stromsperre

Dieses Thema im Forum "Sonstige Themen" wurde erstellt von emma127, 6. Dezember 2005.

  1. emma127

    emma127 Starter

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    hallo, ich brauche mal eine information.
    ich habe eine stromnachzahlung von 350 euro bekommen. da ich schülerin bin konnte ich das geld nicht sofort komplett bezahlen. also vereinbarte ich einen ratenvertrag. letzten monat habe ich jedoch vergessen die letzte rate zu bezahlen. gestern dann(19 tage später)wurde mir ohne vorankündigung der strom abgestellt.dafür musste ich 102 euro sperrkosten und 38 euro inkassogebühr zusätzlich zu meiner rate in höhe von 104 euro zahlen. sonst wäre der strom nicht wieder angestellt worden.
    ist das rechtens? können die einfach 140 euro zusätzlich von mir verlangen ohne mich vorher zu informieren?
     
  2. Gridpem

    Gridpem Routinier

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    hallo emma,

    nehme alle Unterlagen die du dazu hast und wende Dich an die nächste Verbraucherzentrale. Da erfähst Du, ob das alles rechtens war.
     
  3. emma127

    emma127 Starter

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    dankeschön, habe schon mit der verbraucherzentrale gesprochen, werde auch nächste woche hingehen. Dachte nur, dass mir jemand schon eine auskunft geben kann. denn dort kostet es ja auch 10 euro. aber trotzdem vielen dank.
     
  4. Mix

    Mix Power-User

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    Moin emma 127,

    was steht denn in Deiner Ratenzahlungsvereinbarung für den Fall, dass eine Rate nicht zur Fälligkeit beglichen wird?

    Die Sperr- und Inkassokosten sind im Übrigen nicht außergewöhnlich hoch.

    So long
     
  5. AY4

    AY4 Kenner

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    Soweit ich die Bestimmungen der Ratenzahlungsvereinbarung kenne, sind diese bei Auslassung einer Rate sofort und Gesamt fällig. Die Ratenzahlung wird i.d.R. angeboten, wenn bei Zahlungsschwierigkeiten die Sperrung droht. Schau mal in deinem Schriftwechsel, ob die Sperrung schon mal angekündigt wurde, oder ob dein Versorger die Sperrandrohung gleich "in einem Abwasch" mit der Mahnung verbunden hat.
    Bis dann
    AY4
     
  6. emma127

    emma127 Starter

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    hallöchen, im ratenvertrag stand nur, dass sie bei auslassen der raten den strom sperren. allerdings stand nichts von hohen gebühren darin. wenn ich gewusst hätte was bei ausfall der raten für kosten auf mich zukommen, dann hätte ich bestimmt nicht vergessen zu zahlen. die verbraucherzentrale überprüft gerade den fall.
     
  7. Mix

    Mix Power-User

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    MoinMoin emma 127,

    Inkassogebühren, Sperr- und Wiederöffnungskosten werden i.d.R. pauschaliert und sind veröffentlichte Gebührensätze. Normalerweise werden Sie bei der Sperrandrohung mit aufgeführt. Bestimmt sind sie jedoch von Deinem Versorger veröffentlicht.

    Du kannst sogar von Glück reden, dass Du keine Sicherheitsleistung hinterlegen mußtest. Da wären dann nochmal etwa 200 EUR fällig gewesen.

    Aber mal ehrlich:

    Bei einer solchen Ratenzahlungsvereinbarung vergißt man nicht einfach die letzte Rate. Die Folgen wurden Dir ja angekündigt.
    Das bedeutet doch, Du hast es darauf ankommen lassen.



    Und so blauäugig kann man doch gar nicht sein, um zu glauben, dass das EVU kommt, sperrt, zur Wiederöffnung erneut kommt und das ganze dann auch noch für lau.

    So long.
     
