Mitteilungpflicht Grundversorger

Dieses Thema im Forum "Tarif- und/oder Anbieterwechsel" wurde erstellt von bertone, 23. April 2010.

  1. bertone

    bertone Starter

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    Moin Moin,

    ich habe jetzt eine Abschlußrechnung von meinem Grundversorger erhalten, ohne gewusst zu haben, in dessen Grundversorgung zu sein. Telefonisch wurde mir bestätigt, das es versäumt wurde, mich darüber schriftlich (per Begrüssungschreiben) zu informieren ("Das tut uns Leid" 8o ). Hätten Sie mich darüber informiert, hätte ich den Wechsel zu einem anderen Stromanbieter früher vollziehen können.

    Muss ich jetzt den "teuren" Strom bezahlen?

    Danke & Gruss
    Lars
     
  2. Mr. Strom

    Mr. Strom Gelegenheits-User

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    Hi Lars,

    muss schon ein wenig schmunzeln, denke mal so wie ich das hier lese bist du in eine Wohnung eingezogen und hast einfach mal Strom verbraucht ohne dich darum zu kümmern? Naja und dann wirst du automatisch von deinem örtlichen Anbieter mit dem Grundversorgungstarif versorgt. Ich kenne Leute die fast 1 Jahr Strom verbraucht haben ohne zu zahlen und dann kam das dicke Ende, sprich die Rechnung. Ich denke du wirst wohl für den von dir verbrauchten Strom bezahlen müssen, du kannst ihn ja schlecht zurückgeben ;-)
    Inwieweit der Grundversorger verpflichtet ist sich schriftlich bei einem Neueinzug zu melden weiß ich nicht, schau doch mal bei der Bundesnetzagentur nach obs gesetzliche Vorschriften gibt.

    Nimm es als Erfahrung und denke bei deinem nächsten Umzug daran, dich gleich um einen günstigen Anbieter zu kümmern. Manche Anbieter machen bei einem Neueinzug sogar bis zu 6 Wochen rückwirkend eine Belieferung möglich.

    Grüße Mr. Strom
     
  3. Mix

    Mix Power-User

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    MoinMoin,

    nachdem DU die Rechnung bekommen hast und der Grundversorger Deinen Namen offensichtlich gekannt hat gehe ich davon aus, dass Du sehr wohl für diese Verbrauchsstelle gemeldet warst. Wenn Du das nicht selbst gemacht hast, könnte das der Vormieter oder der Vermieter erledigt haben.

    Deshalb denke ich denke durchaus, dass es hier Spielraum für Preisverhandlungen geben sollte. Ich darf dazu anfangs mal aus der Grundversorgungsverordnung (GVV) zitieren:

    § 2
    Vertragsschluss
    (1) Der Grundversorgungsvertrag soll in Textform abgeschlossen werden. Ist er auf andere Weise zustande gekommen, so hat der Grundversorger den Vertragsschluss dem Kunden unverzüglich in Textform zu bestätigen.

    (2) Kommt der Grundversorgungsvertrag dadurch zustande, dass Elektrizität aus dem Elektrizitätsversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung entnommen wird, über das der Grundversorger die Grundversorgung durchführt, so ist der Kunde verpflichtet, dem Grundversorger die Entnahme von Elektrizität unverzüglich in Textform mitzuteilen. Die Mitteilungspflicht gilt auch, wenn die Belieferung des Kunden durch ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen endet und der
    Kunde kein anschließendes Lieferverhältnis mit einem anderen Elektrizitätsversorgungsunternehmen begründet hat.


    Der Grundversorger hat hier also in mehrfacher Hinsicht schlampig gehandelt:

    Zunächst hat er Dir das nach GVV verbindlich notwendige Vertragsbestätigungsschreiben mit Deinen Vertragsdaten und dem Grundversorgungstarif nicht zugeschickt. UND er hat das auch noch zugegeben :D

    Was mich noch stutzig macht ist, dass Du für die nicht geleisteten Abschlagszahlungen keine Mahnungen erhalten hast. Entweder warst Du bis zur Abrechnung noch nicht lange genug in der Verbrauchsstelle eingezogen oder der GV ist auch hier nicht sorgfältig vorgegangen.

    Die Grundversorger haben in aller Regel auch noch günstigere Verträge im Portfolio. Ich würde mit den Herrschaften mal verhandeln, ob sie Dir nicht die günstigeren Preise ab Vertragsbeginn anbieten wollen.

    Sollten sie das ablehnen kannst Du ja mal nachfragen, wie sie denn das Vertragsverhältnis vor Gericht begründen wollen, wenn der §2(1) GVV nicht erfüllt wurde.

    Falls DU DEINEN Pflichten nicht vollständig nachgekommen bist, ist eine komplette Zahlungsverweigerung vermutlich nicht durchsetzbar. Aber wie gesagt - beim Preis sollte Dir der GV wegen seines Fehlers durchaus entgegen kommen. Ich glaube, da hast Du gute Chancen.

    So long
     
  4. bertone

    bertone Starter

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    Moin Moin,

    vielen Dank für Eure Antworten. Ich muß mich dafür entschuldigen, das meine geschilderte "Kurzform" mißverständlich ist. Dazu kommt auch, das der "finanzielle Schaden" eher gering ist und ich mich über die Vorgehensweise ärgere.
    Ich schildere der Fall nochmal ausführlich:

    Ich habe vor ca 3 Jahren vom Grundversorger zum Anbieter A gewechselt. Nachdem der Anbieter mir zu teuer wurde, habe ich zum 31.12.09 den Anbieter wechseln wollen. Dazu habe ich fristgerecht mir einen neuen Anbieter B gesucht und den Wechsel beauftragt. Kurz nach dem Wechseltermin mußte ich feststellen, das der Wechsel durch einen Softwarefehler des Anbieter A nicht geklappt hat. Der Wechselprozeß wurde darufhin beendet und ich wurde nicht informiert. Erst auf Nachfrage bei A und B wurde mir dies bestätigt. Daruf hin habe ich mich mit dem Anbieter A geeinigt, den Wechselprozeß zum 1.3.2010 neu anzustossen. Mir wurde dazu die Strompreisdifferenz von A zu B erstattet. Zeitgleich habe ich meinen Grundversorger angerufen und dort nachgefragt, wer mein aktueller Stromversorger ist. Mir wurde Anbieter A als Versorger mitgeteilt. Ok also alles wie besprochen laufen lassen. Der Wechsel ist zum 1.März reibungslos über die Bühne gegangen. Jetzt erhalte ich vom Grunderversorger die Abschlussrechnung und vom Abieter A eine Stornorechnung. 8o
    Eine Nachfrage bei Anbieter A ergab dann, das nach unserer Absprache der Grundversorger an den Anbieter heraungetreten ist und mich sozusagen eingefordert hat, das ich ja gekündigt hatte.....Dies wurde mir aber weder vom Anbieter A noch vom Grundversorger mitgeteilt. Erst durch die Abschlußrechnung wurde ich darüber informiert. Hätte ich diese Informationen früher bekommen (Begrüssungschreiben), hätte ich schon zu 1.Februar zum Anbieter wechseln können. So war ich im Irrglauben. Ich erwarte jetzt aufgrund dieser Versäumnisse, das ich für den Strom vom Grundversorger den gleichen Tarif bezahle wie von Anbieter B. Es handelt sich wie gesagt um Peanuts, ich fühle mich aber vom Grundversorger betrogen bzw. zwangsversorgt und wehre mich dagegen.

    Ich hoffe es ist jetzt klarer

    Schönen Wochenstart
    Lars
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!