Klimabilanz

Analyse: Plug-in-Hybride und Benziner sind am klimaschädlichsten

Benziner gehören zu den umweltschädlichsten Autos. Das gilt aber auch für Plug-in-Hybride, so das Ergebnis einer Studie der Forschungsgesellschaft Joanneum Research. In dem Test schneiden auch reine E-Autos nicht so gut ab.

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München - Elektro-Autos gelten als umwelt- und klimaschonender als herkömmliche Antriebsarten wie etwa Benziner oder Diesel-Fahrzeuge. Allerdings können die E-Autos bei Nutzung des deutschen Strommix ihre Klimavorteile gegenüber herkömmlichen Antrieben erst nach mehreren Betriebsjahren und hohen Fahrleistungen ausspielen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Analyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research, aus der der ADAC bereits im August eine Vorabauswertung veröffentlicht hat.

Studie: E-Autos scheiden wegen schmutzigem Strom schlecht ab

Der Grund für das Abschneiden der Elektro-Fahrzeuge sind der immer noch relativ schmutzige Strom in Deutschland mit einem hohen Kohleanteil sowie die Antriebsbatterie. Deren Produktion ist aufwändig und treibhausgas-intensiv, was sich wie ein schwerer "Klima-Rucksack" in der Bilanz niederschlägt. Erst mit einem immer höheren Anteil an regenerativem Strom können die E-Autos ihre Klimabilanz gegenüber herkömmlichen Antrieben deutlich verbessern.

Plug-in-Hybride und Benziner sind die Verlierer im Test

In der Analyse von Joanneum Research werden alle relevanten Energieaufwendungen und Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs berücksichtigt, erklärt der ADAC. Dabei schneide der Plug-in-Hybrid gemeinsam mit dem Benziner-Pkw am schlechtesten von allen gängigen Antriebsarten ab. Sein Problem sei vor allem die zusätzliche Batterie, die sich negativ auf die CO2-Bilanz auswirke. Auch das reine Elektro-Auto könnte seinen Klimavorteil erst spät ausspielen: Im Vergleich zum Benziner nach 127.500 km oder 8,5 Betriebsjahren, im Vergleich zum Diesel nach 219.000 km oder 14,6 Betriebsjahren.

Welche Autos weisen die beste Klimabilanz auf?

Die beste Treibhausgas-Bilanz der konventionellen Antriebe weist der Studie zufolge unter heutigen Bedingungen das Erdgasauto mit 15 Prozent Biomethan auf, besser noch als der Elektro-Pkw bei Nutzung des deutschen Strommix.

Beim Einsatz regenerativer Energiequellen zeige das Elektroauto die beste Treibhausgasbilanz, dicht gefolgt vom Brennstoffzellenfahrzeug. Aktuell würde Wasserstoff aber noch unter hohem Energieaufwand aus Erdgas hergestellt und sei deshalb noch keine Alternative. Zukunftsmusik seien auch synthetische Kraftstoffe, die aus elektrischer Energie und CO2 hergestellt und mit relativ geringem Aufwand in modifizierte Verbrennungsmotoren eingesetzt werden könnten. Allerdings verschlänge die Herstellung dieser E-Fuels viel zu viel Energie.

Die Untersuchung erfolgte auf Basis eines generischen Fahrzeugmodells, der so genannten "Golfklasse". Als jährliche Fahrleistung wurden 15.000 Kilometer, als Lebensdauer 15 Jahre angenommen.

Diana Schellhas