Gasversorgung

Moskau und Kiew schließen Verträge über den Gastransit

Der Gastransit ist für die Ukraine eine wichtige Einnahmequelle. Russland will künftig aber deutlich weniger Gas durch das Nachbarland nach Europa leiten. Kiew und Moskau haben einem Medienbericht zufolge Verträge hierzu ausgehandelt.

Diana Schellhas, 23.12.2019, 09:30 Uhr (Quelle: DPA)
Erdölindustrie© Alexander Tarasov / Fotolia.com

Unter Vermittlung der EU haben sich Russland und die Ukraine auf einen neuen Gastransitvertrag zur Versorgung Europas geeinigt. Der Vertrag gelte für die kommenden fünf Jahre, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Gasmonopolisten Gazprom am Samstag.

Deutlich geringere Gasmengen als bisher

Die Transitmengen fallen demnach deutlich geringer aus als in der Vergangenheit. Die Ukraine hätte gern eine möglichst große Transitmenge gehabt, weil das für das finanzschwache Land mehr Einnahmen aus den Durchleitungsgebühren bedeutet hätte.

Statt der bisher rund 90 Milliarden Kubikmeter im Jahr, sollen 2020 nur 65 Milliarden russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden. Von 2021 bis 2024 seien 40 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr für den Transit geplant.

EU-Kommission und Bundeswirtschaftsminister begleiteten die Verhandlungen

Unter Vermittlung der EU-Kommission und von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatten Kiew und Moskau in Berlin am Donnerstag eine Grundsatzeinigung erzielt. Die Verhandlungen über die Details eines neuen Vertrags gingen aber am Freitag weiter.

Ziel der Ukraine war es auch gewesen, einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag abzuschließen. Der aktuelle läuft Ende dieses Jahres aus. Deshalb drängte die Zeit.

Russland baut weitere Gasleitungen

Russland nutzt unter Umgehung des lange Zeit wichtigsten Transitlandes Ukraine alternative Leitungen wie die Ostseepipeline Nord Stream 1. Nord Stream 2 soll 2020 fertig werden, steht aber aktuell unter Sanktionsdruck der USA.

Am 8. Januar wird Kremlchef Wladimir Putin in der Türkei mit seinem Kollegen Erdogan die neue Leitung Turkish Stream in Betrieb nehmen. Von dort aus soll künftig die Südflanke Europas mit Gas versorgt werden.