KFZ-Markt

"Grüne" Autos werden beliebter – Interesse an Prämie weiter schwach

Beim Kauf neuer Autos entscheiden sich die Deutschen zunehmend für alternative Antriebe. Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge liegt der Marktanteil der Fahrzeuge, die mit Strom oder Gas angetrieben werden, mittlerweile bei rund 5,3 Prozent.

ParkplatzDer Anteil an Autos mit alternativem Antrieb hat sich auf 5,3 Prozent vergrößert.© Marc Xavier / Fotolia.com

Berlin/ Eschborn - Die Deutschen kaufen mehr Autos mit alternativen Antrieben. Die meisten Neuwagen fahren aber weiter mit Benzin oder Diesel. Etwa einer von zwanzig Neuwagen ist inzwischen mit Elektro-, Hybrid-, Flüssiggas- oder Erdgasantrieb ausgestattet, wie die Deutsche Energie-Agentur (Dena) am Donnerstag auf Grundlage von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts mitteilte. Der Marktanteil lag von Januar bis März bei 4,7 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 2,8 Prozent gewesen. Im April stieg der Anteil der Alternativen weiter - auf 5,3 Prozent.

Verkauf an Diesel-Autos ist seit Monaten rückläufig

Insgesamt verkauften die Händler im vergangenen Monat 314.055 fabrikneue Autos, wie das Amt mitteilte. Das waren 8 Prozent mehr als im Vorjahr, auch weil der frühe Oster-Termin in diesem Jahr mehr Verkaufstage im April ermöglichte. Knapp 62 Prozent der Neuwagen fahren mit Benzin, gut 33 Prozent mit Diesel. Der Diesel-Anteil ist in Folge des Abgasskandals seit Monaten rückläufig.

Dena: Autobauer sollen mehr PKW mit alternativem Antrieb anbieten

Die Dena rief die Autobauer auf, mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben anzubieten. "Im Vergleich zu den konventionellen Antrieben ist der Fahrzeugbestand zwar noch gering, aber der Markt für alternative Antriebe wächst deutlich stärker", hob Dena-Chef Andreas Kuhlmann hervor. Diesem Trend müssten die Hersteller folgen.

Aktuell können Käufer nach Angaben der Agentur zwischen 150 Modellen von 31 Herstellern wählen. Am beliebtesten seien derzeit noch Hybrid-Antriebe, die nicht an die Steckdose müssen. Die höchsten Zuwächse gebe es aber bei Elektroautos und Plug-In-Hybriden. Die bundeseigene Dena hat den Auftrag, die Energiewende voranzutreiben.

Interesse an Umweltprämie weiterhin verhalten

Indessen gibt es unter den Autofahrern in Deutschland weiterhin nur schwaches Interesse an der staatlichen Prämie zur Verkaufsförderung von Elektro-Autos. Bis Ende April haben Autokäufer in Deutschland insgesamt 60.412 Anträge auf den Zuschuss gestellt, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Mittwoch in Eschborn bei Frankfurt mitteilte. Das waren nur 2.863 Anträge mehr als einen Monat zuvor.

Fördermittel für 300.000 Autos

Die Elektro-Prämie kann seit Anfang Juli 2016 beim Bafa beantragt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai 2016 gekauft wurden. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4.000 Euro, für Hybridautos sind es 3.000 Euro. Finanziert werden die Prämien je zur Hälfte vom Bund und vom jeweiligen Hersteller.

Die bereitgestellten Fördermittel reichen für mehr als 300.000 Fahrzeuge - es wurde also erst grob ein Fünftel abgerufen. Das Programm läuft Ende Juni nächsten Jahres aus. 35.053 Anträge wurden für reine Elektro-Autos und 25.342 für Plug-In-Hybride gestellt, der Rest entfiel auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge.

Quelle: DPA