Heizkosten

Heizen mit Öl und Gas – So wirkt sich der CO2-Preis aus

Das Heizen mit Öl und Gas wird in den kommenden Jahren voraussichtlich teurer. Hintergrund ist die Einführung des CO2-Preises, mit dem die Bundesregierung unter anderem den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen vorantreiben will.

Diana Schellhas, 17.11.2020, 10:39 Uhr
Heizkörper© dondoc-foto / Fotolia.com

Ab Januar 2021 wird Heizen mit fossilen Brennstoffen für private Haushalte voraussichtlich teurer. Der Grund: Mit der neuen CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe leiten Bund und Länder den Wechsel auf klimafreundliche Heiztechnik ein. Öl- und Gasbrenner kosten mit der neuen Abgabe Jahr für Jahr mehr Geld - klimafreundliche Wärmepumpen immer weniger, erklärt Heizungsinstallateur Stiebel Elektron.

Wie viel teuer wird das Heizen mit Öl und Gas durch den CO2-Preis?

Die Anbieter fossiler Brennstoffe werden künftig einen Preis für die CO2-Emissionen ihrer Ware bezahlen müssen, erklärt das Unternehmen weiter. Bei Heizöl steigen die Kosten demnach mit der neuen CO2-Abgabe ab 2021 voraussichtlich um 0,8 Cent pro Kilowattstunde. Für eine Durchschnittsfamilie in einem Einfamilienhaus summiere sich das bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (ca. 2.000 Liter Öl) auf ein Abgabenplus von 160 Euro im ersten Jahr. Bei einer Gasheizung steige der Preis in der Modellrechnung um 0,6 Cent pro Kilowattstunde und koste den Haushalt im ersten Jahr 120 Euro mehr.

Fördermöglichkeiten für neue Heizungen nutzen

"Öl- und Gasbrenner raus – umweltfreundliche Heizung rein: Der Staat meint es mit der Energiewende ernst", sagt Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer des Unternehmens. "Im Gegenzug hilft die öffentliche Hand schon jetzt mit sehr großzügigen Fördergeldern und erstattet den Bundesbürgern bis zu 45 Prozent der Kosten beim Abwracken alter Ölheizungen." .

Laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie seien über die Hälfte der Heizungen 20 Jahre alt oder älter. Hier könne schnelles Handeln erforderlich sein: Nach Ablauf von 30 Betriebsjahren unterlägen manche Ölheizungen einer gesetzlichen Austauschpflicht, dann sei keine Förderung mehr möglich.

Heizspiegel 2020 Entwicklung der Heizkosten bei unterschiedlichen Brennstoffen in den vergangenen Jahren. © co2onine GmbH

Kosten bei der Wärmepumpe

Ganz anders der Trend bei Wärmepumpensystemen. Sie würden mit Strom betrieben und nutzten zum Heizen kostenlose Umweltenergie. Der benötigte Strom sei von der neuen CO2-Abgabe nicht betroffen, weil im Strompreis seit Jahrzehnten eine CO2-Abgabe enthalten sei. Im Gegenteil: Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe würden für die Absenkung der EEG-Umlage und damit des Strompreises eingesetzt. Komme der Strom für das Wärmepumpensystem sogar vom eigenen Dach, ließen sich die Ausgaben für Heizen, Duschen und Baden noch einmal deutlich senken.

Förderungen können nicht nur für den Einbau einer Wärmepumpe beantragt werden. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA) können Fördergelder auch für Pelletheizungen (bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten), Solarthermieanlagen (bis zu 30 Prozent) und Gas-Hybridheizungen (bis zu 40 Prozent) beantragt werden.

CO2-Preis steigt weiter an

Der CO2-Preis wird staffelweise weiter angehoben. Nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung liegt der Preis pro Tonne CO2 ab dem kommenden Jahr bei 25 Euro, danach soll der Preis schrittweise bis 2025 auf bis zu 55 Euro ansteigen. Für 2026 wurde ein Maximalpreis von 65 Euro festgelegt. Bürger sollen entlastet werden, beispielsweise über die Deckelung der EEG-Umlage und eine Erhöhung der Pendlerpauschale. Unklar ist bisher, wie der Anstieg der Heizkosten zwischen Vermietern und Mietern aufgeteilt werden soll.

Weiterführende Links
  • Heizungstausch: Weitere Infos zur Förderung beim BAFA