Heizung

Test: Smarte Thermostate führen nicht immer zu Einsparungen

Die Zeitschrift "c't" hat smarte Thermostate getestet. Zwar konnten alle Heizungssteuerungen in Sachen Komfort punkten, allerdings hat der Test ergeben, dass nicht immer auch die Heizkosten mit den Geräten gesenkt werden können.

Energielabel Schlaue Thermostate für die Heizung sind bereits ab 35 Euro erhältlich.© stockWERK / Fotolia.com

Test: Smarte Thermostate führen nicht immer zu Einsparungen

Hannover – Smarte Thermostate versprechen mehr Komfort und eine Verringerung der Heizkosten. Ob das wirklich zutrifft, hat die Technikzeitschrift "c't" (Ausgabe 3/2019) anhand vernetzter Heizventile von Devolo, AVM, Netatmo, Tado und eQ-3 getestet.

Smarte Thermostate: Bewertung in unterschiedlichen Kategorien

Die intelligenten Thermostate wurden in verschiedenen Kategorien bewertet. Alle Geräte ließen sich leicht anbringen. Für speziellere Heizungsventile seien entsprechende Adapter beigelegt oder sie seien ohne Probleme im freien Handel erhältlich.

Auch bei der Programmierung erhielten sämtliche Geräte die Note "gut" (Ausnahme: Devolo - Note "zufriedenstellend"). Die Einrichtung der Testgeräte ist insgesamt durch "IT-Laien" ohne Probleme zu meistern, so die Autoren des Beitrags. Weitere Informationen und Bewertungen in der Übersicht:

Hersteller/ Model AVM Fritz DECT 301 Tado Heizkörper-Thermostat V3+ Devolo Home Control Thermostat eQ-3 Homematic IP Thermostat Netatmo Themostat
Preis für ein Thermostat 80 € 65 € 35 € 45 € 80 €
Preis Starterkit/ Lieferumfang - 230 €/ 2 Thermostate, Internet Bridge 160 €/ 2 Thermostate, Zentrale (Z-Wave), Zentralthermostat 100 €/ 1 Thermostat, Zentrale 180 €/ 2 Thermostate, Internet Bridge, Fensterkontakt
Note: Funktionsumfang zufriedenstellend zufriedenstellend schlecht zufriedenstellend gut
Note: Handy-App zufriedenstellend gut zufriedenstellend gut gut
Note: Bedienung Thermostat gut gut zufriedenstellend gut zufriedenstellend

Steuerung der Heizungsthermostate

Um die Thermostate über den PC oder ein Smartphone bedienen zu können, wird eine Steuerzentrale benötigt. Die Verbindung wird über ein Ethernetkabel oder wie bei Netatmo per WLAN hergestellt. Ein Vorteil sei in diesem Punkt das System von AVM, bei der die Fritzboxen (Router) diese Funktion übernähmen und die Daten somit nicht über einen externen Server übermittelt werden müssten. Eine Ausnahme ergebe sich hier auch bei Hersteller Devolo, bei dem ebenfalls ohne Datenübermittlung an eine Cloud gearbeitet wird.

Wer mit intelligenten Thermostaten in ein Smart Home einsteigt, der hat den Autoren zufolge Glück: Die meisten der geprüften Steuersysteme lassen sich technisch ohne größere Probleme in umfassende Smart-Home-Systeme integrieren. Bei den Geräten von AVM, Netatmo, Tado sei man dabei aber auf Schnittstellen von Drittanbieter angewiesen (z.B. Amazons Alexa). Hintergrund sind die bislang unterschiedliche Software und Kommunikationstechnik.

Zeitschrift: Einsparung hängt von vielen Faktoren ab

Letztendlich sind es der Zeitschrift zufolge eine ganze Reihe von Faktoren, die beeinflussen, wie viel und ob tatsächlich mit den schlauen Heizreglern gespart werden können. Dazu zählten die Dämmung des Hauses und der Fenster, wie viele Personen in einem Haushalt leben und auch welche Art von Heizung genutzt wird. Bei einer Fußbodenheizung hätten die Thermostate wenig Wirkung gezeigt. Weil die Heizsysteme träge arbeiteten, könnten sich starke Veränderungen bei der Temperatureinstellung sogar kontraproduktiv auswirken. Bei älteren Heizkesseln würden sich eher Systeme lohnen, bei denen auch der Kessel mit eingebunden ist (Beispiel: System von Tado).

Ebenfalls ein wichtiger Einflussfaktor sei das eigene Heizverhalten. Wer zuvor bereits sparsam geheizt hat, bei dem ergebe sich auch ein geringeres Einsparpotenzial durch smarte Thermostate. Dasselbe gilt auch für energiesparendes Lüften. Die Systeme von Devolo und eQ-3 punkteten hier übrigens mit passend erhältlichen Fensterkontakten.

Diana Schellhas