Förderprogramme

BEG bringt höhere Zuschüsse für den Umstieg auf Öko-Heizungen

Die Anschaffung neuer Öko-Heizungen wird noch stärker vom Staat gefördert. Die Fördermöglichkeiten der KfW-Bank und des BMWI wurden in einem neuen Programm zusammengeführt. Das Serviceportal "Intelligent heizen" informiert über die Möglichkeiten.

Diana Schellhas, 10.02.2021, 09:42 Uhr
Heizung Kosten© Alexander Raths / Fotolia.com

Immer mehr Hausbesitzer und Wohnungseigentümer entscheiden sich für den Umstieg auf erneuerbare Energieträger bei ihren Heizungen: So wurden laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bereits im ersten Halbjahr 2020 14,5 Milliarden Euro in Form von Zuschüssen oder Krediten für energieeffizientes Bauen und Sanieren zugesagt. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) will die Bundesregierung diesen Trend weiter vorantreiben.

"Die BEG bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt, um die Modernisierung von veralteten Heizungsanlagen zu beschleunigen", sagt Kerstin Vogt, Geschäftsführerin der VdZ, Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik. "Der Einsatz erneuerbarer Energien wird besonders gefördert, aber auch mit der Erneuerung der Heizungsanlage oder der Lüftungstechnik kann die Energiebilanz in den eigenen vier Wänden bereits deutlich verbessert werden. Auch dafür bietet die BEG attraktive Förderungen."

Höhere Fördersummen und Zuschüsse für smarte Geräte

In der BEG wurden bisherige Förderprogramme des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammengeführt und zum Teil weiterentwickelt, informiert das Serviceportal "Intelligent heizen". Hausbesitzer und Wohnungseigentümer könnten von höheren Prämien für den Einsatz erneuerbarer Energien bei Komplettsanierungen oder im Neubau profitieren. Außerdem erhöhten sich die Fördersummen um weitere 5 Prozent, wenn die Maßnahmen im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ausgeführt würden.

"Auf diese Weise können Sanierer beispielsweise ihre Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen und erhalten künftig nicht nur 45 Prozent der Investitionskosten, sondern mit dem iSFP-Bonus sogar 50 Prozent. Bei einer Biomasseanlage sind es sogar 55 Prozent, denn in bestimmten Fällen greift der durch die BEG neu eingeführte Innovationsbonus Biomasse in Höhe von fünf Prozent“, erläutert Kerstin Vogt.

Erstmals förderfähig seien heizsparende digitale Lösungen: Das Spektrum reicht dabei von Smart Meter über Mess- und Steuerungs- bis hin zur Regelungstechnik. Bis zu 20 Prozent der Kosten übernimmt der Staat. Außerdem seien die förderfähigen Kosten bei einzelnen Maßnahmen pro Wohneinheit von 50.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht worden.

Das BEG umfasst drei Teilprogramme. Das erste davon, welches sich ein Einzelmaßnahmen in Bestandgebäuden bezieht, gilt bereits seit Januar 2021, die neuen Richtlinien für den Bau und die Sanierung im Rahmen von Komplettsanierungen werden ab Juli 2021 wirksam.

Neue Effizienzhaus-Klassen und Zuschüsse

Die KfW biete finanzielle Hilfe, wenn der energetische Gesamtzustand eines Hauses verbessert werden solle und ein bestimmter Effizienzhaus-Standard angestrebt würde. Neu eingeführt worden sei unter anderem das Effizienzhaus 40, bei dem Sanierer einen Zuschuss von 45 Prozent erhielten.

Darüber hinaus seien zusätzliche Zuschläge für besonders ambitionierte Sanierungen möglich. Dazu seien neue Klassen für Effizienzgebäude entwickelt worden: Gebäude, die mindestens 55 Prozent des erforderlichen Energiebedarfs über erneuerbare Energien deckten, erreichten die Effizienzgebäude EE-Klasse. Daneben gäbe es außerdem die neue Effizienzgebäude NH-Klasse. Diese basiere auf einer vom Bund anerkannten Nachhaltigkeitszertifizierung und gelte ausschließlich für den Neubau. Wer im Neubau beim Effizienzhaus eine EE-Klasse oder eine NH-Klasse erziele, bekommt einen zusätzlichen Zuschuss von 2,5 Prozent. Bei einer Sanierung seien beim Erreichen einer EE-Klasse sogar fünf Prozent möglich.

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