Rohöl

Ölpreise klettern auf Zweijahreshoch

Die Ölpreise sind zu Beginn der Woche plötzlich nach oben geklettert und zwar auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Preisauftrieb kann den politischen Turbulenzen im Nahen Osten zugeschrieben werden. Unter anderem wurden in Saudi-Arabien Minister und Prinzen der königlichen Familie verhaftet.

Erdölförderung© TebNad / Fotolia.com

Frankfurt/ Singapur - Die Ölpreise sind am Montag aufgrund einer drohenden Eskalation der politischen Lage im Nahen Osten auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren gestiegen. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete zwischenzeitlich bis zu 62,90 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Lieferung stieg bis auf 56,28 Dollar. Damit erreichten die Preise beider Ölsorten den höchsten Stand seit Juli 2015.

Am Mittag notierte die Sorte Brent zuletzt bei 62,59 Dollar und damit noch 52 Cent über dem Wert vom Freitag. US-Öl kostete zuletzt mit 56,03 Dollar 38 Cent mehr als vor dem Wochenende.

Ölpreise stiegen wegen politischer Turbulenzen

Politische Turbulenzen im Nahen Osten sorgten für Auftrieb. Am Wochenende sind in Saudi-Arabien zahlreiche Minister und Prinzen der königlichen Familie festgenommen worden. Hintergrund sind Korruptionsvorwürfe und die Gründung einer neuen Anti-Korruptions-Behörde. Diese wird von Kronprinz Mohammed bin Salman geführt.

Unterdessen stürzte in Saudi-Arabien ein Helikopter mit Regierungsvertretern ab, wobei ein saudischer Prinz ums Leben kam. Hinzu kamen Meldungen, wonach nahe der saudischen Hauptstadt Riad eine Rakete aus dem Jemen abgefangen worden sei. Außerdem trat der von Saudi-Arabien unterstütze Ministerpräsident des Libanon, Saad Hariri, nach nicht einmal einem Jahr im Amt überraschend zurück. Dem instabilen arabischen Land, in dem Saudi-Arabien und Iran um Einfluss ringen, droht damit eine erneute innenpolitische Krise.

Analysten: Preisprognose bleibt aktuell erschwert

Zwar legten Daten zum Ölangebot derzeit einen deutlich niedrigeren Ölpreis nahe, schrieben Analysten der Commerzbank. "Solange die geopolitischen Nachrichten dominieren, ist eine allein auf Fundamentaldaten basierende Preisprognose aber nicht sonderlich sinnvoll."

Quelle: DPA