Kündigung zurücknehmen nicht möglich?

Dieses Thema im Forum "Sonstige Themen" wurde erstellt von pta89, 24. April 2018.

  1. pta89

    pta89 Starter

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    Hallo.

    Folgende Situation: Ich habe bei meinem Stromanbieter (eprimo) gekündigt und gleichzeitig um ein Angebot zur Weiterführung meines Vertrags gebeten.
    Das Angebot habe ich bekommen, wollte es mir aber noch durch den Kopf gehen lassen. Im Angebot gab es keine Frist für das Angebot.

    Kurze Zeit später habe ich meine Kündigungsbestätigung erhalten. So weit so gut - ich hatte ja gekündigt. Nachdem ich mir das Angebot durch den Kopf gehen lief, habe ich das Angebot angenommen.

    Nun teilte mir mein Stromanbieter mit, dass a) das Angebot nicht mehr gültig sei und b) ich meine Kündigung nicht zurücknehmen kann, da diese bereits vom Netzbetreiber bestätigt wurde.

    Dass man eine Kündigung bei einem Stromanbieter nicht zurücknehmen kann, halte ich für dubios. Im Internet habe ich dazu auch nichts gefunden.

    Der Vertrag ist übrigens zum 30. Juni 2018 gekündigt, ist also noch Zeit.

    Man möchte mir nun einen Neuvertrag anbieten, welcher deutlich teurer als mein jetziger Vertrag ist. Ich vermute daher, dass mein Stromanbieter genau deswegen meine Kündigung nicht zurücknehmen "kann".

    Frage:
    Ist es wirklich so, dass eine Kündigung bei einem Stromanbieter nicht zurückgenommen werden kann, wenn diese bereits vom Netzbetreiber bestätigt wurde und noch zwei Monate bis zum Auslaufen des Vertrages Zeit ist?
     
  2. REWE47

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    pta89,
    KEINE (ordnungsgemäß erfolgte und zugegangene) Vertragskündigung kann zurückgenommen werden (mit dem Netzbetreiber hat das gar nichts zu tun):

    Die Kündigung ist eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung des Kündigenden, die mit dem ZUGANG beim Gekündigten wirksam geworden ist - siehe § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__130.html (Besonderheiten siehe §§ 119 ff BGB).

    Es bleibt somit IMMER nur der Abschluss eines NEUEN Vertrages !

    Ein Verbleib bei der eprimo GmbH ist zudem wenig sinnvoll, denn auch bei einem seriösen 'Energiediscounter' bekommt man weder bei einer Vertragsverlängerung noch für einen neuen Folgevertrag die besonders günstigen Neukundenpreise.

    Suchen Sie sich für die Belieferung ab dem 01.07.2018 einen anderen seriösen Anbieter. Meiden sollte man besser die hinreichend bekannten "Schwarzen Schafe" der EVU-Branche - siehe bspw.
    hier http://www.energieverbraucher.de/de/anbieterinfo__3046/NewsDetail__17557/ und
    hier http://verbraucherhilfe-stromanbieter.de/ und
    hier https://www.stern.de/wirtschaft/new...schafe-unter-den-billiganbietern-7372970.html und
    hier https://www.switchup.de/stromvergleich !

    Tipp: Ein seit Jahren bewährtes Wechselkonzept mit lfd. aktualisierte Versorgerempfehlungen findet man beim gemeinnützigen Verbraucherschutzverein https://www.bezahlbare-energie.de/ :)
     
  3. pta89

    pta89 Starter

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    Vielen Dank für die Antwort. Ich schaue mich nun nach einem neuen Stromlieferanten um.

    Allerdings kann ich die Begründung zur Kündigung so nicht ganz nachvollziehen. Ein Unternehmen ist immer daran interessiert, den Kunden nicht zu verlieren. Wenn man beispielsweise bei seinem Handyanbieter kündigt, wird man mit Angeboten überrannt mit der Bitte, es sich doch noch einmal zu überlegen.

    Wo ist da also der Unterschied zwischen beispielsweise Handyanbieter und Stromanbieter?

    Ich weiß, dass Kündigungsrücknahmen gang und gäbe in solchen Unternehmen sind, warum sollte ein Stromanbieter damit nun also ein Problem haben, weil angeblich der Netzbetreiber die Kündigung bereits bestätigt hat? Das ist Blödsinn.

    Auch, wenn der Anbieter die Kündigung nicht zunehmen muss, so ist er doch sehr daran interessiert, den Kunden nicht zu verlieren.
     
  4. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Da gibt es keinen Unterschied. Wenn Sie die wirksam gewordene Kündigung beim Handyanbieter "zurücknehmen" und den Vertrag "verlängern", dann haben Sie auch dort rechtlich einen NEUEN Vertrag abgeschlossen !
     
  5. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Das vorstehend gesagte ist keine "Wortklauberei", sondern hat eine rechtliche Bedeutung - Beispiel:

    Bei einem verlängerten Vertrag kann eine Preiserhöhung ab Beginn des neuen Lieferjahres u.U. unwirksam sein und muss dann nicht bezahlt werden.

    Der -ggf. deutlich höhere- Anfangspreis eines neuen Vertrages kann rechtlich nicht angegriffen werden.
     
  6. pta89

    pta89 Starter

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    Okay, verstehe. Dennoch gibt es ja einen Unterschied zwischen a) kündigen + neuen Vertrag, b) kündigen + Vertrag verlängern mit neuen Konditionen und c) kündigen + Kündigung zurücknehmen.

