wie lange darf ein Stromanbieter sich mit der Auszahlung von Guthaben zeit lassen?

Dieses Thema im Forum "Rechnung und Verbrauch" wurde erstellt von richardb, 2. Februar 2013.

  1. richardb

    richardb Gelegenheits-User

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    Hallo,

    ich war bis zum 31.01.2013 Stromkunde bei einem dieser Billigheimer. Den Zählerstand vom letzten Tag habe ich sowohl dem Netzbetreiber als auch dem Anbieter mitgeteilt.
    Ich selbst habe mir schon ausgerechnet, wie meine Abrechnung aussehen muss. Durch Neukundenboni und Frei-kWh habe ich ein Guthaben.
    Gesetzlich ist ja inzwischen geregelt, dass ein Anbieter innerhalb von 6 Wochen nach Vertragsende die Endabrechnung erstellen muss, siehe EnWG §40

    zwei Fragen habe ich an euch:

    1. Ist auch gesetzlich geregelt, wie lange sich ein Anbieter mit der Rückerstattung eines Guthabens Zeit lassen darf, und wenn ja wo ist das geregelt?

    2. Muss innerhalb der 6 Wochen für die Rechnung eine korrekte Rechnung vorliegen oder beginnt die Frist mit einem Einspruch gegen eine falsche Rechnung wieder von neuem?
    Die Überlegung ist die, dass der Anbieter sonst mit ständigen falschen Rechnungen bis in's unendliche die Erstattung hinauszögern könnte.


    Vielen Dank schonmal
     
  2. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    der Lieferant hat 6 Wochen Zeit, um die Rechnung zu stellen. Für die Fälligkeit kommen dann noch zwei Wochen dazu. Da der Kunde vor der Fälligkeit nicht zahlen muss steht dem Lieferanten für die Gutschriften fairerweise das selbe Recht zu.

    So long
     
  3. richardb

    richardb Gelegenheits-User

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    Hallo Mix,

    hmm, das habe ich befürchtet.
    Was ist die Grundlage für die Aussage mit den zwei Wochen? Steht das in einem Gesetz, ist das Deine Meinung/Vermutung, oder Erfahrung?

    Kannst Du was zum Thema falsche Rechnung sagen? Kann ein Anbieter durch falsche Rechnungen Fristen verlängern?
    Ich bring mal das Beispiel mit der Steuererklärung. Ich meine mal gehört zu haben, dass man zur Fristwahrung einfach auch eine unterschriebene aber leere Erklärung abgeben kann und dann später in aller Ruhe diese durch eine neue korrigieren kann. Geht das auch bei Stromrechnungen?
     
  4. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    Auszug aus der Grundversorgungsverordnung:
    "§ 17 Zahlung, Verzug
    (1) Rechnungen und Abschläge werden zu dem vom Grundversorger angegebenen Zeitpunkt, frühestens jedoch zweiWochen nach Zugang der Zahlungsaufforderung fällig..."

    Mit falschen Rechnungen die Frist verlängern? Du meinst, dass ein Unternehmen vorsätzlich falsche Rechnungen stellt im Wissen, dass der Kunde eine Korrektur verlangen wird. Und mit der Korrekturrechnung kommt es dann zu einer neuen Fälligkeit und somit zu einem neuen Auszahlungstermin?

    Halte ich jetzt für ein wenig weit hergeholt, zu unterstellen, dass das so gemacht wird. Aber theoretisch kann das schon funktionieren. Aber auch nur dann, wenn der Kunde eine Korrektur der Rechnung verlangt...

    So long
     
  5. richardb

    richardb Gelegenheits-User

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    naja,
    es wird doch hier im Forum und auch an vielen anderen Stellen doch öfters berichtet, dass die Billigheimer wie Flexstrom, Extraenergie, stromio, usw. doch gerne und regelmäßig auch mal den Neukundenbonus bzw. Frei-kWh "vergessen". Und schwub, schon darf der Anbieter wieder 6 Wochen länger das entsprechende Geld auf dem Konto lassen.
    Diese Vergesslichkeit macht ja durchaus auch Sinn für den Anbieter, da ja dann immer noch ein gewisser Prozentsatz an Kunden die falsche Rechnung gar nicht reklamiert und schon darf der Anbieter das Geld dauerhaft behalten. Er wäre also schön blöde wenn er nach 6 Wochen gleich sofort eine korrekte Rechnung erstellen würde.
     
  6. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    Er wäre nicht schön blöd sondern ein verlässlicher Geschäftspartner.

    Ich denke nicht, dass die Boni nicht auf der Rechnung stehen, um eine Reklamation und faktisch eine Verlängerung der Fälligkeit zu erreichen. Es würde doch eigentlich schon reichen, einfach nicht aufzuzahlen und mal zu warten, wie lange der Kunde braucht, bis er einen Mahnbescheid beantragt....

