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Steuererklärung 2020: So werden energetische Sanierungen abgesetzt

Bei der Steuererklärung für das vergangene Jahr können erstmals Sanierungskosten für energetische Maßnahmen geltend gemacht werden. Insgesamt lassen sich so über drei Jahre hinweg 40.000 Euro pro Wohnobjekt von der Steuer abziehen, erklären die Experten von Zukunft Altbau.

Diana Schellhas, 09.03.2021, 10:47 Uhr
SteuererklärungSanierungskosten können nicht bei der Steuererklärung angebracht werden, wenn sie bereits durch die KfW oder das BAFA gefördert wurden.© m.schuckart / Fotolia.com

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr die steuerliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen beschlossen. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer können daher in diesem Jahr bei ihrer Steuererklärung für 2020 erstmals einen Teil der Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Steuererklärung: Wärmedämmung, Heizungstausch und Co. können geltend gemacht werden

Förderfähig sind Lüftungsanlagen, Wärmedämmungen von Fassade, Dach und Geschossdecken und die Erneuerung der Fenster. Wird die bestehende Heizungsanlage optimiert oder getauscht, sind die Kosten dafür ebenfalls absetzbar. Auch der Einbau von digitalen Systemen zur Betriebs- und Verbrauchsoptimierung gilt als geförderte Einzelmaßnahme. Kosten für Energieberater gälten ebenfalls als Aufwendungen für energetische Sanierungen. Sie sind mit der Steuererklärung des Folgejahres ab sofort zur Hälfte abzugsfähig, so die Berater. Wichtig sei, dass der Energieberater vom BAFA oder der KfW zugelassen sei.

Wer die staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen wolle, müsse die Sanierungskosten drei Jahre lang bei der Einkommenssteuererklärung angeben: Im ersten und zweiten Jahr würden jeweils sieben Prozent, im dritten Jahr sechs Prozent von bis zu 200.000 Euro abgeschrieben. Insgesamt ließen sich so über die drei Jahre hinweg 40.000 Euro pro Wohnobjekt von der Steuerschuld abziehen.

Technische Vorgaben für die staatliche Unterstützung

Zu weiteren Voraussetzungen gehöre, dass bei allen Maßnahmen bestimmte Mindestanforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude eingehalten werden müssten. Bei der Wärmedämmung von Außenwänden etwa dürfe die Wärmedurchlässigkeit, der sogenannte U-Wert, nicht über 0,20 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m2K)) liegen. Bei Fenstern gelte ein Maximalwert von 0,95 W/(m2K). Zu den Förderbedingungen zähle auch, dass Hauseigentümer nur Sanierungen in selbstgenutzten Immobilien geltend machen dürften. Zudem müssten Fachunternehmen die Umbauten durchführen. Sie stellten anschließend auch die Bescheinigung für das Finanzamt aus. Würden mehrere Maßnahmen kombiniert, müsse ein Energieberater oder eine Energieberaterin hinzugenommen werden; eine entsprechende Bescheinigung für das Finanzamt sei auch hier erforderlich.

Wichtig sei außerdem, dass die Umbauten nicht vor 2020 begonnen wurden, vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen seien und die Immobilie mindestens zehn Jahre alt sei. Auch müsse beachtet werden, dass Maßnahmen, für die man bereits Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten habe, nicht steuerlich geltend gemacht werden könnten.

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