Widersprüchliche, überlappende Zählerstände

Dieses Thema im Forum "Rechnung und Verbrauch" wurde erstellt von strom42, 20. April 2009.

  1. strom42

    strom42 Starter

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    Hallo,

    ich habe das Problem, dass zwei Stromversorger beim Wechsel unterschiedliche Zählerstände für ihre Abrechnungen zugrundelegen und so quasi ein bestimmter Teilverbrauch doppelt bezahlt werden soll.

    Vielleicht überblickt jemand von euch die Situation und kann mir einen Tipp geben, wo hier der Fehler steckt, wer im Recht ist und wer sich bewegen müsste.

    Die Geschichte kurz zusammengefasst: Nehmen wir zur Vereinfachung an, dass im Schnitt 100 kWh pro Monat verbraucht werden.
    1. Stromkunde K kündigt bei Stromversorger A zum Ende Dezember, weil er einen Wechsel zu Versorger C plant.
    2. Der Wechsel verzögert sich; Versorger B übernimmt im Januar die Ersatzversorgung.
    3. Ablesung durch den Kunden zum Jahreswechsel nach Aufforderung von A: Zählerstand 1200 kWh
    4. Schlussrechnung von A bis Dezember und Zählerstand 1200 kWh; soweit alles wie erwartet.
    5. Nach Ende von Ersatzversorgung Schlussrechnung von B, Abrechnungszeitraum nur Januar, von Zählerstand 1100 kWh bis 1300 kWh, also 100 kWh zuviel.
    6. K reklamiert bei B: Anfangszählerstand stimmt nicht; Reaktion: Ablesung sei durch Netzbetreiber turnusmäßig Ende November erfolgt; dieser Zählerstand werde zugrundegelegt (ohne eine Hochrechnung/Schätzung auf Ende Dezember vorzunehmen).
    7. K begleicht nur den unstrittigen Teil von B's Rechnung (nämlich ab Zählerstand 1200 kWh)
      [/list=1]
      B beharrt auf seiner Forderung und beginnt zu mahnen; A sieht die Sache als abgeschlossen an und möchte nichts zurückzahlen. K steht aufgrund seiner eigenen Ablesung des tatsächlichen Zählerstandes natürlich auf der Seite von A.

      Wie seht ihr die Sache? Wie wird prinzipiell der Zählerstand festgestellt, der beim Versorgerwechsel zugrundegelegt wird? Darf eine Ablesung, die über einen Monat vor dem Wechseltermin erfolgte, einfach so hergenommen werden ohne eine rechnerische Korrektur?

      Was wäre euer Rat für K?

      Vielen Dank und viele Grüße

      strom42
     
  2. Gridpem

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    @strom42

    bei jedem wechsel des stromlieferanten sind die zählerstände des netzbetreibers massgebend. der muss die verbrauchte energie jedem lieferanten für seinen zeitraum zuordnen. dazuist er laut enwg verpflichtet. in deinem fall heisst das

    1. bis ende dezember für lieferant A

    2. vom 1.januar bis zum wechsel nach C für lieferant B, in diesem fall ersatzversorger

    3. nach dem wechsel für lieferant C

    K sollte sich mit dem netzbetreiber in verbindung setzen und eine korrektur fordern.
     
  3. strom42

    strom42 Starter

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    Hallo Gridpem,

    danke für deine Hinweise!

    O.k., und wie ermittelt dieser die Zählerstände? Im besten Fall wahrscheinlich durch eine Ablesung am Stichtag, aber sonst? Wann darf, wann muss geschätzt werden? Was mich am meisten irritiert ist ja, dass der Netzbetreiber den Zählerstand von November für den Wechsel im Dezember benutzt.

    Das passt; ich habe schon in Erfahrung gebracht, dass der Netzbetreiber den beiden Versorgern auf Grundlage des Zählerstands selbst Abrechnungen erstellt hat (über "Netznutzung" (?)).

    Vom den Zeiträumen her ist die Aufteilung richtig erfolgt (in allen Abrechnungen sind z.B. für die richtigen Zeiträume Grundgebühren berechnet). Nur die Verbräuche für die Zeiträume sind falsch; aber vermutlich meintest du implizit mit "Ende Dezember" auch einen passenden Ende-Dezember-Zählerstand.

    Das ist schon am Laufen; vielleicht werde ich dem jetzt noch einmal Nachdruck verleihen.

    Viele Grüße

    strom42
     
  4. Mix

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    MoinMoin,

    anzusetzen ist in der Tat beim Netzbetreiber, der vermutlich mit dem Grundversorger identisch ist.

    Wer Zählerstand von Ende November darf so nicht für eine Abrechnung Ende Dezember zugrunde gelegt werden. Ich gehe aber davon aus, dass der Netzbetreiber auf Basis des Novemberstandes den Stand Ende Dezember errechnet hat. Sollte das nicht der Fall sein, ist das ein klarer Fehler.

    Hat er hochgerechnet, ist das grundsätzlich zulässig. Wenn Du aber einen abgelesenen Zählerstand hast, sollte er diesen akzeptieren. An Deiner Stelle würde ich darauf bestehen, da eine Ablesung immer genauer ist als eine Hochrechnung.

    Als weitere Argumentationslinie kann dienen, dass der Netzbetreiber die Möglichkeit gehabt hätte selbst zum 31.12. abzulesen bzw. das dem Kunden aufzuerlegen. Eine Ablesekarte des Netzbetreibers wirst Du aber wohl nicht erhalten haben....

    Eigentlich sollte das kein großes Drama geben. Ist aber halt auch immer eine Sache des Willens des Sachbearbeiters...

    So long
     
  5. strom42

    strom42 Starter

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    Moin, Mix,

    das ist doch mal ein Wort. Nein, eine Hochrechnung hat offensichtlich nicht stattgefunden. Mir wurde ein Ablesetermin im November genannt; und dieser Tag passt nach meinen Aufzeichnungen (ich lese alle paar Wochen mal ab) recht genau zu dem letztendlich benutzten Zählerstand.

    Richtig.

    Wenn nur das Wörtchen "eigentlich" nicht wär. Ich schlage mich nun schon seit mindestens zwei Monaten mit dieser Sache herum ... :-/

    Danke für deine Hilfe

    strom42
     
  6. Mix

    Mix Power-User

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    MoinMoin,

    dann wäre mal interessant, welchen Zählerstand der Netzbetreiber an A gemeldet hat. A hat sich im Zweifel an die vom Netzbetreiber vorgegebenen Stände zu halten und müßte demzufolge Deine Rechnung korrigieren.

    Trotzdem ist das Verhalten des Netzbetreibers nicht in Ordnung. Hast Du die Möglichkeit, dort mal persönlich vorbeizuschauen? Manchmal bewirkt so ein persönliches Gespräch Wunder.

    So long
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!