Atompolitik und die deutschen Wendehälse

Dieses Thema im Forum "Energiepolitik" wurde erstellt von Mix, 17. März 2011.

  1. Mix

    Mix Power-User

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    Moin,

    so ein wenig wundere ich mich schon, dass hier im Forum auf die aktuellen Ereignissen noch niemand einging.

    Es ist doch ganz erstaunlich, wie Merkel, Mappus und Konsorten zuerst behaupten, alle AKW sind sicher und dann doch die Sicherheit überprüfen lassen. Da fragt man sich schon, was die in Verbindung mit der Laufzeitverlängerung da gemacht haben. Das eine solche Meinungsänderung keine sichtbaren körperlichen Schmerzen bei den betreffenden Politikern zur Folge hat ist wirklich unglaublich.

    Und jetzt soll keiner sagen, Erdbebensicherheit spielt bei uns keine Rolle. Hier ein kleiner Artikel dazu:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,751000,00.html

    Und da wären dann auch noch mögliche Probleme mit dem Kühlwasser in trockenen Sommern, Sabotage, terroristische Angriffe, Großunfälle wie Flugzeugabstürze.....

    Seit Jahren werden Erneuerbare Energien gefördert. Techniken, welche die Grundlast, also den ständig benötigten Strom, ersetzen könnten bleiben außen vor. Es wird noch nicht einmal Geld in die Entwicklung effektiver Speichertechnik für den im Überfluß und zur Unzeit erzeugten EEG-Strom gesteckt.

    Was ist aus den Überlegungen eines intelligenten Netzes geworden? Netze mit vielen kleinen Erzeugungs- und Speichereinheiten und einer intelligenten DV-basierten Laststeuerung?

    Es wird das Geld der Verbraucher in Photovoltaik, Windkraft und Biogasanlagen gepumpt und gehofft, dass die großen Netzbetreiber von selbst auf die Idee kommen, Technik zu entwickeln. Wenn es dafür aber kein Geld gibt, investiert niemand. Das geht ja schließlich auf die shareholder value.

    Ich gehe jetzt übrigens davon aus, dass die Preise kräftig steigen werden. AKW´s werden vom Netz genommen und die Menge muß zumindest zum Teil konventionell ersetzt werden. Und viele flüchten in den nur begrenzt verfügbaren und nicht immer sinnvoll erzeugten Ökostrom. Und hier gilt das Marktgesetz "je größer die Nachfrage bei begrenztem Angebot, desto höher der Preis".

    Und es wird wenig Gegenstimmen gegen Preiserhöhungen geben - der Atomausstieg ist ja gewollt.

    So long
     
  2. Harald

    Harald Starter

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    Ich denke ein Ausstieg aus der Stromversorgung mit Atomkraftwerken ist langfristig unausweichlich. Kurz- und mittelfristig jedoch brauch man nicht darauf verzichten, Ich denke man muss nicht überstürzt handeln...
     
  3. Harald

    Harald Starter

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    Ich möchte noch feststellen das es mir vorher egal war woher der Strom kam und Ich gestern meinen Stromanbieter gewechselt habe der 'Ökostrom' anbietet. Ich denke das auch andere Stromferbraucher ähnlich handeln werden und so automatisch für einen schleichenden Ausstieg gesorgt wird. Ich denke es wird wieder einen Atomunfall geben, wenn auch vielleicht in Jahrzehnten aber dann wird es wieder einen Ruck Richtung Ökostrom geben und immer wieder bis es keinen Atomstrom mehr gibt weil eine gesellschaftliche Umdenkung stattgefunden hat...
     
  4. columbus1111

    columbus1111 Routinier

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    Hallo,
    mir ist die Sache mit dem OekoStrom suspekt. Überall in den Stromnetzen wird Oekostrom eingespeist, vorranig von allen anderen.
    Und für jede Kilowattstunde zahlen wir eine Umlage von 2,047 ct/kWh für die Finanzierung der erneuerbaren Energien. Da soll ich noch extra bezahlen für Strom von Oekostromanbietern mit zweifelhafter Herkunft?
    Für mich ist der sauberste Strom der, der erst gar nicht erzeugt, weil er nicht verbraucht wird.
    Grüße
     
  5. Hubertus

    Hubertus Starter

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    Dem möchte ich mich anschließen. Wenn man sich die Nachrichten zur Japan Katastrophe ansieht, spätestens dann sollte man wissen, warum Ökostrom die einzige Alternative ist.
     
  6. Bäumchen

    Bäumchen Starter

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    Leider Gottes ist es bei der Atompolitik immer wieder die alte Leier...
    Passiert irgendetwas sagen alle "OH Gott ist das schrecklich" und es schreien alle Seiten nach Veränderung und Verbesserung...

    Was kommt raus? Die Politiker nutzen das Thema schamlos aus um es in ihr Parteiprogramm aufzunehmen und verändern am Ende garnichts...

    Das Kind muss immer erst in den Brunnen fallen, bevor man einen Deckel drauf macht. Anders ist es bei der Atomenergie auch nur mit dem Unterschied das schon zahlreich was passiert und alle nur weg schauen.
     
  7. KlausF

    KlausF Starter

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    Ein Jahr ist Fukushima her und immer noch viel zu wenig Erneuerbare Energien! Ich glaube langsam, dass ein wirkliches Umdenken nie passieren wird. Selbst in meinem Bekanntenkreis wollen viele keinen Ökostrom, weil alles ja soooo teuer ist...
     
  8. Mix

    Mix Power-User

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    Moin KlausF,

    was hast Du denn innerhalb eines Jahres erwartet? Man muss auch ein wenig auf dem Teppich bleiben und mal das Realisierbare betrachten. Und wenn man sich anschaut, was letztes Jahr in Deutschland PV-Anlagen neu ans Netz gegangen sind kann nicht von einem zögerlichen Ausbau gesprochen werden.

