Bei Abschaltung

Zwischenfall beim AKW Philippsburg: "Leicht kontaminiertes" Wasser im Rhein

Bei der Abschaltung des Blocks 1 des Atomkraftwerks Philippsburg zur Jahresrevision ist am Wochenende radioaktiv belastetes Wasser in den Rhein gelangt. Nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums vom Montag war das Wasser "leicht kontaminiert".

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Philippsburg/Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Einer ersten Abschätzung des Betreibers zufolge betrage die gesamte in den Rhein "ungeplant abgeleitete Aktivitätsmenge" knapp 1 Mega Becquerel. Dies entspreche weniger als einem Prozent des errechneten zulässigen Tageswertes.

Das Ministerium fügte hinzu: "Die abgeleitete Aktivitätsmenge ist also im Vergleich zu dem zulässigen Tageswert gering. Dies bedeutet gleichzeitig, dass die maximale zusätzliche effektive Dosis durch diese Freisetzung für die Bevölkerung vernachlässigbar klein ist." Die Ursachen für den Vorfall würden derzeit ermittelt. Neben technischen Ursachen könnten dabei "auch organisatorische Aspekte eine Rolle gespielt haben".

Das Umweltministerium wurde den Angaben zufolge am Montagvormittag vom Betreiber über das Ereignis unterrichtet, das in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingetreten ist. Gutachter des Ministeriums untersuchen nun den Vorfall "bezüglich Ablauf, Ursachen, Auswirkungen und Konsequenzen". Die Landesanstalt für Umweltschutz wurde beauftragt, vor Ort die erforderlichen Messungen "zur Beweissicherung und zur Absicherung der radiologischen Beurteilung der Lage" vorzunehmen.