Konflikt

Erdgasstreit vor Zypern: Türkei setzt sich durch

Zwei Wochen lang hatten türkische Kriegsschiffe vor Zypern ein Bohrschiff des Energiekonzerns ENI daran gehindert, nach Erdgas zu forschen. Letztendlich hat sich Ankara durchgesetzt: Das Schiff ist dem zyprischen Staatsradio zufolge nach Westen abgedreht.

Zypern© Alexander Lebedev / Fotolia.com

Nikosia/ Athen - Im Streit zwischen der Türkei und Zypern um geplante Erdgasforschungen im Südosten der Mittelmeerinsel hat sich Ankara durchgesetzt: Das vom italienischen Energiekonzern ENI gecharterte Bohrschiff "Saipem 12 000" hat am Freitagmorgen seine Position in der Nähe eines Forschungsgebietes im Südosten der Hafenstadt Larnaka in Richtung Westen verlassen. Dies berichtete das zyprische Staatsradio (RIK). Ankara hatte mit Kriegsschiffen in den vergangenen zwei Wochen dieses Forschungsschiff daran gehindert, Bohrungen auf der Suche nach Erdgas zu starten.

Ankara sieht Rechte türkischer Zyprer missachtet

Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprer würden deren Rechte missachtet. Die türkische Marine werde künftig neue solche Forschungen verbieten.

Nikosia will nun nach Aussagen des zyprischen Außenministers Ioannis Kasoulides die weitere Annäherung der Türkei an die EU blockieren. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades will am Freitag beim EU-Gipfel die anderen Regierungschefs über die Lage informieren.

Die kleine Inselrepublik ist nach einem griechischen Putsch und dem Einmarsch des türkischen Militärs seit 1974 geteilt. Unter dem Meeresboden südlich der Insel werden reiche Erdgasvorkommen vermutet.

Quelle: DPA