Heizkosten

Milde Temperaturen: Ölheizer zahlen trotzdem drauf

Trotz des bisher milden Herbstes müssen Heizöl-Kunden deutlich mehr für ein warmes Zuhause bezahlen als noch im vergangenen Jahr. Das zeigt eine Analyse von Verivox.

EnergieverbrauchIm Jahresvergleich ist Heizöl 2018 rund 44 Prozent teurer.© Digitalpress / Fotolia.com

Heidelberg - Die Heizölpreise sind im Jahresvergleich um 44 Prozent gestiegen. Obwohl es im September und Oktober wärmer als im Vorjahr war, hatte ein Musterhaushalt mit Heizöl in diesem Zeitraum rund 12 Prozent höhere Kosten. Für Gaskunden blieb es zunächst noch günstig – sie bezahlten rund 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das hat eine Analyse des Verbraucherportals Verivox ergeben.

Heizölpreise sind gestiegen

Der sonnige September und der vergleichsweise milde Oktober dieses Jahres haben die Heizperiode nur langsam beginnen lassen. Ein Musterhaushalt benötigte im Herbst 2018 im Vergleich zum Vorjahr 21 Prozent weniger Heizenergie. Für Kunden mit Heizöl wurde es dennoch teurer: Da die Heizölpreise stark gestiegen sind, liegen die Heizkosten trotz des niedrigeren Bedarfs in diesem Herbst um rund 12 Prozent höher als im Vorjahr. Es deutet also einiges darauf hin, dass Kunden mit Heizöl auch ein teurer Winter bevorsteht.

Preisschere zwischen Heizöl und Gas geht weiter auseinander

Da sich die Gaspreise im Jahresvergleich bisher wenig verändert haben, fallen die Heizkosten für Gaskunden im Oktober 2018 niedriger aus als im Vorjahresmonat. Ein Musterhaushalt bezahlt aufgrund der höheren Temperaturen durchschnittlich 22 Prozent weniger. "Seit dem vergangenen Jahr geht die Preisschere zwischen Heizöl und Erdgas wieder deutlich auseinander. Aktuell ist Erdgas ganz klar der billigere Brennstoff", sagt Mathias-Köster Niechziol, Energieexperte bei Verivox.

Ursachen für den Preisanstieg beim Heizöl

Im Laufe des Jahres sind die internationalen Rohölpreise deutlich gestiegen – im Jahresvergleich um über 40 Prozent. Das hat auch die Heizölpreise in Deutschland nach oben getrieben. Im Oktober sind die Rohölpreise zwar wieder deutlich zurückgegangen, doch wegen niedriger Pegelstände auf den deutschen Flüssen ist der Warenverkehr eingeschränkt. Daher sind die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl hoch geblieben.

Im Oktober 2017 lag der bundesdeutsche Durchschnittspreis für 100 Liter Heizöl bei 57,50 Euro. Im Oktober dieses Jahres lag er bei rund 83 Euro, was einem Preisanstieg von 44 Prozent entspricht.

Prognose: Auch Gas wird teurer

"Da die Preise für den Gasimport innerhalb eines Jahres um fast ein Viertel gestiegen sind, gehen wir von steigenden Gaspreisen für die privaten Verbraucher in diesem Winter aus", sagt Mathias Köster-Niechziol. Die Gasversorger müssen deutlich höhere Einkaufspreise bezahlen als noch vor einem Jahr. Der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erhobene Importpreis für Erdgas ist im Jahresvergleich um 22 Prozent angestiegen. Im kurzfristigen Spotmarkthandel ist im Vergleich zum Vorjahr ein Preisanstieg von über 60 Prozent zu verzeichnen.

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Diana Schellhas