Gasversorgung

Nach Kältewelle: Gasspeicher sind kräftig geleert

Die Gasspeicher in Deutschland sind im Schnitt nur noch zu 23,8 Prozent gefüllt. Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Insgesamt ist der Gasverbrauch im vergangenen Jahr gestiegen. Mit der inländischen Förderung wird der Bedarf so zu etwa einem Zehntel gedeckt.

Erdgascontainer© Turbowerner / Fotolia.com

Berlin - Die jüngste Kältewelle hat die Erdgasspeicher in Deutschland kräftig geleert. Die Reserve ist zum Ende des Winters auf ungefähr 55 Terawattstunden zusammengeschmolzen und damit so niedrig wie seit fünf Jahren nicht. Die rund 50 deutschen Gasspeicher sind im Schnitt noch zu 23,8 Prozent gefüllt. Das geht aus den aktuellen Speicherdaten der europäischen Gasorganisation GIE hervor. Noch vor einem Monat enthielten die Speicher rund doppelt so viel Gas.

Experte: Gas-Reserve sollte bis zum Winterende reichen

Die Gas-Versorgung der Haushalte ist aber noch nicht in Gefahr. Sollte es dazu kommen, würde Deutschland nach einem EU-einheitlichen Verfahren eine Frühwarnstufe auslösen. Das ist schon in Italien vorsorglich geschehen. In Europa insgesamt sind die Gasspeicher zu 26,2 Prozent gefüllt. Einige Länder liegen deutlich darunter, etwa Frankreich und Belgien mit Ständen um die zehn Prozent.

"Dieser Wintereinbruch konnte durch ausreichende Speicherfüllstände bewältigt werden", sagte Bernd Protze, Chef des Vereins Initiative Erdgasspeicher. Die Reserven sollten zum Winterende gesichert sein. "Solche Kälteperioden können immer wieder auch noch über den Februar hinaus auftreten." Üblicherweise werden die deutschen Gasspeicher von April bis Oktober befüllt und von November bis März geleert.

Gaspreise sind nach einer Preisspitze wieder gesunken

Der Gasmarkt hat sich angesichts steigender Temperaturen bereits entspannt. Nach einer Preisspitze von rund 60 Euro für eine Megawattstunde Gas am 2. März haben sich die Gaspreise an der Terminbörse EEX auf rund 20 Euro je Megawattstunde normalisiert.

Gasverbrauch ist gestiegen – Import ist notwendig

Insgesamt wurden im deutschen Gassystem 2017 laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mehr als fünf Millionen Terajoule Gas erzeugt, importiert, verbraucht und exportiert. Das waren fast 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Gasverbrauch sei um rund fünf Prozent gestiegen und könne nur noch zu einem Zehntel aus der rückläufigen inländischen Förderung abgedeckt werden.

Quelle: DPA