Radioaktivität freigesetzt

Zwischenfall in Uranfabrik - Mitarbeiter im Krankenhaus

Bei einem Zwischenfall in Deutschlands einziger Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau sind radioaktive Stoffe freigesetzt worden. Ein Mitarbeiter wurde am Donnerstag vorsorglich für 24 Stunden zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert, wie das Betreiberunternehmen URENCO in Gronau mitteilte.

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Gronau (afp/ddp/red) - Der Zwischenfall ereignete sich demnach in der Behältervorbereitung der Anlage. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Die verstrahlte Raumluft sei gefiltert worden und nicht nach draußen gedrungen. Wie es zu dem Vorfall kam, ist derzeit noch unklar. Über den Zwischenfall wurde das zuständige Wirtschaftsministerium informiert.

In Gronau befindet sich die einzige kommerzielle Urananreicherungsanlage in Deutschland. Betreiber ist die Urenco-Gruppe. Die Anlage ging am 15. August 1985 in Betrieb. Im Februar 2005 erteilte die nordrhein-westfälische Landesregierung die Genehmigung zur Erweiterung des Betriebsgeländes, die Kapazität wurde dadurch mehr als verdoppelt. Bei Umweltschützern stieß dies auf scharfen Widerstand.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderte die Stilllegung der UAA Gronau. Der Vorfall vom Donnerstag erinnere an die Verseuchungen in den Hanauer Atomfabriken, die letztlich alle stillgelegt wurden, erklärte BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Quelle: AFP