Statistisches Bundesamt

Mehr Energie für Wohnen: Verbrauch steigt in Deutschland erneut

Die privaten Haushalte in Deutschland haben auch 2016 mehr Energie verbraucht als im Jahr zuvor. Damit stieg der Wert zum zweiten Mal in Folge. Auf dem ersten Platz der Energiefresser steht dem Statistischen Bundesamt zufolge das Heizen.

Heizung Kosten© Alexander Raths / Fotolia.com

Mehr Energie für Wohnen: Verbrauch steigt in Deutschland erneut

Wiesbaden - Die Deutschen haben 2016 zum zweiten Mal in Folge mehr Energie für Wohnen benötigt. Die privaten Haushalte verbrauchten mit 665 Milliarden Kilowattstunden 1,4 Prozent mehr Energie als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Bereits 2015 war der Energieverbrauch um 1,9 Prozent gewachsen.

Warum verbrauchten die deutschen Haushalte mehr Energie?

Laut der Behörde gibt es für den Anstieg mehrere Gründe: So habe die Bevölkerung in Deutschland zugelegt und ebenso die durchschnittliche Fläche der Wohnungen. Auch sei Energie mit dem Verfall der Ölpreise 2016 relativ günstig gewesen, so dass der Anreiz zum Sparen geringer gewesen seien dürfte. Wettereffekte wurden indes herausgerechnet.

Wofür wurde mehr Energie benötigt

Ursache für den höheren Verbrauch war vor allem ein höherer Bedarf an Energie für Raumwärme (plus 2,2 Prozent). Auf den Posten fällt mit gut 70 Prozent der größte Anteil der Haushaltsenergie. Vor allem für Beleuchtung (minus 4,9 Prozent), aber auch für Haushaltsgeräte sowie Kochen, Trocknen und Bügeln war der Bedarf rückläufig. Insgesamt verbrauchten die Haushalte 2016 deutlich mehr Erdgas (plus 5 Prozent) und erneuerbare Energien (plus 6,3 Prozent), aber weniger Mineralöl, Strom, Kohle und Fernwärme.

Rückblick: Deutschland benötigt seit 2010 weniger Strom

Seit 2010 hat sich der Energieverbrauch der Deutschen aber kaum verändert (minus 0,5 Prozent). Indes verbrauchten die Deutschen seither deutlich weniger Strom (minus 7,9 Prozent) und weniger Heizöl (minus 11,7 Prozent). So ersetzt Gas beim Heizen zunehmend Öl sowie strombetriebene Nachtspeicherheizungen. Zudem werden Haushaltsgeräte effizienter beim Stromverbrauch. Die Nutzung von Gas stieg so mit gut 5 Prozent deutlich. Mit der Energiewende schoss zudem der Bedarf an erneuerbaren Energien um fast ein Fünftel (18,5 Prozent) hoch.

Quelle: DPA