Vorgezogener Ausstieg

Berlin verabschiedet sich von der Braunkohle

Im Berliner Kraftwerk Klingenberg steht die Anlage zur Braunkohle-Verfeuerung still. Nach mehr als 30 Jahren steigt Berlin damit aus der Braunkohle aus. Bis 2030 soll auch der Abschied von der Steinkohle gelingen.

KohlebergwerkKohletagebau (Symbolbild)© psychoschlumpf / Fotolia.com

Berlin verabschiedet sich von der Braunkohle

Berlin – In der Metropole Berlin wird keine Energie mehr aus Braunkohle erzeugt. Die Anlage im Kraftwerk Klingenberg, die bislang Lausitzer Braunkohle verbrannte, wurde am Mittwoch nach mehr als 30 Jahren abgeschaltet. Als erstes der Bundesländer, die diesen Brennstoff nutzten, verzichtet Berlin damit auf Braunkohle. Strom und Wärme für rund 300 000 Haushalte kommen nun aus einem Gaskraftwerk am selben Standort. Für dessen Modernisierung hat Vattenfall 100 Millionen Euro investiert.

Ausstieg wird drei Jahre vorgezogen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) enthüllte im Kraftwerksgebäude eine Gedenktafel, die an das Ende der Braunkohlenutzung erinnert. "Durch den um drei Jahre vorgezogenen Ausstieg aus der Kohle werden pro Jahr rund 600.000 Tonnen CO2 eingespart - ein Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt", sagte Müller. Zum Vergleich: Nach der jüngsten vorliegenden Jahresbilanz erzeugten Berliner Industrie, Gewerbe, Privathaushalte und Verkehr im Jahr 2014 zusammen 19,9 Millionen Tonnen CO2.

Steinkohle-Ausstieg bis 2030

Berlin will bis 2030 auch aus der Nutzung von Steinkohle aussteigen und dieses Datum gesetzlich festlegen. Der rot-rot-grüne Senat brachte dazu vor einer Woche im Abgeordnetenhaus den Entwurf für ein neues Energiewendegesetz auf den Weg.

Bundesweit gibt es noch 14 andere Braunkohlemeiler, allein die sieben klimaschädlichsten erzeugen nach Angaben des Portals klimaretter.de pro Jahr 140 Millionen Tonnen CO2 - fast ein Fünftel des gesamten deutschen Ausstoßes an Treibhausgasen.

Quelle: DPA