Das Erdgasauto: Alle Infos, Vor- und Nachteile

Obwohl das Erdgasauto zu den klimafreundlicheren Antriebsarten gehört, bleibt die große Nachfrage bisher aus. Dabei wurde die Vergünstigung bei der KFZ-Steuer verlängert und der Kraftstoff ist deutlich günstiger als Diesel oder Benzin. Was spricht sonst noch für oder gegen ein CNG-Fahrzeug?

Erdgasautos mit Reservetank

Die allermeisten Erdgasautos fahren zweigleisig. Neben einem Erdgastank befindet sich auch ein Notfall-Benzintank mit an Bord. Der Erdgastank wird mit CNG (Compressed Natural Gas: Komprimiertes Methan oder Biomethan) befüllt, wobei der Motor wie ein gewöhnlicher Verbrennungsmotor arbeitet.

Bei vielen Erdgasfahrzeugen entscheidet der Fahrer selbst, ob er mit Erdgas oder Berzin fahren möchte (bivalenter Antrieb). In der Regel gibt es dafür einen Umschaltknopf. Neuere PKW-Modelle, wie beispielsweise der Audi A4 G-Tron von (Marktstart Juli 2017), bietet Fahrern diese Möglichkeit nicht mehr. Hier wechselt das Fahrzeug erst in den Benzin-Betrieb, wenn der Erdgastank leer gefahren ist (monovalenter Antrieb).

Zu den großen Herstellermarken gehören Audi, Fiat, Opel sowie Mercedes, Skoda und natürlich VW. Einige Fahrzeughersteller bringen sogar ein Modell als Benziner- und Erdgas-Variante auf den Markt, so etwa der Skoda Citigo.

Neben dem Kauf eines neuen oder gebrauchten Erdgasautos gibt es auch die Möglichkeit der Umrüstung. Gerade hier muss anhand mehrerer Gesichtspunkt abgewogen werden, ob sich das lohnt, weil die Kosten mehrere tausend Euro betragen. Für das Umrüsten sind KFZ-Betriebe und beispielsweise Autohäuser zuständig. Listen mit zertifizierten Erdgas-Umrüstern finden sich online beispielsweise bei der Dekra- und beim TÜV.

Erdgastankstellen: Wie weit ist es bis zur nächsten Tankstelle?

CNG wird über unterirdische Leitungen an die Tankstelle transportiert. Für die etwa 100.000 Erdgasfahrzeuge stehen rund 900 Erdgastankstellen deutschlandweit zur Verfügung (Stand 2017). Es macht folglich Sinn, sich vor dem Kauf zu erkundigen, wo sich die nächste Erdgas-Tankstelle befindet. Unterwegs gibt es Apps für das Smartphone, die die Entfernung zur nächsten Tankstelle anzeigen.

Die Preise an der Tankstelle sprechen für sich: 1 Kg Erdgas kostet weniger als einen Euro, der Liter Super rund 1,30 Euro. Laut einem Vergleich des ADAC verbraucht beispielsweise der eco up! In d3er Erdgasvariante 2,9 KG CNG auf 100 Kilometern, wobei der PKW als Benziner 4,5 Liter auf 100 km verbraucht. Demnach kostet der km bei der Erdgasvariante 37,9 Cent, beim Benziner 40,9 Cent.

Vorsicht: Erdgasautos tanken CNG. Daneben gibt es auch PKW, die LPG, also Flüssiggas tanken. Oftmals wird hier auch von Autogas gesprochen. Autogas ist nicht für ein Erdgasfahrzeug geeignet.

CNG tanken

Mit dem Erdgasauto durch Deutschland

Wir haben den Test gemacht: Wie gut ist die Verteilung der Erdgastankstellen in Deutschland? Kommt man nur mit Erdgas von Frankfurt/Main an den Bodensee?

