Forschung

Bisher keine Fracking-Erprobungsmaßnahmen in Deutschland

Unkonventionelles Fracking ist nach einem Beschluss der Bundesregierung zumindest so lange verboten, bis Forschungen neue Erkenntnisse liefern. In Deutschland wurde bisher aber nach Aussagen des Bundesforschungsministerium kein einziger Antrag für einen Feldversuch gestellt.

Diana Schellhas, 13.04.2020, 17:26 Uhr (Quelle: DPA)
Schiefergas© Oliver Boehmer/ fotolia.com

Knapp vier Jahre nach dem Kompromiss zum Fracking-Verbot in Deutschland bleibt die Möglichkeit für vier Feldversuche zu Forschungszwecken noch ungenutzt. Es gebe in Deutschland keine laufenden Erprobungsmaßnahmen, teilte das Bundesforschungsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach Kenntnis des Ministeriums lägen auch keine Anträge zur Genehmigung vor. Zuständig für die Genehmigung sind die Bundesländer.

Umweltschützer warnen vor Fracking-Auswirkungen

Beim sogenannten unkonventionellen Fracking wird mit Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst und das Gestein großflächig aufgebrochen, um Gas oder Öl zu fördern.

Umweltschützer lehnen die Methode strikt ab. Sie befürchten etwa, dass Wasser verschmutzt wird, es zu Erdbeben kommt oder das Treibhausgas Methan unkontrolliert austritt.

Fracking-Verbot soll 2020 erneut geprüft werden

Nach langem Streit hatte die damalige große Koalition 2016 beschlossen, dass die Methode in Deutschland tabu bleibt, zu wissenschaftlichen Zwecken aber vier Probebohrungen möglich sind, wenn die betroffenen Bundesländer dem zustimmen. Darin sahen Kritiker eine Hintertür, um diese Fracking-Art doch noch zuzulassen. 2021 soll der Bundestag auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse das Verbot erneut prüfen.

Die Expertenkommission Fracking hat die Aufgabe, den Bundestag dabei wissenschaftlich zu beraten. Bis Sommer 2021 werde man Studien beauftragen, um den Stand von Wissenschaft und Technik anderer Länder zu dokumentieren und zusammenfassen zu können, teilte die Kommission auf Anfrage mit. "Zwar können nicht alle geologischen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf Deutschland übertragen werden, dennoch kann die Zusammenfassung den Kenntnisstand auch für Deutschland sinnvoll ergänzen."

Eigene Erkenntnisse aus Deutschland wird es - Stand jetzt - nicht geben. "Spekulationen, warum bislang keine Anträge der Industrie eingegangen sind, stellen wir als Expertenkommission nicht an", teilte das sechsköpfige Gremium mit.