei eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad empfehlenswert. Diese Temperaturen erreiche man mit Stufe 3 bis 4 am Thermostat. Im Schlafzimmer und in der Küche seien 17 bzw. 18 bis 20 Grad ausreichend, für die Stufe 2 bis 3 eingestellt werden solle. Die Studie zeige, dass dies auch die Wohlfühltemperaturen der Bewohner in Deutschland sind.

Gleichwohl wüssten 41 Prozent der Befragten nicht, wie die Ventile an ihren Heizungen eingestellt seien, und heizten so womöglich über ihren Bedarf hinaus. Smarte Thermostate oder Regeltechnik, die beim Einhalten der Wunschtemperatur helfen, nutzten sogar nur 11 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Umfrage-Ergebnisse zum richtigen Lüften

Mindestens genauso wichtig wie die richtige Raumtemperatur sei regelmäßiges Lüften. Denn das verbessere die Luftqualität, führt Luftfeuchtigkeit ab und verändert dadurch auch das Wärmeempfinden. Die Mehrheit der Bewohner (58 Prozent) setzte im Alltag ganz richtig auf Stoßlüften, indem sie das Fenster komplett öffnen würden und mehrere Zimmer gleichzeitig quer lüften (51 Prozent). Dabei schalten die Befragten Heizungen in der Nähe von Fenstern komplett aus (35 Prozent) oder drehen sie herunter (35 Prozent). Lediglich 26 Prozent stellen Fenster zum Lüften auf Kipp. Frauen verhalten sich laut Umfrage in dieser Hinsicht etwas vorbildlicher als Männer.

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