Heizungsmarkt

Umfrage: Öl und Gas sind bei neuen Heizungen die Favoriten

Bei der Anschaffung einer neuen Heizung setzen viele Deutsche auf Öl und Gas, so das Ergebnis einer Umfrage. Nur wenige planen demnach beim Heizen komplett auf erneuerbare Energien umzusteigen und oftmals ist erst ein Defekt der Grund, auf eine effizientere Anlage umzusteigen.

Stromkosten© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Düsseldorf - Trotz der politischen Ziele zum klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050, setzen Immobilieneigentümer bei der Heizungserneuerung auch 2017 weiterhin auf fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Zusätzlich arbeiten viele Heizungen mit einer veralteten Technik, wodurch der Energieverbrauch vergleichsweise hoch ist. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung des Heizungsbauers Kesselheld, für die 20.000 Bundesbürger online befragt wurden.

Heizungen werden im Schnitt 24 Jahre lang genutzt

Das Durchschnittsalter der Heizungsanlagen liegt der Erhebung zufolge bei 24 Jahren. Kessel in diesem Alter entsprechen nicht den aktuellen Standards: Ein in die Jahre gekommener Ölkessel verbraucht laut Aussage des Instituts für Wärme und Öltechnik bis zu 30 Prozent mehr Energie gegenüber einer modernen Ölbrennwertheizung.

Eine neue Heizung wird meist erst angeschafft, wenn die alte Heizungsanlage nicht mehr richtig funktioniert, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Die Entscheidung für eine neue Anlage wird bei 50 Prozent der Befragten in weniger als 3 Monaten getroffen. Lediglich 16 Prozent planen demnach ihre Heizungsmodernisierung mittelfristig in einem Zeitraum von mehr als einem halben Jahr.

Auch bei neuen Heizungen liegen fossile Energien vorne

67 Prozent geben an, bei der neuen Heizung mit Gas heizen zu wollen. 19 Prozent setzen auf eine ölbetriebene Heizungsanlage. Für den Einsatz von erneuerbaren Energien besteht auch im Jahr 2017 immer noch Ausbaupotenzial in deutschen Heizungskellern: So entscheiden sich laut Kesselheld-Report lediglich 11 Prozent für eine Heizung auf Basis von erneuerbaren Energien. Etwas höher fällt hingegen mit 21 Prozent das Interesse an einer solarthermischen Anlage zur Heizungsunterstützung aus.

Riesiges Einsparpotenzial im Wärmemarkt

Allein auf den Wärmemarkt entfallen den Studienautoren zufolge in Deutschland 50 Prozent des Energieverbrauchs. Gerade hier lassen sich mit dem Einsatz von erneuerbaren Energien und effizienten Heizungsanlagen laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent erzielen. Hinzu kämen weitere Ersparnisse durch Verbesserungen der Wärmedämmung. Die beliebteste Sanierungsmaßnahme unter den befragten Nutzern ist mit 80 Prozent die Isolierverglasung. 36 Prozent der Befragten setzen bereits heute sowohl auf eine Isolierverglasung als auch eine Wand- und Dachdämmung.

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