Löwenzahn GAS - Kündigung nach Preiserhöhung

Dieses Thema im Forum "Löwenzahn Energie" wurde erstellt von Gerry1000, 6. November 2012.

  1. Gerry1000

    Gerry1000 Stammgast

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    Hallo zusammen,

    gleich vorweg - es geht in meiner Frage um einen Gasvertrag bei Löwenzahn.
    Bin mir nicht sicher, ob es hier erwünscht ist, wenn man Gas Themen austauscht.
    Leider finde ich so ein klasse Forum nicht zu Gas-Themen.

    Meine Frage ist folgende:
    Bin am überlegen, mir bei Löwenzahn einen Gasvertrag ohne Preisgarantie abzuschliessen. Ich kalkuliere hierbei ein, dass LZ schon bald eine Preiserhöhung ankündigen würde. Das muss m.W. ja mit 6 Wochen Vorlaufzeit passieren.
    Meine Überlegung geht nun dahin, dass ich nach einer angekündigten Preisergöhung ja ein Sonderkündigungsrecht habe.

    - so welchem Termin muss ich die Sonderkündigung aussprechen ?
    Zum angekündigten Zeitpunkt ab dem die Erhöhung greifen soll ?

    - Wie sollte ich diese am besten aussprechen, damit diese bei LZ nicht "verloren geht" ? Einschreiben mit Rückschein ?

    Kann ich ab dann direkt einen neuen Anbieter wählen oder könnte es sein, dass LZ den Wechsel "blockiert" und ich dann in die Grundversorgung zurückfalle ??

    Wie rechnet LZ meinen Verbrauch ab, wenn ich angenommen ein 20.000 kwh Paket mit Halbjährlicher Vorauskasse habe welches angenommen ab 01.12.12 beginnen würde ?
    Dies unter der Annahme, dass sie eine Preiserhöhung zum 01.03.13 ankündigen und ich eine Sonderkündigung dann aussprechen würde ?

    Würde dann nur mein tatsächlicher Verbrauch im Zeitraum 01.12.12 - 28.02.13 abgerechnet oder würden die durch "irgendwelche" Verbrauchsformeln einen Verbrauch unterstellen und diesen vom 20.000kwh Paket quasi anteilig abrechnen ?????

    In diesem Zusammenhang noch eine andere Frage:
    Wie lange bin ich mindestens in der Grundversorgung "gefangen", wenn meine Anmeldung für einen neuen Anbieter nicht rechtzeitig zum Monatsabnfang klappt, ich aber meinen alten Anbieter schon gekündigt habe ???

    Danke schonmal für Eure Antworten !!!
     
  2. Mix

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    Moin,

    Gas ist zwar nicht so mein Thema, ich will es aber mal versuchen.

    @Sonderkündigungsrecht:
    Nach meiner Kenntnis muss ein solches Recht bei Preisänderungen eingeräumt werden. Eigentlich solltest Du dazu Näheres in den AGB zum Vertrag finden. In jedem Fall musst Du auf das Sonderkündigungsrecht im Preisänderungsschreiben hingewiesen werden. In beiden Dokumenten sind die Fristen genannt und entsprechend musst Du kündigen.

    @Kündigungszustellung: Natürlich immer so, dass Du den Zugang nachweisen kannst. Ich würde vorab per Fax übermitteln und ein Einschreiben/Rückschein versenden. Dem nachfolgenden Versorger solltest Du dann mitteilen, dass Du bereits gekündigt hast.

    Wenn man die Beiträge hier im Forum so durchliest kommt man schnell zum Ergebnis, dass bei LZ und Flex die Kommunikation mit den Kunden nicht immer gut funktioniert. Es scheint also auch zu befürchten, dass ein Wechsel von LZ nach Sonderkündigung möglicherweise nur holprig abläuft.

    @Abrechnung: Wie sich das mit dem Mengenpaket bei vorzeitiger Vertragskündigung anrechnen musst Du Deinen AGB entnehmen. Ich würde mal davon ausgehen, dass hier der tatsächliche Verbrauch angesetzt wird. Inwieweit das dann auf das Jahr hochgerechnet wird um einen eventuellen Mehrverbrauch über das Paket hinaus zu ermitteln und anders zu bepreisen musst Du nachlesen.

    Bei der Ermittlung musst Du natürlich berücksichtigen, dass es beim Verbrauch starke saisonale Schwankungen gibt.

