CO2-Emissionen senken

Kein Klimaschutz ohne den Gebäudesektor - 5 Fakten zur Wärmewende

Die Wärmewende ist fester Bestandteil beim Umstieg auf erneuerbare Energien. Hier schlummert noch großes Potenzial: Energiedienstleister Techem und das Handelsblatt Research Institute haben Fakten und Chancen analysiert.

Diana Schellhas, 26.11.2020, 10:59 Uhr
ÖkologischOhne Wärmewende gibt es auch keine Energiewende, erklärt Energiedienstleister Techem.© Uwe Annas / Fotolia.com

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Der Gebäudesektor spielt dabei eine wesentliche Rolle, denn rund 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf ihn zurück.

Warum genau Immobilien so entscheidend für die Wärmewende und damit auch für die Energiewende sind und wo noch große Potenziale zur Senkung des CO2-Ausstoßes bestehen, zeigen die folgenden fünf Fakten, die Energiedienstleister Techem und das Handelsblatt Research Institute zusammengefasst haben.

1. Gebäudesektor auf Platz 3 beim CO2-Ausstoß

Fakt: Mit 122 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2019 liegt der Gebäudesektor auf Platz 3 der größten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen - nach der Energiewirtschaft (254 Millionen Tonnen CO2) und der Industrie (188 Millionen Tonnen), erklärt das Unternehmen.

Chance: CO2-Neutralität im Gebäude sei möglich. Das Einsparpotenzial bei Gebäudehülle, Nutzer und Anlagentechnik liege bei rund 43 Prozent, weitere 47 Prozent CO2-Einsparung könnten durch regenerative Energien beigesteuert werden.

2. Energiefresser bekämpfen – Sparmaßnahmen der Deutschen

Fakt: Eine repräsentative Umfrage von 2019 habe gezeigt, dass 30 Prozent der Befragten versuchen, weniger zu heizen, 23 Prozent nutzen weniger Licht und 18 Prozent versuchen beim TV, Standby-Modus und Smartphone Energie zu sparen.

Chance: Nicht nur Politik und Wirtschaft seien in der Pflicht, auch jede und jeder Einzelne könne einen Beitrag für die Energiewende leisten.

3. Heizenergie mit smarten Geräten einsparen

Fakt: Bisher nutzen weniger als die Hälfte der Haushalte Smart-Home-Geräte.

Chance: Nutzer smarter Geräte setzen meist schon auf das richtige Pferd, so der Energiedienstleister. Die größte Motivation zur Anschaffung sei die Energieersparnis (39 Prozent). Durch den Einsatz von digitalen Anwendungen im Eigenheim oder der Mietwohnung könnten 9 bis 14 Prozent der Heizenergie eingespart werden.

4. Nur wenig saubere Energie im Wärmesektor

Fakt: Der Ausbau von erneuerbaren Energien sei neben dem sorgsamen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie die zweite zentrale Säule der Energiewende. Der Strombereich sei bereits heute mit 55 Prozent grün.

Chance: Im Wärmesektor stammten noch immer gut 85 Prozent der Energie, die für Heizungen, Warmwasser oder Klimaanlagen benötigt würden, aus Öl, Gas und Kohle.

5. Sanierungsbedarf bei Wohngebäuden

FaKt: Rund zwei Drittel aller Wohngebäude seien älter als 40 Jahre.

Chance: Vollsanierte Gebäude verbrauchten rund 22 Prozent weniger Heizenergie als unsanierte Gebäude. Der Unterschied zu teilsanierten Gebäuden betrage noch rund 19 Prozent. Rund die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sollten deshalb in den kommenden 20 Jahren saniert werden.

Die Ansatzpunkte für die energetische Sanierung von Gebäuden seien vielfältig. Bei einem Mehrfamilienhaus aus den 60er Jahren gingen im Schnitt 37 Prozent der Wärmeverluste auf die Außenwand zurück, 13 Prozent auf die Fenster und immerhin 12 Prozent gingen durch ineffiziente Heizungen verloren.