  8. StromMonster

    StromMonster Fachmann

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    Wenn es doch aber die letzte Rate war. Wenn vorher alle Raten bezahlt wurden, sind die Zählerfritzen ganz schön schnell. Man soll nicht gleich alle Kunden in einen Topf werfen. Auch wenn der Stärkere im Recht ist, kann er doch mal Nachsehen mit dem Schwächeren haben, von dem er übrigens lebt. Und bisher nicht schlecht. Weniger ist da manchmal mehr, vor allem wo es doch jetzt so einen feinen Kummerkasten gibt (Regul.....)!
    CU
     
  9. emma127

    emma127 Starter

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    ich wollte mit der aussage lediglich deutlich machen, dass ich nicht über zusätzliche kosten aufgeklärt wurde. wenn mir das jemand gesagt hätte, dann wäre die letzte rate in meinem hinterkopf geblieben. denn so eine drohung ist ja ein echter erinnerungsansporn. und jemand der nur 250 € zum leben hat der lässt es nicht drauf ankommen! aber danke für deine "nette" hilfe mix.
     
  10. Mix

    Mix Power-User

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    MoinMoin,

    wenn keine ausdrückliche Mitteilung über die Höhe der Kosten erfolgt ist, kannst Du es über die Verbraucherzentrale versuchen. Vielleicht können die beim zuständigen Sachbearbeiter beim EVU etwas erreichen. Oder Du kreuzt (wenn möglich) einfach mal persönlich auf. Ein vernünftig geführtes Gespräch hilft oft. Rein rechtlich hast Du aber schleckte Karten.

    Versteh mich bitte nicht falsch - jedem kann ein Fehler unterlaufen und jeder kann auch mal etwas vergessen. Aber eine Ratenzahlung ist schon ein Entgegenkommen des Versorgers. Meiner Meinung nach darf hier erhöhte Aufmerksamkeit erwartet werden - auch mit der letzten Rate.

    19 Tage von der Fälligkeit bis zur Sperre sind knapp drei Wochen. Wenn ich von 250 € lebe, fällt mir doch auf, dass ich im Vergleich zum Vormonat 104 € mehr zur Verfügung habe.

    Ich finde diese "Ist doch alles nicht so schlimm, ich zahl doch, wenn man mir es sagt"-Einstellung den "brav zahlenden" Stromkunden gegenüber unfair. Die durch Forderungsausfälle oder Zahlungsverzögerung entstehenden Kosten werden doch über die Strompreise allen in Rechnung gestellt. Das nehmen die Konzerne doch nicht von Ihrem Betriebsergebnis weg. Nachsehen und Entgegenkommen ist sicher notwendig, muß aber auch Grenzen haben.

    Wenn die Spielregeln für beide Seiten klar sind und sich alle Beteiligten daran halten, gibt es keine Probleme. Wer dagegen verstößt, darf auf Gnade hoffen. Er kann Sie jedoch nicht einfordern und darf sich auch nicht über die Konsequenzen wundern.

    So long
     
  11. matty2580

    matty2580 Starter

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    Hallo emma127,

    leider kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass der Energielieferant richtig gehandelt hat. Trotzdem ist der Energielieferant verpflichtet auf Wunsch jedes Kunden zu Versorgen. Die gesetzliche Regelung zur Energieversorgung ist für jedes Bundesland extra geregelt.
    So ist zum Beispiel in Sachsen die Einstellung der Versorgung nur am Ende des laufenden Geschäftsjahres möglich. Es darf dort also nicht willkürlich gesperrt werden. Versuche dich im Netz zu Informieren, wie die Regelung in deinem Bundesland ist. Gundsätzlich kann ich nur sagen, dass Energie keine "normale" Ware ist. In der heutigen Zeit ist ein Leben ohne Strom einfach nicht mehr möglich. Der Gesetzgeber hat das schon vor langer Zeit erkannt und den Energieerzeugern zum Monopol die Verpflichtung übertragen alle Bürger zu einem angemeßenden Preis mit Energie zu Versorgen. Die gängige Praxis " nur Strom gegen Geld " ist also vom rein rechtlichen Standpunt betrachtet sehr fragwürdig. Zu dem Kommentar das Zahlungsausfälle von den anderen Stromkunden mitgetragen werden kann ich nur sagen, dass die Stromerzeuger die einzige Brache in Deutschland ist die riesige Gewinne einfährt. Der Einzelhandel gibt bessere Einkaufskonditionen zum großen Teil an seine Kunden zurück ( über den Preis ). Die Stromerzeuger dagegen denken nicht einmal im Traum daran und erhöhen die Abschläge für den Strom immer weiter.
    Wenn ich könnte würde ich mir einen Generator zulegen und meinen eigenen Strom erzeugen. Leider verbietet das der Gesetzgeber. Wenn nur mehr Menschen sich über das Verhalten der Energielieferanten beschwehren würden, erhöht sich der Druck auf unsere "lieben" Politiker.
    Aber weil wir deutschen etwas "zahm" geworden sind, wird es wohl noch lange so weitergehen. Vieleich bist Du die Erste, die einen Präzendenzfall erwirkt. Alles Gute für die Zukunft.
     
