Gasversorgung

EU-Länder sollen sich gegen Gas-Knappheit zusammenschließen

Um die Versorgung mit Gas in Europa besser abzusichern, sollen die Mitgliedsstaaten der EU zusagen, sich im Ernstfall auszuhelfen. Dazu sollen vier Staatengruppen gebildet werden, die jeweils Gefahren und Gegenmaßnahmen ausarbeiten.

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Brüssel - Die Staaten der Europäischen Union wollen sich künftig bei Gas-Lieferengpässen gegenseitig aushelfen, um Energiekrisen wie 2006 oder 2009 zu vermeiden. Darauf haben sich Unterhändler des EU-Parlaments, der Mitgliedsländer und der Brüsseler Kommission geeinigt. "Wir haben wichtige Fortschritte bei der Verbesserung der Energiesicherheit gemacht", erklärte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Donnerstag.

Gas-Knappheit wegen dem Streit zwischen der Ukraine und Russland

Wegen politischen Streits zwischen Russland und der Ukraine drohte in der Vergangenheit immer wieder auch in der EU das Gas knapp zu werden. Sie versuchte 2010, mit koordinierten Plänen Vorkehrungen zu treffen, dass die Versorgung nicht unterbrochen wird und die Bürger nicht schlimmstenfalls ohne Strom im Kalten sitzen. Ein Stresstest ergab jedoch nach Angaben der Kommission, dass viele EU-Länder immer noch anfällig sind.

Nachbarn sollen sich ihre Hilfe zusichern

Deshalb soll jetzt nachgesteuert werden. Neu sei vor allem, dass EU-Staaten zusagen, bei einer ernsten Versorgungskrise ihren Nachbarn zu helfen. Dazu sollen vier Regionalgruppen von EU-Staaten gebildet werden, die eng zusammenarbeiten, zusammen Risiken für die Versorgung analysieren und Gegenmaßnahmen planen. Versorger werden verpflichtet, über langfristige Verträge zu informieren, falls diese für die Versorgungssicherheit relevant sind.

Erdgas wird zu 65 Prozent importiert

Die EU deckt rund ein Viertel ihres Energieverbrauchs mit Erdgas. 65 Prozent davon muss sie importieren. Hauptlieferländer sind Russland, Norwegen und Algerien. Der Kompromiss muss vom Rat der Mitgliedsländer und dem Europaparlament noch formal bestätigt werden.

Quelle: DPA