Neue Umlage im Anmarsch

Dieses Thema im Forum "Energiepolitik" wurde erstellt von Mix, 21. November 2011.

  1. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    lest das mal

    http://wirtschaft.t-online.de/strom...entlastung-fuer-grosskunden/id_51628180/index
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,798944,00.html

    Seit wenigen Wochen wird in der Branche bereits über die neue Umlage diskutiert. Vor allem, weil das einmal mehr rückwirkend umgesetzt werden soll. Das bedeutet, dass die Entlastungen aus 2011 bereits ab 01/2012 in die Abrechnungen eingehen soll und keiner eine Ahnung über die Höhe hat, weil die Anträge auf Befreiung und die Mengenmeldungen jetzt erst anlaufen.... Wundert mich, dass es erst jetz in der öffentlichen Diskussion ankommt.

    Aber davon mal abgesehen - ein Grund mehr, dass die Strompreise steigen werden.

    Der Andere wird sein, dass bei einigen Netzbetreibern die Netznutzungsentgelte deutlich gestiegen sind. Hier nicht gleich losschimpfen - diese Entgelte sind reguliert ;) .

    So long
     
  2. Strom-Bob

    Strom-Bob Aufsteiger

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    Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, EnBW
    Transportnetze AG und TenneT TSO GmbH veröffentlichen die Umlage auf Grundlage des
    Festlegungsentwurfs der BNetzA vom 17 November 2011. Der Festlegungsentwurf ist zu finden unter:
    www.bundesnetzagentur.de -> Die Bundesnetzagentur -> Beschlusskammern -> BK8 -> BK8-11-024.

    klickklack

    Da eine Nachberechnung an die Netzkunden in 2011 nicht mehr möglich ist dürfte sich m.E. für 2012 für die VNB ein Aufschlag von 0,628 ct/kWh netto ergeben.
     
  3. Strom-Bob

    Strom-Bob Aufsteiger

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    EWS wehrt sich gegen neue Umlage

    Als Netzbetreiber und bundesweiter Ökostromanbieter wehren sich die Elektrizitätswerke Schönau gegen die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzkosten...

    Pressemitteilung EWS vom 23.11.2011
     
  4. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    ich bin mal gespannt, ob die was erreichen können. Ich habe aber so meine Zweifel.

    Es ist schlicht eine Sauerei. Die Unternehmen sollten das auf Ihre Produkte umlegen. So zahlen es nur diejenigen, die deren Erzeugnisse benötigen und so gehört es sich auch.

    Wieso soll ich als Kunde die Netznutzung zahlen, die für eine Produktion für Artikel anfällt, die z.B. auch ins Ausland geliefert werden. Subvention durch die Hintertüre....

    So long
     
  5. Strom-Bob

    Strom-Bob Aufsteiger

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    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Wir freuen uns Ihnen als Stromkunden heute mitteilen zu dürfen, dass die Bundesregierung die Einführung eines Sonderkundenzuschlages zum 01.01.2012 beschlossen hat.

    Er dient der Sicherung des deutschen Wirtschaftsstandorts, mit ihm werden stromintensive Betriebe bei ihren Energiekosten entlastet. Kompensiert wird die Entlastung durch die Belastung der restlichen Stromkunden. Es ist uns noch nicht bekannt in welcher Form und Höhe diese neue Umlage eingeführt wird.

    Sonderkundenzuschlag gemäß § 19 Abs. 2 Satz 7 StromNEV i.V.m. § 9 Abs. 7 KWK-G
     
  6. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    so in etwa wird der Text aussehen, den viele Kunden in den nächsten Wochen bekommen.

    Ich bin immer noch erstaunt, dass sich da so wenig Widerstand regt. Auch hier im Forum. Über jede Kleinigkeit regen sich die Leute hier auf aber wenn es mal um eine echte Sauerei geht bleibt alles ruhig.

