Gastarife

Jahresvergleich: Gaspreise sind um vier Prozent gesunken

Die Gaspreise sind im Jahresvergleich gesunken. Allerdings gilt das nicht für jeden Anbieter und Tarif. Beispielsweise sind die Grundversorgungstarife zum Teil sogar noch teurer als im März 2018, berichtet Verivox.

Diana Schellhas, 12.03.2020, 15:00 Uhr
Gasflamme© rsester / Fotolia.com

Die durchschnittlichen Gaspreise für die deutschen Haushalte sind im Jahresvergleich um rund vier Prozent gesunken. Das hat eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergeben. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen wird dieser Trend voraussichtlich weiter anhalten. Ob ein einzelner Haushalt jedoch wirklich weniger bezahlt, hängt vom aktuellen Gastarif ab, erklären die Experten.

Gaspreise sinken im Großhandel – Anbieter bessern Angebote aus

Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bezahlte im März 2019 im bundesdeutschen Durchschnitt rund 1.220 Euro pro Jahr. Im März 2020 sind es durchschnittlich 1.166 Euro, was einem Rückgang von 4,4 Prozent entspricht.

"Diese Entwicklung spiegelt den Trend sinkender Erdgaspreise im Großhandel wider", sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. "Der Grenzübergangspreis für Erdgas ist im Laufe des Jahres 2019 um rund 27 Prozent gefallen. An den Spotmärkten haben sich die Preise zeitweise mehr als halbiert. Viele Gasversorger können ihren Kunden nun bessere Angebote machen.“

Grundversorgungtarife sind teilweise teurer geworden

"Allerdings gestaltet sich die Preisgestaltung in den einzelnen Tarifgruppen sehr unterschiedlich. Die Grundversorgungstarife der örtlichen Versorger sind in den letzten 12 Monaten sogar angestiegen."

Der örtliche Grundversorgungstarif, zu dessen Preisen laut Bundesnetzagentur rund ein Viertel der Haushalte beliefert wird, lag bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh im März 2019 bei 1.426 Euro und ist aktuell auf 1.462 Euro geklettert – ein Anstieg von rund 2,5 Prozent. Der jeweils günstigste Tarif des örtlichen Grundversorgers ist hingegen im gleichen Zeitraum von 1.195 Euro auf 1.183 Euro und damit um rund 1 Prozent gesunken.

Durch einen Wechsel des Gasanbieters lässt sich deutlich mehr sparen. Der günstigste verfügbare Gastarif mit empfehlenswerten Bedingungen liegt aktuell bei durchschnittlich 925 Euro im Jahr.

"Diese Preisunterschiede machen deutlich, dass niedrigere Gaspreise tatsächlich nur bei den Verbrauchern ankommen, die sich aktiv um einen günstigeren Tarif kümmern", sagt Valerian Vogel.

Preistrend: Heizöl und Erdgas günstiger

Die Preise für Heizöl sind in den letzten 12 Monaten um rund 15 Prozent gefallen. "Angesichts der stark gesunkenen Rohölpreise wird dieser Trend zumindest mittelfristig weiter anhalten", sagt Valerian Vogel. "Aktuell dominieren die Corona-Krise und die schwächelnde Weltwirtschaft die Energiemärkte. Weder bei Erdgas noch bei Heizöl sehen wir derzeit Hinweise auf steigende Preise."

Das Preisniveau beim Heizöl ist derzeit beinahe auf einem Drei-Jahres-Tief. Wer nun seinen Tank nachfüllen muss, erwischt nicht den schlechtesten Zeitpunkt.