Eigenversorgung

Strom und Wärme erzeugen: Brennstoffzellen-BHWK werden günstiger

Blockheizkraftwerke erzeugen Strom und Wärme, wodurch sich die Energiekosten insgesamt deutlich senken lassen. Experten zufolge erobert dabei derzeit eine verbesserte Technologie mit Brennstoffzelle den Markt und wird auch für Ein- und Zweifamilienhäuser vom Kostenfaktor her interessant.

Ökologisch© Uwe Annas / Fotolia.com

Stuttgart - Brennstoffzellen-Heizgeräte werden für Ein- und Zweifamilienhäuser allmählich interessanter: Die Kosten haben sich in den vergangenen Jahren halbiert, erste Produkte sind mit der Bundesförderung inzwischen nicht viel teurer als konventionelle Heizungen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Das zeige sich auch in der Nachfrage. Nach Branchenangaben werden im Jahr 2017 insgesamt 1.500 neue Brennstoffzellenheizungen installiert. In den Jahren zuvor sei der Zuwachs noch deutlich geringer gewesen.

Wie funktioniert ein BHWK?

Blockheizkraftwerke (BHKW) nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und erzeugen Strom und heizen mit der Abwärme. Die Anlagen gibt es bereits seit Jahrzehnten für Mehrfamilienhäuser. Erst seit kurzem werden sie auch für kleine Wohngebäude eingesetzt, so die Experten von Zukunft Altbau. Dann hießen sie Mikro-BHKW. "Ihr Vorteil ist bei fachgerechter Planung immens, aber meist noch wenig bekannt", sagt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. Derzeitige Anlagen seien so konzipiert, dass sie den Grundbedarf an Strom und Wärme im Haushalt decken. Bei einem höheren Bedarf an Wärme schalte sich ein Gasbrennwertgerät hinzu, in Zeiten mit höherem Stromverbrauch würde elektrische Energie aus dem Netz bezogen. Erzeugt die Heizung mehr Strom als die Bewohner im Haushalt verbrauchen, würde er in das Netz eingespeist.

System mit Verbrennungsmotor wird allmählich abgelöst

Kleine BHKW-Anlagen sind erprobt und erobern langsam mehr Marktanteile, erklärt Zukunft Altbau. Die Technik basiere auf Verbrennungsmotoren, die überwiegend mit Erdgas betrieben würden. Möglicherweise sei das jedoch bereits ein Auslaufmodell: Forschung und Industrie hätten in den vergangenen zehn Jahren die nächste Generation auf der Basis von Brennstoffzellen vorangetrieben. Brennstoffzellen-Heizgeräte haben häufig einen noch höheren Wirkungsgrad, bestätigt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Gegenüber BHKW mit Verbrennungsmotor steige der elektrische Wirkungsgrad von rund 30 auf bis zu 60 Prozent. Gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung sinke der CO2-Ausstoß um bis zu 40 Prozent. Brennstoffzellen-Heizgeräte seien etwa doppelt so groß wie ein Kühlschrank und könnten anstelle des vorhandenen Wärmeerzeugers in einem Haus mit Gasanschluss installiert werden.

Wie teuer sind Brennstoffzellen-Heizgeräte?

Ein Knackpunkt sind Zukunft Altbau zufolge die hohen Preise der Brennstoffzellen-Heizgeräte. Inzwischen gäbe es jedoch die ersten Exemplare für Einfamilienhäuser ab 20.000 Euro - vor fünf Jahren hätten Käufer rund doppelt so viel auf den Tisch legen müssen.

Zu dem Listenpreis kämen noch Kosten für Montage und Wartung sowie für die elektronische Regelung hinzu. Abzüglich der Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW lägen die Gesamtkosten rund 6.000 bis 9.000 Euro über denen von konventionellen Öl- oder Gasbrennwertkesseln. Durch Brennstoffzellen-Heizgeräte fielen jedoch geringere Stromkosten und außerdem ein Zusatzerlös durch den eingespeisten Strom an. Die Mehrkosten sänken daher in diesem Fall bei einer guten Planung innerhalb der 10-Jahres-Garantie auf nur noch wenige tausend Euro. Viele Anlagen seien noch deutlich teurer als im beschriebenen Fall, insgesamt gingen die Kosten aber zurück.

Weiterführende Links
  • Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten der KfW