Mobilitätswende

Bitkom: Deutlich mehr Ladestationen für E-Autos in Großstädten

Mehr Ladestationen für E-Autos und mehr alternative Antriebe im öffentlichen Nahverkehr machen Deutschlands Großstädte klimafreundlicher. Der Digitalverband Bitkom hat den Einsatz digitaler Technologien überprüft und Ergebnisse zur Mobilitätswende veröffentlicht.

Diana Schellhas, 17.02.2021, 16:57 Uhr
elektrotankstelleFast 5.000 Ladestationen für E-Autos gibt es laut der Studie der Bitkom in den großen Städten Deutschlands.© Petair/ Fotolia.com

In den deutschen Städten wird in die Mobilität der Zukunft investiert. Die Anzahl der Ladestationen für E-Autos ist in den Großstädten 2020 um 62 Prozent auf 4.955 gestiegen. Im Vorjahr waren es erst 3.066. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Digitalverbands Bitkom.

Busverkehr in zwei Städten fast klimaneutral

Intelligent vernetzte Mobilität und innovative Antriebskonzepte stehen in vielen Großstädten auf der Agenda, berichtet der Verband. Bereits jeder achte Bus (12 Prozent) fahre mit alternativen Antrieben wie Strom oder Bioerdgas. Während in einigen Städten weiter ausschließlich Dieselbusse unterwegs seien, sei der Busverkehr in Oldenburg und Augsburg bereits nahezu vollständig klimaneutral. E-Autos blieben aber vorerst die Ausnahme. Lediglich 0,4 Prozent des Fahrzeugbestands in Großstädten würde mit Strom betrieben.

"Innovative Städte gehen bei der Mobilitätswende mit gutem Beispiel voran und bringen intelligente, vernetzte und nachhaltige Verkehrskonzepte auf Straßen und Schienen. Staus, Lärm und Umweltbelastungen gehören zu den größten Ärgernissen im urbanen Alltag und können durch den effektiven Einsatz digitaler Technologien erheblich verringert werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Weitere Ergebnisse des Smart-City-Index

Für den Smart-City-Index wurden als 11.000 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Analysiert und bewertet wurden alle 81 Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern in den fünf Themenbereichen Verwaltung, IT- und Telekommunikations-Infrastruktur, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft. Weitere Ergebnisse im Überblick:

  • Energie und Umwelt: Jede zweite Großstadt (49 Prozent) testet intelligente Straßenbeleuchtung, die mit Umwelt- oder Verkehrssensoren, WLAN, Lademöglichkeiten für E-Autos oder adaptiver Beleuchtung ausgestattet ist. 2019 waren es 33 Prozent. .
  • Mobilität: Jede zweite Großstadt (47 Prozent) testet intelligente Ampeln, um schnell auf Veränderungen des Verkehrsaufkommens zu reagieren, etwa durch Sensoren oder Kameras. 2019 waren es 22 Prozent. .
  • Gesellschaft: Sechs von zehn Großstädten (57 Prozent) haben eine Open-Data-Plattform. 2019 waren es 43 Prozent. Kostenlose Geodaten stellen 86 Prozent bereit, 11 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. .
  • Verwaltung: In jeder zweiten Großstadt-Behörde (49 Prozent) können Termine online gebucht werden. 2019 waren es 46 Prozent. Am häufigsten bieten Kfz-Zulassungsbehörden (85 Prozent) und Bürgerämter (84 Prozent) Online-Terminvergaben an. Untersucht wurden Bürgerämter, Standesämter, Kfz-Zulassungsstellen, Gewerbeämter und Ausländerbehörden der 81 Großstädte. .
  • IT und Kommunikation: Nahezu alle Großstadt-Haushalte (97 Prozent) haben Zugang zu einem Internetanschluss mit mindestens 50 Mbit/s, das sind 2 Prozentpunkte mehr als 2019.