    Liegt aber vielleicht auch daran, dass es bislang nur ein paar kleine Meldungen in der Presse gab. Aber auch hier verstehe ich nicht, warum man sich nicht darauf stürzt. Das ist so nebenbei, so unauffällig in Bausch und Bogen mit anderen Dingen beschlossen worden, damit es ja nicht auffällt (ist sicher nicht einmal vielen Abgeordneten aufgefallen - wetten?). Und das funktioniert doch tatsächlich... Unglaublich.

    So long
     
  7. Strom-Bob

    Strom-Bob Aufsteiger

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    Beschwerde in Brüssel gegen Netzentgeltbefreiung

    Der Bund der Energieverbraucher hat sich in Brüssel über die bevorzugte Behandlung privater Strom-Großkunden in Deutschland beschwert...

    klickklack

    es bleibt also weiter spannend
     
  8. Mix

    Mix Power-User

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  9. strömling

    strömling Stammgast

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    Warten wir mal ab wie es weiter geht.
    Da die Umlage analog KWK abgerechnet werden soll, ist die Belastung für Kleinverbraucher aus meiner Sicht höher als für die Gewerbekunden.
    Denn ab 100.000 kWh wird dort ein niedrigerer Beitrag fällig.
     
  10. strömling

    strömling Stammgast

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  11. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    das aber erst ein Teil davon. Es kommt die rückwirkende für 2011 auch noch dazu.

    So long
     
  12. strömling

    strömling Stammgast

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    Hallo Mix,

    wie kommst du darauf?

    Im Beschluss steht, dass die Umlage ab 2012 kommt und eine nachträgliche Erhebung für 2011 nicht vorgesehen ist.
     
  13. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    mein Kenntnisstand:

    der Nachlaß der Netznutzungsentgelte für die betroffenen Kunden ist bereits für das Jahr 2011 NACHTRÄGLICH gewährt.

    Und der Nachlaß für 2012 ist soweit klar.

    Beide Nachlässe werden über eine Umlage analog der KWKG-Umlage finanziert. Und diese Umlagen sind getrennt auszuweisen. Eine Umlage für die Nachlässe 2011 und eine für die Nachlässe 2012.

    Und die oben verlinkte Festlegung verstehe ich so, dass es sich hier um die Umlage für die Nachlässe aus dem kommenden Jahr handelt.

    So long
     
  14. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    ich muss mich an dieser Stelle korrigieren. Mein Kenntnisstand war auf Höhe des Festlegungsentwurfes der BNetzA vom 17.11.2011. Hier war zum einen noch vorgesehen, die Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen in diese Umlage mit einzubeziehen und die Befreiung aus dem Jahr 2011 ebenfalls darüber abzuwickeln.

    Nach Beschluß der BNetzA vom 14.12. werden die Kosten dieser beiden Ermäßigungstatbestände jetzt über die Netznutzungsgebühren und nicht über die Umlage abgewickelt. Das bedeutet aber eigentlich nur, dass man an einer anderen Stelle die Preise erhöht. Zahlen muss das weiter der Endverbraucher.

    Für das Jahr 2012 ist die Umlage in der genannten Höhe von 0,151 Ct/kWh festgelegt worden. Allein diese wird dann dem Kunden ersichtlich in Rechnung gestellt.

    Diese Umlage und die bei vielen Verteilnetzbetreibern gestiegenen Netznutzungsgebühren werden dazu führen, dass die Preise für die sogenannten Tarifkunden bei vielen Lieferanten nacht oben angepasst werden.

    Und die oben angeführte Umlegung der Entgeltermäßigungen ist dann vermutlich für ein weiteres Steigen der Netznutzungsgebühren in 2013 verantwortlich. Und das werden dann die Unternehmen sicher nicht aus ihrem Gewinn zahlen.

    So long
     
  15. TILMAN_KLUGE

    TILMAN_KLUGE Starter

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    In der FAZ liest man heute:

    In der Bundesregierung wird die Einführung einer neuen Umlage zur Sicherung der Stromerzeugung in Nord- und Ostsee über die Stromrechnung erwogen. Sie soll einspringen, wenn ein Windparkbetreiber wegen eines Leitungsschadens oder fehlender Anbindung an das Landnetz Strom zwar erzeugen, aber nicht in das Netz einspeisen und deshalb kein Geld verdienen kann. (...) Bisher muss für etwaige Ausfälle der Netzbetreiber haften. Der Umlagebetrag würde in der Stromrechnung separat ausgewiesen, Kunden könnten erkennen, welcher Kostenanteil auf diese Umlage entfällt.

