Atommüll

Zwischenlager-Suche in der Nähe der Asse geht weiter

Die Suche nach einem Zwischenlager für den Atommüll aus der Asse wird in der Umgebung des ehemaligen Salzbergwerks fortgesetzt. Eine aktuelle Studie spricht dafür, trotz Anwohnerkritik ein Lager in der Nähe zu suchen.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Salzgitter – Die Suche nach einem Zwischenlager für den radioaktiven Müll aus dem maroden Atomlager Asse soll trotz Anwohnerkritik in unmittelbarer Nähe fortgesetzt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht sich durch eine aktuelle Studie darin bestätigt, die Standortsuche in der direkten Umgebung der Asse voranzutreiben. Die Studie des BfS habe die nötige fachliche Klarheit gebracht, sagte Sprecherin Ina Stelljes am Freitag.

126.000 Atommüll-Fässer lagern in der Asse

In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel lagern 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Sie sollen geborgen werden, da Wasser in die Asse eintritt. Bis ein passendes Endlager zur Verfügung steht, sollen die Fässer in ein Zwischenlager kommen. Die Suche dafür war im Sommer 2014 auf Eis gelegt worden.

Auswirkung von Störfällen wurde untersucht

Während das Bundesamt ein Zwischenlager in der Nähe der Asse bevorzugt, will die Begleitgruppe das Gebiet ausdehnen, in dem ein Standort gesucht wird. Die Begleitgruppe, die die Interessen der Region und der Bürger vertreten soll, hatte gefordert, Auswirkungen möglicher Störfälle in einem Zwischenlager und die Verteilung der abströmenden Luft daraus zu untersuchen.

Das BfS analysierte daraufhin die Folgen eines Flugzeugabsturzes auf ein Zwischenlager sowie die Luftverteilung. "In keinem der sechs geprüften Absturz-Szenarien kommt es zu einer Überschreitung der Eingriffsrichtwerte", sagte Stelljes. Diese Werte geben an, wann Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung nötig werden. Auch die Belastung der Abluft aus einem möglichen Lager liegt der Studie zufolge unterhalb der Grenzwerte.

Kürzere Transportwege verringern Strahlenbelastung

Das BfS sieht sich damit bestätigt, ein Zwischenlager nahe der Asse zu suchen, da so Transportwege und stärkere Strahlenbelastung für Arbeiter und Bürger vermieden werden könnten. Das Bundesumweltministerium begrüßte die vom BfS vorgesehenen Maßnahmen. "Als verantwortlicher Betreiber erarbeitet das BfS schrittweise Konzepte, um das Ziel der Rückholung erreichen zu können", erklärte eine Sprecherin. Die Vorsitzende der Begleitgruppe, Christiana Steinbrügge, kündigte an, die Studie durch Wissenschaftler auswerten zu lassen.

Quelle: DPA