Benzin, Diesel, Heizöl

"Freundschafts"-Pipeline geschlossen – Branche erwartet keine Engpässe

Polen hat eine Pipeline, mit der Öl von Russland aus nach Deutschland geliefert wird, vorübergehend gesperrt. Sowohl der Mineralölwirtschaftsverband als auch die Raffinerie für die Anlieferung gehen jedoch nicht davon aus, dass das Öl knapp werden könnte.

Erdölindustrie© Alexander Tarasov / Fotolia.com

"Freundschafts"-Pipeline geschlossen – Branche erwartet keine Engpässe

Berlin - Die russischen Öllieferungen über die "Freundschafts"-Pipeline sind gegenwärtig unterbrochen, doch die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl in Deutschland ist davon nach Aussage der Branche nicht berührt. "Es gibt keine Qualitäts- und Lieferprobleme", sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) am Freitag in Berlin. Es gebe ausreichend Reserven in den Öl- und Raffinerielagern, um die Lieferunterbrechung zu überbrücken. Über die Pipeline fließt rund ein Drittel der deutschen Ölimporte.

PCK-Raffinerie kümmert sich um alternative Versorgung

Auch die PCK-Raffinerie in Schwedt, wo die Pipeline das russische Öl anliefert, erklärte, mit den Vorräten, die der Raffinerie an Rohöl zur Verfügung stünden, könne bis zu zehn Tage weitergearbeitet werden. Derzeit sei schon eine alternative Versorgung über den Hafen Rostock in die Wege geleitet. Die Raffinerie arbeitet zur Zeit planmäßig ohnehin nur mit einem Drittel ihrer Kapazität.

Pipeline wegen Verschmutzung geschlossen

Polen hatte die Pipeline ("Druschba"/"Freundschaft") am Mittwochabend geschlossen, weil das Rohöl zu viele Chloride enthielt, die in den Raffinerien Schaden anrichten. Die Chloride werden bei der Förderung des Rohöls benötigt, anschließend aber wieder entfernt. Die Regierung in Moskau hatte erklärt, das Öl sei aufgrund technischer Probleme verunreinigt worden. "Man muss das nicht politisieren. Das kommt in regelmäßigen Abständen vor", sagte Vize-Regierungschef Dmitri Kosak. Sobald man die Verantwortlichen für die Verschmutzung ausmachen könne, würden diese zur Verantwortung gezogen und bestraft.

Quelle: DPA