Krisenszenario

Gas-Knappheit: Katastrophenhilfe übt für den Ernstfall

Gas spielt für die Strom- und Wärmeversorgung in Deutschland eine zentrale Rolle. Um bei einem Engpass schnell und kontrolliert handeln zu können, wird der Ernstfall am 28. und 29. November einmal durchgespielt.

Erdgascontainer© Turbowerner / Fotolia.com

Bonn - Seit Wochen herrscht strenger Winter in Deutschland, die Temperatur sinkt auf minus 25 Grad, langsam wird das Gas knapp - ein solches Szenario probt Ende dieses Monats das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Übung mit 2.500 bis 3.000 Beteiligten in der ganzen Bundesrepublik dient dazu, Bund, Länder und Privatunternehmen auf einen solchen denkbaren Ernstfall vorzubereiten. Mit gestellten "Tagesschau"-Sendungen werden die Teilnehmer in die fiktive Situation eingeführt. Besonders intensiv sind Bayern und Baden-Württemberg in das Training eingebunden.

Test für nationale Großschadenslagen

"Ausgangspunkt ist das Hochwasser 2002 an der Elbe, bei dem wir gesehen haben, dass die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern eben nicht gut funktioniert hat", sagte der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger, der Deutschen Presse-Agentur in Bonn. "Das war die Geburtsstunde des BBK." Alle zwei Jahre gibt es jetzt Übungen zu möglichen "nationalen Großschadenslagen", zum Beispiel flächendeckender Stromausfall, Cyber-Angriff oder Terrorattacke.

Krisenszenario für Gasmangel am 28. Und 29. November

Diesmal geht es um Gasmangel. Hauptübungstage sind der 28. und 29. November. Die zentrale Steuerung agiert von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz aus. Die Teilnehmer der Übung bleiben an ihren normalen Standorten. "Über das Internet sind wir mit den beteiligten Ministerien, Behörden und Unternehmen verbunden", erläuterte Unger. So sei es im echten Katastrophenfall auch.

Im Fall einer Gas-Knappheit würden Energieunternehmen und schließlich der Staat entscheiden, welche Betriebe noch versorgt würden und welche nicht. "Irgendwann käme der Punkt, an dem man die Gasversorgung in ganzen Regionen abschalten müsste. Da stellt sich dann zum Beispiel die Frage: Was mache ich jetzt mit großen Kliniken und Krankenhäusern? Und wie helfe ich der Bevölkerung?"

Der Vize-Präsident der Bundesnetzagentur, Peter Franke, sagte, die Erdgasversorgung in Deutschland sei sicher und zuverlässig. Gleichzeitig sei es sinnvoll, auch für unwahrscheinliche Ernstfälle gut vorbereitet zu sein.

Diana Schellhas / Quelle: DPA