    Spannende Frage, die auf alle solche Umlagen zu beziehen wäre: Wie kommt der Stromkunde zu seinem Recht, wenn Unfug berechnet wurde. Denn welche Kosten der Netzbetreiber abwälzen kann, soll vom Grad des Verschuldens abhängen. Bei vorsätzlichem Handeln müsste der Netzbetreiber die Kosten ganz übernehmen, bei grober Fahrlässigkeit betrüge der Eigenanteil 25 Prozent, Und darüber ließe sich ggf. auch streiten.
     
  16. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    Bislang werden bei den Rechnungen der sogenannten "Tarifkunden" die Bestandteile nur zur Information ausgewiesen. In aller Regel schließt man hier noch "All-Inclusive-Preise" ab, in denen die Preiskomponenten alles enthalten sind.

    Eigentlich müssten in dieser Form derzeit auf Deiner Rechnung folgende Werte einzeln angegeben sein:

    Netznutzungsgebühr f. Arbeit
    Netznutzungsgebühr Grundpreis (falls erhoben)
    Gebühr Messstellenbetrieb
    Gebühr Messdienstleistung
    Gebühr Abrechnung Netznutzung
    Umlage EEG
    Umlage KWKG
    Umlage nach § 19 (sog. Sonderkundenumlage - neu ab 2012)
    Konzessionsabgabe

    Das ist also alles in Deinem Preis enthalten ohne einzeln mit Dir abgerechnet zu werden. Und das wird auch mir einer weiteren Umlage so sein. Insofern spielt es für Dich nicht wirklich eine Rolle, wenn Blödsinn abgerechnet wird sondern es drückt zunächst einmal die Marge des Anbieters.

    Die Sauerei ist doch, dass hier unternehmerisches Risiko des Netzbetreibers einfach auf den Endkunden abgewälzt wird. Da kann ein kleiner Gewerbetreibender oder Handwerker nur neidisch werden.

    Und wer bitteschön will denn wie nachweisen, welchen Grad des Verschuldens ein Netzbetreiber wirklich an dem Ausfall hat?

    So long
     
  17. Tilman

    Tilman Starter

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    Genau darum gehts. Darum muß die Umlageposition (wenn nicht Null) mit einer Fallnummer oder mehreren FNR versehen werden, anhand derer im Internet die der Umlageermittlung zugrundegelegten Daten im Detail (!) einsehbar sind.

    Ob ein Laie dann die daraus resultierende Berechnung begreift, weiß ich nicht, man würde es erleben. Es gibt aber genug Profis, die schon die Messer wetzen würden. Sie würden schon für die entsprechende juristische Unruhe sorgen, wenn z.B. ein zu niedrig festgestellter Grad des Netzbetreiber-Verschuldens zu zu hohen Umlagekosten führte.
     
  18. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    das hast Du Daten im Detail. Diese kannst Du Dir anschauen und Rückschlüsse ziehen, wenn Du die nötigen Kenntnisse hast. Aber ob die Daten etwas taugen kannst Du nicht beurteilen. "Traue keiner Statistik, die Du nicht..." .

    Ja, streiten, Rechtsanwälte beauftragen etc., das kann man in Deutschland. Den gesunden Menschenverstand nutzen oder mal über das eigene Verhalten nachdenken ist dabei völlig aus der Mode gekommen.

    Wenn die Netzbetreiber weiter das Risiko tragen, dass sie im Fall eines Ausfalls für die Vergütung aufkommen müssen ist das der bestmögliche Garant dafür, dass sie es erst gar nicht so weit kommen lassen. Dann brauche ich auch die Juristen nicht.

    So long
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!