    Gefangenschaft in der GV:

    GVV Gas
    § 20 Kündigung
    (1) Der Grundversorgungsvertrag kann mit einer Frist von einem Monat auf das Ende eines Kalendermonats
    gekündigt werden. Bei einem Umzug ist der Kunde berechtigt, den Vertrag mit zweiwöchiger
    Frist auf das Ende eines Kalendermonats zu kündigen. Eine Kündigung durch den
    Grundversorger ist nur möglich, soweit eine Pflicht zur Grundversorgung nach § 36 Abs. 1 Satz 2
    des Energiewirtschaftsgesetzes nicht besteht.
    (2) Die Kündigung bedarf der Textform. Der Grundversorger soll eine Kündigung des Kunden innerhalb
    einer Frist von zwei Wochen nach Eingang in Textform bestätigen.
    (3) Der Grundversorger darf keine gesonderten Entgelte für den Fall einer Kündigung des Vertrages,
    insbesondere wegen eines Wechsels des Lieferanten, verlangen.

    Zum Schluss: Bedenke, wer mit den Haien zum Schwimmen geht muss damit rechnen, gefressen zu werden.

    So long
     
  3. Gerry1000

    Gerry1000 Stammgast

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    Danke Mix für Deine Ausführungen !

    Ich habe mir nun folgendes überlegt:
    Da ein Wechsel zum 01.12. jetzt wohl eh nicht mehr klappt und auch die aktuellen Preise für Gasverträge mal wieder hoch sind, werde ich nun freiwillig ab 01.12. für einen Monat in die Grundversorgung gehen und dann in den nächsten 3 Wochen auf einen guten Tag hoffen, wo die Gaspreise in den Vergleichsportale mal wieder etwas niedriger sind. Zur Info: die Preise sind von Mo. auf Di. dieser Woche für 27.000 kwh von 1144 EUR auf 1308 EUR gestiegen ! Leider konnte ich am Mo. noch keinen neuen Vertrag abschliessen, da mein Widerruf noch nicht beim Netzbetreiber bestätigt war.

    Irgendwelche Kommentare hierzu ??
     
  4. gotti

    gotti Routinier

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  5. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    das ist richtig. Aber doch nur für den Fall, dass zum Thema Preisänderung überhaupt keine Klausel in den AGB´s aufgeführt ist, oder? Und ich gehe davon aus, dass das heute Standard ist. Und die muss dann ein Sonderkündigungsrecht beinhalten. Oder liege ich da auch falsch?

    Und natürlich kann man noch darüber diskutieren, ob es überhaupt eine rechtsgültige Preisänderungsklausel gibt. Selbst die aus der GVV liegt zur Prüfung beim europäischen Gerichtshof.

    So long
     
  6. Snaggle

    Snaggle Experte

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    Hallo,

    das ist so m.E. nicht ganz richtig. Bei jeder Preiserhöhung habe ich ein Sonderkündigungsrecht.
    Sofern eine Preissteigerung und einseitige Anpassung erlaubt ist, wäre die Frage, ob dann nicht der reine Widerspruch gegen die Erhöhung ein Schuss in den Ofen wäre. Theoretisch die Frage also,

    Preisanpassung im Vertrag erlaubt

    Versorger erhöht Preis

    Ich sage, nö, will ich voll nicht (statt "ich kündige nach Sonderkündigungsrecht)

    Versorger kündigt mich nicht

    Frage: Habe ich jetzt einen weiterlaufenden, wirksamen Vertrag mit erhöhten Preisen?

    @gotti
    Kann es ev. sein, dass du das da verwechselt hast mit Thema Widerspruch bei AGB-Änderung? Da würde das m.E. passen. Widerspruch...wenn der Versorger das nicht will, müsste er dich kündigen...

    Naachtrag Sonderkündig....
    Das Sonderkündigungsrecht muss für die Inanspruchnahme nicht in der AGB vereinbart sein, jedoch ist es nicht zulässig, dieses per AGB auszuschließen.

    Gruß Snaggle
     
  7. gotti

    gotti Routinier

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    Hallo snaggle,

    das Problem liegt ja immer nur daran, daß man bei FS einen Jahresvertrag hat und evtl. bereits eine Jahresvorauszahlung geleistet hat und FS oft noch 3 Monaten eine Preiserhöhung ankündigt. Dabei geht es ja meistens um den Bonus und das Problem der Abrechnung.