    Aus meiner Sicht haben wir drei grundlegende Probleme, die nicht sofort lösbar sind.

    1) Der Transport des Stromes von der Erzeugung zum Verbraucher. Hier gibt es ein Nord-Süd-Gefälle, das mit einem ausgebauten Stromnetz behoben werden muss. Mal abgesehen davon, dass keiner das große Geld hierfür in die Finger nehmen möchte weil die Preise für den Transport reguliert sind gibt es dann noch immer die Bürger. Wenn denn mal einer eine Leitung bauen möchte wird Protest laut: Die Masten verschandeln die Landschaft, die elektromagnetischen Felder machen krank, für eine Erdleitung muss eine Schneise in einen Wald geschlagen werden.....

    2) Es gibt noch keine adäquate Speichermöglichkeit für elektrische Energie. Wäre dieses Problem gelöst benötigten wir schon mal nicht so viele neue Transportleitungen. Außerdem könnte man wirklich mal darüber nachdenken, ein paar konventionelle Kraftwerke abzuschalten, die im Moment die Mengen ausgleichen, die bei mangelnder Produktion durch PV und Windkraft ersetzt werden muss. Evtl. könnte man sogar die ersten Grundlastkraftwerke vom Netz nehmen.

    3) Die Menschen wollen grünen Strom, aber der darf nicht in ihrem Umfeld erzeugt werden. Welche Proteste laufen denn ab, wenn irgendwo Windkraftwerke aufgestellt werden sollen? Gesundheitsgefährdung durch Lärm und Schlagschatten, die Anlagen gefährden die Vogelwelt oder führen Wale in die Irre, Verschandelung der Landschaft. Durch neue Wasserkraftanlagen könnte ja der Biber verscheucht werden oder die Fische kommen nicht mehr in ihre Laichgründe und für eventuelle Stauflächen müsste Land freigegeben oder angekauft werden. Und unter den Eigentümern solcher Flächen ist sicher immer einer dabei, der sie nicht hergeben möchte....

    Und so ganz nebenbei.... unser Energieverbrauch sinkt ja auch nicht. Immer neue Geräte, immer mehr Komfort, immer mehr Sicherheit, immer mehr Unterhaltung, immer mehr Freizeitaktivitäten.....

    Der billigste Strom ist immer noch der, der nicht verbraucht wird.

    Hier muss ein grundlegendes Umdenken erfolgen. Wollen wir verantwortbar erzeugten Strom, müssen wir an ein paar Stellen Abstriche machen. Und dazu sind noch zu wenige bereit. Es ist leider immer noch sehr verbreitet, nicht weit über die eigene Nasenstpitze hinaus zu schauen.

    So long
     
  9. Julibes

    Julibes Starter

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    Eigentlich müsste doch der Strom billiger werden wenn er von erneuerbaren Energien stammt. Aber ich glaube die Stromanbieter schieben das dann auf erhaltung der Infrastruktur oder so.
     
  10. Megatron

    Megatron Starter

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    Mix hat völlig recht. Die ganzen Grünfanatiker sind da häufig ziemlich schizo bei Ihrer Naturliebe. Strom soll grün sein, aber blos nicht aus ihrem Umfeld kommen. AKW´s weg, aber auf Handy Elektronik und co will natürlich keiner verzichten.

    Meiner Meinung nach sind viele dieser grünen Trends so eine Art cooles Lippenbekenntnis das sich die Leute auf die Lippen schreiben um dann Tausende Kilometer mit Ihrem Auto Abgaseerzeugend durch Deutschland zu nächsten Greenpeace Demo fahren. Ich bin im Prinzip für Grüne Stromerzeugung oder für den Naturerhalt, aber nicht so wie er gerade im Trend ist und ich möchte auch nicht das jeder durch meine Überzeugungen quasi zum Fahrradfahren gezwungen wird oder so. Viele "Grüne" predigen Ihren Glauben an Grüne Energie-Umwelt-Multikultur-Politik wie eine Religion.

    Das brauch ich nicht.
     
  11. energievernunft

    energievernunft Starter

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    Zitat zum Thema Heizungsanlage modernisieren auf www.strom-magazin.de:
    "Moderne Heizlösungen wandeln die eingesetzte Energie wirkungsvoller in Heizwärme um. So nutzen Erdgas-Brennwertheizungen der neuesten Generation mit einem Nutzungsgrad von rund 98 Prozent nahezu den gesamten Brennstoff zur Wärmeerzeugung"!?
    Genau das ist die Krux - nichtnutzbare und bezahlte Kraftwerksabwärme ist mit bis zu 70% doch schon genügend vorhanden! Und mit diesem irreführenden Verweis auf "effektive" Wärmeerzeugung wird zur Sicherung des Stromumsatzes von entlastender dezentraler Stromerzeung mit Nutzung der Abwärme abgelenkt und wirkungsvolle Beiträge zum Atomausstieg + Netzausbau verhindert! Eine Riesen-Sauerei; leider auch von strom-magazin! :(
     
  12. yannik

    yannik Starter

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    Sehr interessanter Eingangsartikel. Bin da bei euch, finde auch, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie unabdingbar ist. Leider werden die nach wie vor errichtet, anstatt umzudenken.
     
  13. Kandler

    Kandler Starter

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    Was wirklich schön langsam keiner mehr versteht, aber ja die Wirtschaft verdient sich ja auch daran, ich bin auch ein Gegner, denke da muss und kann man eben auch umdenken und neues erschaffen, es gibt so viele Lösungsansätze, das muss nicht sein.
     
Schluss mit steigenden Stromkosten. Zeit zu wechseln!