Leck

Zwischenfall: AKW Emsland abgeschaltet

Das Atomkraftwerk Emsland in Lingen musste am Karfreitag wegen eines Lecks vom Netz genommen werden. Dem niedersächsischen Umweltministerium zufolge war eine Gehäuseabdichtung einer Prüfarmatur defekt. Atomkraftgegner fordern die Schließung des AKW, das bereits seit 27 Jahren läuft.

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Lingen/Hannover (dpa/red) - Das wegen eines Lecks am Freitag vom Netz genommene Atomkraftwerk Emsland kann wieder ans Netz gehen. Nach abgeschlossener Reparatur und ordnungsgemäßer Prüfung werde der Meiler voraussichtlich am Dienstag wieder Strom einspeisen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Umweltministeriums am Montag und bestätigte damit erste Einschätzungen vom Sonntag. Demnach war eine Gehäuseabdichtung in einer Prüfarmatur defekt. Sie sei ausgetauscht und alle baugleichen Armaturen inspiziert worden, sagte der Ministeriumssprecher.

Atomkraftgegner fürchten Materialermüdungen

Nach dem Zwischenfall fordern Anti-Atomkraft-Initiativen das sofortige Aus für das Kraftwerk. Der Betreiber RWE und die Atomaufsicht in Hannover müssten es umgehend vom Netz nehmen, bevor es wegen fortschreitender Materialermüdung zu weiteren Pannen und Problemen komme, verlangten mehrere Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. Der Meiler läuft seit 27 Jahren und soll nach derzeitigen Planungen 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden. In Niedersachsen sind derzeit noch zwei Atomkraftwerke am Netz: die Meiler Emsland in Lingen und Grohnde in Emmerthal bei Hameln.

Quelle: DPA