    Für Option c) bleibt der alte Vertrag - so wie er war - erhalten, da die Kündigung widerrufen wurde, also "nie existierte" und sich somit stillschweigend verlängert. Das ist das, was ich mittlerweile möchte.

    Angestrebt hatte ich ursprünglich Option b), wobei mir auch ein gutes Angebot gemacht wurde, welches ich auch angenommen habe. Allerdings kann eprimo mir dieses Angebot nicht mehr machen, da mein Vertrag zu dem Zeitpunkt bereits gekündigt wurde und das Angebot auch nicht mehr existiert.

    Ich wurde allerdings im Angebot nicht darauf aufmerksam gemacht, dass das Angebot nur eine bestimmte Dauer hat. Dieser Hinweis fehlte + es wurde gesagt, dass WENN ich mich doch für die Kündigung entscheide, ich mich noch mal melden soll.
    Ich hatte mich zunächst nicht gemeldet - die Kündigung wurde dennoch bestätigt, das Angebot habe ich später angenommen - es ist nicht mehr gültig.

    Ich denke, rechtmäßig ist es nicht, a) mir ein Angebot ohne Hinweis auf eine Frist zu machen, welches wenn ich es annehme plötzlich nicht mehr gültig ist und b) zu schreiben, wenn ich mich doch für die Kündigung entscheide, ich mich noch mal melden soll, dies NICHT tue und mir dennoch die Kündigung bestätigt wird.

    (Zu allem Überfluss habe ich dann einen Neuvertrag erhalten, welchen ich nicht gewünscht habe und welcher auf eine veraltete Adresse liefern sollte. Widerruf ist bereits bestätigt - verstehen muss man den ganzen Mist aber nicht.)
     
  7. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Ihre Optionen b) und c) gibt es nicht wirklich, sondern nur:

    a) kündigen + neuen Vertrag (beim bisherigen Anbieter) oder b) nicht kündigen + damit Vertrag automatisch verlängern sowie c) kündigen + den Versorger wechseln. ;)

    EINE MIT DEM ZUGANG BEIM GEKÜNDIGTEN WIRKSAM GEWORDENE KÜNDIGUNG (und der bisherige Vertrag damit "gestorben" ist) KANN NICHT ZURÜCKGENOMMEN WERDEN !
     
  8. pta89

    pta89 Starter

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    ? Natürlich kann man eine Kündigung zurücknehmen. Kürzlich selbst bei meinem Handyanbieter online mit nur einem Klick gemacht, nachdem mein Vertrag bereits seit 1 1/2 Jahren im Kündigungsstatus war. Mein Vertrag dort läuft nun ohne Neuvertrag weiter.

    Da es keinen Unterschied zwischen Handyanbieter und Stromanbieter gibt, sollte es demnach kein Problem darstellen, die Kündigung auch wieder zurückzunehmen.

    Ob der Anbieter das will - weil man einfach kein "guter" (= teurer) Kunde ist - das steht auf einem anderen Blatt.

    Meine Frage war lediglich, ob es technisch nicht möglich ist die Kündigung zurückzunehmen, wie es mir mein Stromanbieter weiß machen will.
    Die Frage wurde beantwortet: Die Aussage meines Stromanbieters - es wäre nicht möglich, da der Netzbetreiber die Kündigung bereits bestätigt hat - ist quatsch.

    Zumal die Kündigung "einfach so" ohne erneute Zustimmung meinerseits erfolgte, demnach nicht mal von mir ausgesprochen wurde.

    Ich warte nun die Stellungsnahme des Beschwerdemanagements ab. Es ist ja doch einiges schief gelaufen in der Kommunikation.
     
  9. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Rechtlich kann man das "natürlich" NICHT - siehe oben oder fragen Sie einen Anwalt !

    Im gegenseitigen Einvernehmen könnte man eine Kündigung "verschwinden" lassen. Hier ist die Kündigung durch die Abmeldung von Eprimo beim Netzbetreiber aber bereits einem Dritten bekannt geworden, da würde ich als Versorger auch nicht mehr "mauscheln".

    Wenn Sie nicht verstehen wollen, dann lassen Sie es von mir aus bleiben. :rolleyes:

    Wünsche trotzdem gutes Gelingen !
     
  10. pta89

    pta89 Starter

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    Da die Essenz meines Thread verloren ging, formulieren wir das ganze mal anders:

    Angenommen, ein Stromanbieter kündigt aus Versehen den Vertrag eines Kunden - schwubs - nur durch einen falschen Klick. Der Kunde bemerkt dies, weil der die Kündigungsbestätigung in der Hand hält und bei seinem Anbieter nachfragt.

    Der Anbieter recherchiert und teilt dann dem Kunden mit: "Oh, da haben wir wohl aus Versehen Ihren Vertrag gekündigt. Da nun aber schon der Netzbetreiber Bescheid weiß, haben Sie nun halt Pech".

    Provokante Frage: Der Kunde muss also das ausbaden, was der Anbieter verbockt hat? Weil eine Kündigungsrücknahme (technisch) nicht möglich ist?
     
  11. REWE47

    REWE47 Top-User

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    Für "Besonderheiten" sieht das Gesetz Lösungen vor - siehe obiger Beitrag von 14:17 Uhr:

    Wenn der Versorger etwas "verbockt", hat er ggf. Schadensersatz zu leisten - in Ihrem "Fall" ist ein solcher Anspruch m.E. nicht ersichtlich.

    Ansonsten bleibt es dabei: Kündigung zurücknehmen NICHT möglich !

    Für mich ist dieses Thema nunmehr beendet.
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!