Zum Erdgasauto-Erfahrungsbericht
Biogas

Biogas tanken & gutes für die Umwelt tun

Biogas tanken ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch den Geldbeutel. Doch worauf muss man beim Biogas tanken achten?

Mehr zum Thema Biogas tanken
Benzinpreise

Erdgas vs. Autogas: Wer macht das Rennen?

Wann lohnt sich das Erdgas und wann das Autogas? Außerdem erklären wir den Unterschied und nennen preisliche Vorteile der jeweiligen Techniken.

Zum Erdgas-Autogas-Vergleich

Erdgastanken: Etwas anders als bei Benzin

Das Tanken bei einem Erdgasauto unterscheidet sich nicht groß von dem bei einem Benziner oder Diesel-Auto. Bei den meisten Tanksäulen funktioniert das so: Der kleine Deckel auf dem Erdgastank wird gelöst, dann wird der Zapfhahn aufgesetzt. Entweder wird der Hahn anschließend durch eine Drehung oder mit einer anderen drehbaren Konstruktion befestigt. Sobald sich der Zapfhahn nicht mehr lösen lässt, kann der Tankvorgang über einen Startknopf begonnen werden. Entweder kann vollgetankt werden (endet automatisch) oder es steht eine Stopptaste zur Verfügung, um den Vorgang zu unterbrechen.

Sicherheit bei den Erdgastanks: HU und GWP bei Erdgasautos

Gerade nach dem Unglück mit einem VW Touran und dem vorrübergehenden Verkaufsstopp von Erdgas an einigen Tankstellen im Spätsommer 2016 fragen sich viele, wie sicher ein Erdgasauto ist. Neben der regulären Hauptuntersuchung (HU) müssen Erdgasautos auch zur Gaswiederholungsprüfung (GWP). Bei der HU darf die letzte GWP maximal ein Jahr zurückliegen. Geregelt ist das im § 41a StVZO. Oft ist in diesem Zusammenhang auch von der Gasanlagenprüfung (GAP) die Rede, wobei die gleichen Prüfverfahren angewendet werden. Die GAP muss vor allem nach einer Reparatur oder einem Unfall durchgeführt werden.

Wer sich einen älteren Gebrauchtwagen kauft, der muss vielleicht noch einmal genauer hinsehen. Die gesetzlichen Bestimmungen, was die Prüfungen betrifft, wurden noch einmal angepasst.

Emissionen Ergasauto/ Benziner/ Diesel

Klimabilanz beim Erdgasauto

Laut dem Zukunft Erdgas e.V. verursacht Erdgas 25 Prozent weniger CO2 als Benzin und bei Bioerdgas sind es im Vergleich 97 Prozent weniger Stickoxide. Hinzu kommt, dass beim Tanken auch Biogas/ Biomethan zum Einsatz kommt. Biomethan wird bei der Biomassevergasung erzeugt.

Außerdem gibt es auch synthetisches Gas, das aus überschüssigem Ökostrom aus Wind- oder Solaranlagen produziert wird. Das Verfahren dahinter nennt sich Power-to-Gas und wird beispielsweise von Audi eingesetzt. Das Autohaus produziert mit eigenen Windrädern Ökostrom, der mit der Technik in Methan umgewandelt und anschließend in das Erdgasnetz eingespeist wird. Kunden zahlen für das sogenannte "E-Gas", mit der der Autobauer den CO2-Ausstoß wieder ausgleichen will.

Kosten für ein Erdgasauto

Sicherlich kosten Erdgasautos oft in der Anschaffung mehr als ein Benziner. Weil aber der Treibstoff günstig ist, können besonders Vielfahrer das Geld schnell wieder reinholen. Ein Minuspunkt hinsichtlich der Kosten ist sicherlich, dass die Reparatur des Erdgastanks mehrere tausend Euro kosten kann. Allerdings wird es beim Erdgasauto bei der Kfz-Versicherung günstiger. Die Steuerermäßigungen soll es bis 2026 geben.