Kostenvergleich

Heizspiegel: Ölheizer müssen wieder mehr zahlen

Der aktuelle Heizspiegel zeigt die Kosten für das Heizen mit unterschiedlichen Energieträgern im Vergleich auf. Bei energetisch schlecht gerüsteten Häusern fallen demnach im Schnitt fast doppelt so hohe Kosten an als bei energetisch besseren Häusern.

HeizkörperDem aktuellen Heizspiegel zufolge lagen die Heizkosten für eine 70 Quadratmeter große Wohnung 2017 im Schnitt bei 790 Euro.© Margit Power / Fotolia.com

Heizspiegel: Ölheizer müssen wieder mehr zahlen

Berlin - 790 Euro: So hoch waren die durchschnittlichen Heizkosten in einer 70 Quadratmeter großen Wohnung mit Erdgas-Zentralheizung im vergangenen Jahr. Während in energetisch guten Häusern 520 Euro gezahlt wurden, mussten Bewohner von energetisch schlechteren Wohnungen 1.110 Euro zahlen. Das zeigt der Heizspiegel für Deutschland 2018, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online im Auftrag des Bundesumweltministeriums veröffentlicht hat.

Prognose: Ölheizer zahlen künftig mehr

Die Heizkosten haben sich im vergangenen Jahr demnach je nach Energieträger uneinheitlich entwickelt. In einer 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Heizöl-Zentralheizung seien die Kosten wegen höherer Heizöl-Preise im Schnitt um 85 Euro gestiegen – auf 750 Euro pro Jahr. In einer Wohnung mit Erdgas-Zentralheizung seien die durchschnittlichen Kosten auf 790 Euro (minus 20 Euro) gesunken. Bei Fernwärme waren es der Beratungsgesellschaft zufolge 895 Euro (minus 35 Euro).

Diese Entwicklung soll sich voraussichtlich auch in diesem Jahr fortsetzen: Bewohner von ölbeheizten Häusern müssten aufgrund steigender Preise wahrscheinlich mit 8 Prozent Mehrkosten rechnen. In Häusern mit Erdgas- und Fernwärmeheizung sollen die Kosten um etwa 3 Prozent sinken. Damit würde das Heizen mit Heizöl seinen Kostenvorteil verlieren und wieder teurer sein als das Heizen mit Erdgas.

Sanierungsstand: wichtigster Faktor für die Heizkosten und den Klimaschutz

Die Entwicklung der Energiepreise ist für die Heizkosten zwar auf den ersten Blick relevant – wesentlich wichtiger ist jedoch der Sanierungsstand eines Hauses, so co2online. Der Sanierungsstand ist der meistunterschätzte Faktor für Heizkosten. In einem energetisch schlechteren Haus sind die Heizkosten im Schnitt doppelt so hoch wie in einem energetisch besseren Haus, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin der Gesellschaft. Auch die CO2-Emissionen seien in besser sanierten Gebäuden deutlich geringer.

Diana Schellhas

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