    Zur Frage: Der Versorger teilt mir eine Preiserhöhng und ich widerspreche und der Versorger kündigt nicht. Dann kann ich nur einen Vertrag zu den alten Bedingungen haben. Der Versorger hat mir ein Angebot gemacht, dem ich rechtzeitig widersprochen habe, damit kann er nur kündigen oder der Preis bleibt wie er war.

    Wenn ich einen Vertrag mit guten Bedingungen habe, dann ich habe ich evtl. gar kein Interesse den Vertrag zu kündigen im Gegenteil ich möchte den Vertrag ja sogar fortsetzen, warum sollte ich kündigen. Ich würde erst einmal nur widersprechen.

    gotti
     
  8. Snaggle

    Snaggle Experte

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    Hallo,

    da muss man vielleicht unterscheiden. Spezielle Versorger mit entsprechenden Geschäftsgebaren oder normale Versorger.

    Es steht und fällt wahrscheinlich ja mit der Frage, ob ich eine wirksame Preisanpassungklausel vereinbart habe mit meinem Versorger. Mal angenommen, dass er eine Preisanpassung ankündigt und ich dieser widerspreche. Es bestätigt sich aber später sowohl die Wirksamkeit der Klausel als auch die Berechtigung dafür bei der Kalkulation. Dann könnte ich mir vorstellen, dass ich dann vor dem Problem stehe zahlen zu müssen, auch wenn ich widersprochen habe. In dem Fall hätte ich ja das Recht zur Sonderkündigung gehabt, das habe ich aber nicht wahrgenommen. Das müsste man dann wohl als Risiko zur Kenntnis nehmen.

    Natürlich pflichte ich dir bei, gerade, wenn wir von dem speziellen Versorger hier reden, dass das dann ein Option sein kann. Zum Gas kenne ich die Vertragsbedingungen nicht, aber zum Strom. Sofern die Klausel grdsztl. zulässig ist, bezieht diese sich nur auf festgelegte Bestandteile, die sich aus EEG-Umlagen, Änderung bei Netzentgelten, Gesetztesänderungen etc. beziehen.
    Also Faktoren, die bei VErtragsschluss für den Versorger nicht bekannt sind und nicht beeinflussbar sind und sich während der Vertragslaufzeit ändern. Die darf er (sofern Gesamtklausel wirksam) weitergeben.

    Wie du ja sagst, darf man hier davon ausgehen, dass man pünktlich und wie gewohnt zum Ablauf der Preisgarantie eine Erhöhung im saftigen Rahmen bkeommt. (wie man bereits im Forum lesen konnte.)
    [vorsorglich gelöscht im Hinblick auf eventuelle Rechtsgründe, die Redaktion] Bei einem Vertrag mit 12 Monaten Laufzeit dürfen jegliche reine interne Kalkulationen (Einkaufspreise, Margen etc.) nicht berücksichitgit werden.

    Da würde ich auch nur widersprechen. Da gebe ich dir vollkommen recht. Da man dann natürlich einen Vertrag mit einer Laufzeit von bspw. 12 Monaten vereinbart hat, hat dann wiederum der Versorger aber auch kein Recht, dass er dich vorher kündigt.

    Für die Abrechnung hingegen sehe ich kein Problem. Wenn ich zum Stichtag meinen Verbrauch dokumentiere (und weitergebe), hat der auch genauso zu erfolgen. WEnn ich das nicht weitergebe, wird der Verbrauch über das Jahr durchschnittlich verteilt werden.

    Interessante Frage natürlcih generell, inwiefern Preisanpassungsklauseln bei Vorauszahlungspaketen überhaupt wirksam sind bzw. gestaltet werden können...

    Gruß Snaggle
     
  9. gotti

    gotti Routinier

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    Hallo Snaggle,

    vollkommen richtig, was Du schreibst. Aber ganz kurz:

    Recht haben und Recht bekommen - da klafft eine große Lücke

    gotti
     
  10. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    der Preisänderung widersprechen und gut ist. Das ist der Grundgedanke aus dem § 315 BGB. Das ist aber ausprozessiert, greift nicht, weil Du die Möglichkeit hast, einen anderen Anbieter zu wählen.

    So long
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!