Vertrag 24 Monate Preis 12 Monate

Dieses Thema im Forum "Tarif- und/oder Anbieterwechsel" wurde erstellt von Thatstom, 2. November 2016.

  1. Thatstom

    Thatstom Starter

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    Hallo Zusammen,
    ich habe da mal eine Frage.

    Leider habe ich es versäumt wegen einer Preiserhöhung rechtzeitig zu kündigen. Bei Nachfrage hat man mir als "Bestandskunde" entgegen kommen wollen Augenzwinkern und mir ein Angebot gemacht.

    Bislang hatte ich bei Grünwelt eine 12 Monatige Laufzeit inkl. Preisgarantie. Durch die Erhöhung und versäumte Sonderkündigung habe ich nunmehr ca.150¬ zu erwartene Mehrkosten.

    Das Angebot (welches die gleichen alten günstigen Tarife hat) beinhaltet folgendes:

    Vertragslaufzeit ab Tarifwechsel: 24 Monate
    Kündigungsfrist: 3 Monate zum Laufzeitende
    Preisgarantie ab Tarifwechsel: 12 Monate (ausgenommen Steuern, Abgaben sowie hoheitlich veranlasste Belastungen)

    Sollte man auf das Angebot eingehen?

    Ich hab die Befürchtung, dass ich wegen der 24 Monate eine nach der Preisgarantie möglichen Erhöhung im 2. JAHR diese schlucken muss. Oder hätte ich da ein Sonderkündigungsrecht?

    Wäre dankbar für jeden Hinweis

    Mehr zum Thema Strom-Magazin - Meinungsforum - Neues Thema erstellen auf www.strom-magazin.de
     
  2. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Hallo Thatstom,
    Grünwelt Energie ist eine Vertriebsmarke der Stromio GmbH (Strom) bzw. der Gas.de GmbH (Gas) und gehört zu den sogen. "Billiganbietern", zu denen ich NIE wechseln würde, weil vielfältige Probleme zu erwarten sind - siehe die seit Jahren im Netz zu findenden diversen Verbraucherbeschwerden.

    Daher zu Ihrer 1. Frage meine Antwort zunächst mal: N E I N !

    Vorab sollte allerdings geprüft werden, ob die von Ihnen angesprochene Preiserhöhung überhaupt wirksam ist und bezahlt werden muss. Dazu stellen sich folgende Fragen:

    1. Seit wann/in welchem Vertragsjahr besteht der derzeitige Vertrag mit welchem Grund- und Arbeitspreis (mit oder ohne Bonus im 1. Vertragsjahr?), mit Garantie für welche Preisbestandteile, mit welcher Kündigungsfrist ?

    2. Ab wann soll welche Preiserhöhung wirksam werden und wann wurde diese wie mitgeteilt (per Briefpost, per Email oder nur im Kundenportal, womöglich "versteckt" in einer mehrseitigen allgemeinen Info) ?

    Zu Ihrer 2. Frage: Bei Preisänderungen hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht (siehe § 41 Abs. 3 EnWG). Stromio und Gas.de waren (sind?) der Meinung, dass das bei "Weitereichung" von sogen. "hoheitlichen Belastungen" nicht der Fall sein soll. Gerichte sind jedoch anderer Auffassung (siehe Urteile OLG Düsseldorf vom 05.07.2016, Az I-20 U 11/16 und LG Düsseldorf vom 22.10.2015, Az 14d O 4/15).
     
  3. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Ein brauchbares seit Jahren bewährtes Wechselkonzept (jährlich mit Bonusmitnahme wechseln) und konkrete Versorgerempfehlungen (Anbieter mit zu erwartenden Problemen sind aussortiert) findet man auf den Seiten des gemeinnützigen e.V. www.bezahlbare-energie.de !
     
  4. Becky Beck

    Becky Beck Starter

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    Hallo Thatstom!

    Ich habe im Moment genau das gleiche Problem und mir wurde nach einem schriftlichen Widerspruch jetzt per E-Mail exakt das gleiche Angebot unterbreitet!

    Auch ich frage mich, ob hier das Problem der eklatanten Strompreiserhöhung (in meinem Fall 27%!)einfach nur um ein Jahr verschoben werden soll, ich also pünktlich zum Ablauf der Preisgarantie das gleiche Theater wieder habe oder ob ich dann vom Sonderkündigungsrecht gebrauch machen kann? Denn das sie nach Ablauf der Preisgarantie wieder massiv erhöhen werden, ist ja ganz klar zu erwarten!

    Insofern würde es mich sehr interessieren, wie Sie weiter vorgegangen sind bzw. wie Sie das Problem gelöst haben?