    So long
     
  7. benn.igsen

    benn.igsen Starter

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    Hallo zusammen,

    [vorsorglich gelöscht im Hinblick auf eventuelle Rechtsgründe, die Redaktion]

    1. Die sechs Wochen Frist für die Abschlussrechnung (§ 40 EnWG) wird regelmäßig überzogen - gerade so, dass der Verbraucher sich noch nicht beschwert.

    2. Die verspätete Abschlussrechnung enthält "zufällig" den vereinbarten Bonus nicht und weist dementsprechend kein Guthaben aus - der Verbraucher ist also gezwungen, sich zu beschweren.

    3. Die Korrektur der Rechnung dauert dann gerne mal weitere vier bis sechs Wochen - wir sind im worst-case also auch schon bei zwölf Wochen.

    4. In der korrigierten Rechnung (Guthaben) heisst es dann "Ergibt sich aus dieser korrigierten Rechnung ein Guthaben, wird dieses Ihnen innerhalb von 6 Wochen auf das uns bekannte Bankkonto überwiesen" - wir sind im worst-case also schon bei achtzehn Wochen.

    5. Nach den sechs Wochen ist das Guthaben natürlich immer noch nicht auf dem Konto. Der geduldige Verbraucher erinnert, mahnt, wird grummelig und die ganz hart gesottenen beantragen irgendwann einen Mahnbescheid - es vergehen wieder Wochen!
    [vorsorglich gelöscht im Hinblick auf eventuelle Rechtsgründe] Das sind schon ein paar Monate - im Extremfall ein halbes Jahr. Wenn man jetzt noch einkalkuliert, wie gering der Prozentsatz derer ist, die tatsächlich die Schritte 1-5 durchexerzieren, dann wird ein Schuh draus. Die meisten Leute hassen den Papierkram und haben keine Zeit und keine Lust, wegen "hundert Euro" so ein Gewese zu machen oder sind schlichtweg ahnungslos, was ihre Rechte angeht.

    Insofern sind die Eingangsfragen von richardb mehr als gerechtfertigt und hier noch nicht geklärt. Ob § 17 der Grundversorgungsverordnung (StromGVV) der den Verbraucher verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen an den Grundversorger zu zahlen, auch im Umkehrschluss für Ansprüche des Verbrauchers gegen Nicht-Grundversorger gilt, wäre erstmal zu klären.

    Ich stelle mir daher die gleichen Fragen - hat irgendjemand eine Antwort?

    Herzlichen Dank für jeden Beitrag!

    Gruß
    b.
     
  8. martino35

    martino35 Aufsteiger

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  9. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    @ben.igsen

    Zunächst kann natürlich vertraglich etwas anderes vereinbart werden als das, was in der Grundversorgungsverordnung steht. Nur wenn in den AGB´s nichts anderes steht, gehe ich von den gesetzlichen Regelungen dazu aus. Also halte ich mich an die GVV. Die ist ohnehin oft genug für die nicht ausdrücklich geregelten Punkte in die AGB´s eingebunden. Der erste Blick muss also in den Vertrag geworfen werden.

    Das von Dir skizzierte Szenarion ist durchaus denkbar. Aber es ist eben nur ein Denkmodell. Falls jemand handfeste Belege dafür hat, dass vorsätzlich so gehandelt wird, sollte er einen Termin bei der Staatsanwaltschaft vereinbaren. Bis dahin alles reine Spekulation. ;)

    Inwiefern siehst Du die Fragen noch nicht beantwortet?

    @richardb

    Die Sechs-Wochen-Frist beginnt für die Korrekturrechnung nicht neu zu laufen. Eine angemessene Frist für eine Rechnungskorrektur dürfte bei etwa zwei Wochen liegen.

    Eine wirksame Vorgehensweise wird sein, nach erhalt der Rechnung umgehend und belegbar zu reklamieren und eine Frist setzen. Nach Fristablauf ist der Lieferant in Verzug zu setzen. Wenn es möglich ist, Geld zurückbuchen zu lassen sollte man das zu diesem Zeitpunkt auch machen. Wenn nach Verzugsetzung keine korrekte Rechnung eintrifft selbst den korrekten Betrag berechnen und den Lieferanten wiederum nachweisebar davon in Kenntnis setzen.

    Sollte diese Berechnung eine Nachzahlung ergeben diese begleichen. Bei einer Gutschrift eine Frist zur Auszahlung setzen und wenn das Geld nicht kommt das gerichtliche Mahnverfahren einleiten. Letzteres kann man mit etwas kaufmännischem Geschick sogar ohne Rechtsanwalt beantragen.

    So long
     
  10. Norbert78

    Norbert78 Gast

    Gut zu wissen, danke für die Info.
    Würde auch [Werbung gelöscht] vorschlagen als Grundlage.
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!