Widerstand

Zwischenlager Lubmin: Berufung beantragt

Der monatelange Rechtsstreit um die erweiterte Zwischenlagerung von Atommüll im Zwischenlager Nord (ZLN) in Lubmin geht weiter. Nach einem Bericht der "Ostseezeitung" hat das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern Berufung gegen ein vom Verwaltungsgericht Greifswald verfügtes Urteil beantragt.

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Schwerin/Lubmin (ddp-nrd/sm) - In ihrem Urteil vom Juni hatten die Richter das Umweltministerium dazu verpflichtet, die Genehmigung für die Zwischenlagerung von deutlich mehr Atommüll aus stillgelegten Anlagen der alten Bundesländer zu erteilen als bisher.

Eine Begründung des Antrags liegt dem Bericht zufolge noch nicht vor und muss bis zum 19. September nachgereicht werden. Somit werde das Oberverwaltungsgericht Greifswald vermutlich nicht vor den am 17. September stattfindenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern eine Entscheidung treffen. Nach Angaben der Energiewerke Nord GmbH liegen dem Unternehmen millionenschwere Aufträge zur Behandlung von atomar belasteten Bauteilen vor. Die vom Umweltministerium bislang verweigerte Genehmigung würde auch die Zerlegung größerer radioaktiv verstrahlter Bauteile wie Dampferzeuger, Pumpen und Turbinen aus Kernkraftwerken wie Mülheim-Kärlich, Obrigheim oder Stade ermöglichen.