    Mit freundlichen Grüßen
    Becky Beck
     
  5. early

    early Starter

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    Ich rate dringend davon ab auf das Angebot einzugehen. Wie die Vorredner teilweise schon geschrieben haben wird Stromio bzw. Grünstrom jede Chance nutzen um weiter abzuzocken. Ich rate Dir eher das Jahr auszusitzen und in diesem Jahr sovielen Freunden und Bekannten wie möglich von Deinem Fall zu berichten. Nur so kann man diesen Abzockern einhalt gebieten.
     
  6. Becky Beck

    Becky Beck Starter

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    Danke für die Antwort! Nee, aussitzen werde ich das Jahr auf keinen Fall. Mein Abschlag hätte nach dem letzen Jahresverbrauch um 5,-€ gesenkt werden müssen und wurde statt dessen um 17,-€ (!) erhöht!

    Die Preisankündigung war definitiv an allen Regeln vorbeigemogelt, was ja eine gängige Praxis von denen zu sein scheint. Auch Verbraucherzentralen raten, sich zu wehren und Oberlandesgerichte beschäftigen sich damit, nur sind deren Urteile wohl noch nicht rechtskräftig, worauf sich dann Stromio wieder beruft.

    Leider war mir das vorher alles gar nicht so bewusst, denn das erste Jahr lief ja super. Na ja, so lernt man dazu.

    In meinem Widerspruchsschreiben hatte ich um eine rechtsmittel- und prüffähige Aufschlüsselung ihrer Kalkulationsgrundlagen im Bezug auf die nicht nachvollziehbare Preiserhöhung, auch im Hinblick auf die unterschiedliche Handhabung bei Neu- und Bestandskunden, gebeten oder halt um Umstellung auf den im Internet Angebotenen identischen Tarif und dann halt jetzt per E-Mail dieses Angebot erhalten. Auf die anderen Punkte wurde gar nicht eingegangen.

    Das die nach Ablauf der Preisgarantie wieder eklatant erhöhen werden ist mir völlig klar, die Frage ist halt nur, ob ich dann durch ein Sonderkündigungsrecht aus dem ganzen Schlamassel rauskomme und bis dahin dann halt den Preis wie bisher zahle oder ob ich mir die Energie jetzt gebe und ein richtiges Fass aufmache!
    ;)
     
  7. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Becky Beck,
    die VZen und viele Verbraucher befassen sich m.E. manchmal zu sehr mit der Art einer Preiserhöhungsmitteilung und deren Rechtmäßigkeit, denn bzgl. eklatanter Preiserhöhungen -wie z.B. 27 % in Ihrem Fall- gibt es längst höchstrichterliche Entscheidungen:

    Nach ständiger BGH-Rechtsprechung sind Preiserhöhungen nur zulässig, soweit damit unvermeidbare(!) Kostensteigerungen (die Darlegungs- und Beweislast hat der Versorger) ohne Erzielung eines zusätzlichen Gewinns(!) an die Kunden weitergegeben werden.

    Die Kosten werden auch bei Stromio/Grünwelt innerhalb eines Lieferjahren NICHT um 27 % gestiegen sein. Folglich ist die vorgesehene Preiserhöhung unwirksam und vom Kunden NICHT zu bezahlen!

    Ich würde kein "Fass aufmachen", sondern einfach der Preiserhöhung mit o.g. Hinweis auf BGH-Entscheidungen widersprechen sowie die Weiterbezahlung des alten Preises und die Kürzung des mtl. Abschlags (ggf. SEPA-Mandat widerrufen und per Dauerauftrag überweisen) um 5,-€ ankündigen (sofern es sich nicht um einen immer im vollen Umfang zu bezahlenden Paket-Tarif handelt).

    Wenn Stromio weiterhin Ärger macht, nötigenfalls die für Verbraucher kostenfreie www.schlichtungsstelle-energie.de einschalten - siehe auch §§ 111a und b Energiewirtschaftsgesetz/EnWG www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005 !

    Und künftig die seit Jahren immer wieder auffällig werdenden "Billig-Discounter" und die deren Praktiken kopierenden "Newcomer" besser von vornherein meiden (allein -vermeintlich- billig ist selten auch gut! :( ) - siehe oben verlinkte Website von 'Bezahlbare Energie e.V.'.
     
  8. Lukas0407

    Lukas0407 Starter

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    Ich habe leider das gleiche Problem... Wie ist das Ganze bei euch ausgegangen?
    Was mache ich eurer Meinung nach am Besten?
     
  9. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Lukas0407,
    wie die Rechtslage ist und welche Möglichkeiten bestehen, hab ich bereits in meinen vorstehenden Beiträgen aufgezeigt.

    Für Tipps muss jeder Einzelfall individuell durchleuchtet werden.
    Frage: Was für ein Problem haben Sie mit welchem Versorger ?
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!