Corona-Folgen

IEA kürzt Prognose für Rohölnachfrage für 2021 erneut

Die Internationale Energieagentur IEA hat ihre Jahresprognose für das Jahr 2021 erneut senken müssen. Die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie wirken sich im ersten Halbjahr noch stark auf die Rohölnachfrage aus.

11.02.2021, 17:59 Uhr (Quelle: DPA)
Erdölpumpen© Paul Fleet / Fotolia.com

Die Internationale Energieagentur IEA zeigt sich erneut skeptischer für die Rohölnachfrage in diesem Jahr. Die Jahresprognose sei um 200.000 Barrel je Tag reduziert worden, teilte die IEA am Donnerstag in Paris mit. Hauptgrund sind neue Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie, die die Reisetätigkeit und die wirtschaftliche Aktivität begrenzen.

Schwächerer Anstieg der Ölnachfrage als erwartet

Für das laufende Jahr erwartet die IEA eine weltweite Ölnachfrage von 96,4 Millionen Barrel je Tag. Das ist zwar ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr, der aber schwächer ausfallen dürfte als bisher erwartet. "Neue Lockdowns, strenge Mobilitätsbeschränkungen und eine eher langsame Verbreitung von Impfstoffen in Europa haben den erwarteten Aufschwung verzögert", erklärte die Organisation. Die Erholung des Erdölmarkts von dem schweren Corona-Einbruch im Frühjahr 2020 sei "fragil".

Die Angebotsprognose hob die IEA jedoch an, da die jüngste Erholung der Ölpreise neue Investitionen nach sich ziehe. In den vergangenen Monaten sind die Erdölpreise mit der Aussicht auf flächendeckende Corona-Impfungen kräftig gestiegen. Zudem begrenzt der Ölriese Saudi-Arabien das globale Angebot, indem die Förderung deutlich heruntergefahren wurde.

IRA rechnet mit höherem Benzinverbrauch im zweiten Halbjahr

Für das zweite Halbjahr 2021 gibt sich die IEA zuversichtlicher. Mit einem erwarteten höheren Benzinverbrauch dürften die hohen Lagerbestände an Rohöl sinken, prognostiziert die Organisation. Dies dürfte es dem Ölverbund Opec+ erlauben, seine Fördergrenzen wieder zu lockern

Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben und sich von ihren höchsten Ständen seit gut einem Jahr entfernt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 60,84 US-Dollar. Das waren 63 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank in ähnlichem Ausmaß auf 58,14 Dollar.