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Heizkosten: Öl im Schnitt 111 Euro teurer im Jahr als Erdgas

Die Heizkosten fallen bei einer Ölheizung deutlich teurer aus als bei einer Erdgasheizung. Laut einer aktuellen Analyse gilt das für die Vergangenheit und für die Zukunft - zumindest im Hinblick auf die Pläne der Bundesregierung zum CO2-Preis.

HeizkostenFür das Heizen mit Öl wird 2021 ein höherer CO2-Preis fällig als bei der Gasheizung.© Wolfgang-S / Fotolia.com

Heizkosten: Öl im Schnitt 111 Euro teurer im Jahr als Erdgas

Heidelberg - Verbraucher mit einer Ölheizung zahlen im 10-Jahresvergleich mehr als Verbraucher, die mit Gas heizen. Das zeigt ein Heizkosten-Rückblick des Vergleichsportals Verivox. Durch das Klimapaket der Bundesregierung wird diese Tendenz demnach in Zukunft noch deutlicher werden.

Heizen mit Gas: Über 100 Euro an Ersparnis pro Jahr

Ein Vergleich der Brennstoffkosten seit der Heizperiode 2009/2010 zeigt, dass eine Musterfamilie mit Gasheizung bei einem durchschnittlichen Heizbedarf von rund 18.000 Kilowattstunden 111 Euro pro Jahr weniger bezahlte als eine Familie mit Ölheizung. Die durchschnittlichen Gaskosten lagen bei 1.127 Euro pro Jahr, die Kosten für Heizöl beliefen sich auf 1.238 Euro.

Im langjährigen Durchschnitt ist Heizen mit Öl teurer, kommentiert Valerian Vogel, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox. Wer mit Öl heize, sei zudem starken Preisschwankungen ausgesetzt und müsse beim Nachfüllen des Tanks hoffen, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Beim Gas käme es vor allem auf eine clevere Tarifwahl an. Im Grundversorgungstarif hätten Gaskunden im Bundesdurchschnitt 1.121 Euro gezahlt, im günstigsten Tarif seien es hingegen nur 755 Euro, also 366 Euro weniger gewesen.

CO2-Preis verteuert das Heizen mit beiden Brennstoffen

Im Bereich Wärme werden ab 2021 zusätzlich 10 Euro pro Tonne CO2 fällig. Dieser Preis wird schrittweise bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne erhöht, so dass Ölkunden dem Vergleichsportal zufolge bei einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh dann zusätzlich bis zu 220 Euro (brutto) mehr zahlen müssen. Erdgaskunden hätten bei gleichem Verbrauch zusätzliche Kosten von 170 Euro (brutto). Der Grund: Die CO2-Emissionen von Erdgas würden rund ein Viertel geringer veranschlagt als die von Heizöl.

Dass die Nutzung von Erdgas das Klima tatsächlich weniger belastet als Heizöl, ist nicht unumstritten, sagt Valerian Vogel. Bei der Erdgasförderung würde möglicherweise mehr Methan freigesetzt als bisher berücksichtigt. Aus finanzieller Sicht sei das Heizen mit Gas im Vergleich zur Ölheizung in Zukunft unabhängig davon aber deutlich attraktiver.

Diana Schellhas