  12. Mix

    Mix Power-User

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    MoinMoin matty 2580,

    Du hast völlig Recht - die Großkonzerne streichen Riesengewinne ein und erhöhen die Preise trotzdem. Das tun Sie übrigens für alle, den Endverbraucher dirket wie auch die kleinen Weiterverteiler. Letztere sind deshalb von der aktuellen Entwicklung mit Regulierungsbehörde etc. am stärksten betroffen.

    Die entstehenden Kosten durch Zahlungsverzögerung und Ausfall gehen aber nicht vom Betriebsergebnis weg. Nicht zu zahlen ist also keine Möglichkeit seinem Protest Ausdruck zu verleihen.

    Die Regeln für das Liefern und Beziehen von elektrischen Strom sind in der AVBEltV geregelt. Diese Rechtsverordnung ist bundesweit gültig. Auf Länderebene sind diese Dinge nicht geregelt.

    Hier ein paar Richtigstellungen:

    § 33 AVBEltV: "Das EVU ist berechtigt, die Versorgung einzustellen, ... insbesondere bei Nichterfüllung einer Zahlungsverpflichtung trotz Mahnung...". Im vorliegenden Fall dürfte die Sperrandrohung bereits in der Ratenzahlunsvereinbarung angedroht worden sein.

    § 25 AVBEltV: "Wird der Verbrauch für mehrere Monate abgerechnet, so kann das EVU ... Abschlagszahlungen verlangen..."
    § 28 AVBEltV: "Das EVU ist berechtigt, ... Vorauszahlungen zu verlangen, wenn anch den Umständen zu besorgen ist, dass der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt. ... Statt eine Vorauszahlung zu verlangen, kann das EVU ... einen Münzzähler einbauen."
    § 29 AVBEltV: "Ist der Kunde zur Vorauszahlung nicht in der Lage, so kann das EVU in angemessener Höhe Sicherheitsleistung verlangen. ..."
    Rein rechtlich betrachtet ist diese Praxis ein mehr als gesichertes und durchprozessiertes Verfahren.

    Schau mal ist EEG oder ins KWKG. Hier wird die Anschaffung eines eigenen Stromerzeugers sogar staatlich gefördert. Du kannst Dir auch ein konventionelles Aggregat anschaffen. Es läßt sich nur nicht wirtschaftlich betreiben. Was Du wirklich nicht darfst, ist den Strom ohne Genehmigung an Dritte zu verkaufen.


    Wusstest Du, dass die Wechselquote in Deutschland bei ca. 3 - 5 % der Endkunden liegt? Viele Kunden kümmern sich noch nicht mal darum, aus dem Allgemeinen Tarif Ihres Grundversorgers in einen günstigeren Liefervertrag beim selben Versorger zu kommen. Solange das so ist, hat es kein Stromanbieter nötig in Bezug auf Preis oder Service wirklich etwas zu tun. Und wenn es soweit kommt, trifft es die Kleinen zuerst(siehe oben), da sich die Großkonzerne inzwischen (Dank erstklassiger Lobbyarbeit) fast unverrückbar etabliert haben und auch die meiste Erzeugungskapazität in Ihren Händen haben.

    Wer also protestieren will, sollte konsequent den günstigsten Anbieter wählen und sich sonst an die rechtlichen Vorgaben halten.

    Und wer eine Vereinbarung trifft, sollte sich an die vereinbarten Regeln halten - egal wer der Vertragspartner ist. Ich möchte nicht wissen, wie emma 127 reagiert hätte, wenn sich ihr Energielieferant nicht an die Ratenzahlungsvereinbarung gehalten hätte. Ich sehe hier kein Potential für einen Präzedenzfall.



    So long
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!