Falscher Einbau

Zwischenfälle in den EnBW-AKW's Philippsburg und Neckar

Als in Block zwei des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP) am 31. Juli 2002 durch ein unbeabsichtigtes Anregesignal ein Ventilator der so genannten Ringraum-Absaugung gestartet wurde, hätte dabei die Berstscheibe im Abluftstrang dieser Lüftungsanlage brechen müssen, was jedoch nicht erfolgte. Eine Überprüfung ergab, dass die Berstscheibe falsch herum eingebaut war.

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In Block zwei des derzeit zur Jahresrevision abgeschalteten Kernkraftwerks Philippsburg (KKP) wurde am 31. Juli 2002 durch ein unbeabsichtigtes Anregesignal ein Ventilator der so genannten Ringraum-Absaugung gestartet. Auslegungsgemäß hätte dabei die Berstscheibe im Abluftstrang dieser Lüftungsanlage brechen müssen, was jedoch nicht erfolgte. Eine Überprüfung ergab, dass die Berstscheibe falsch herum eingebaut war.

Die Ringraumabsaugung dient dazu, im Falle eines Kühlmittelverlustes den Unterdruck im Ringraum gegenüber der Umgebung aufrecht zu erhalten. Die Ringraumabsaugung besteht aus einer Filteranlage und vier Ventilatoren. Damit die Filteranlage nicht ständig durchströmt wird, ist der Abluftstrang zum Kamin durch eine Berstscheibe luftdicht abgesperrt. Im Anforderungsfall wird die Berstscheibe durch den Ventilatordruck zerrissen. Bricht die Berstscheibe nicht, so kann durch Handbetätigung einer Lüftungsklappe im Abluftstrang die auslegungsgemäße Funktion der Ringraum-Absaugung hergestellt werden. Da die Ringraum-Absaugung zum Sicherheitssystem der Anlage gehört, hat die EnBW das Ereignis nach der internationalen Bewertungsskala INES (International Nuclear Event Scale) vorläufig der Stufe 1 der siebenstelligen Skala zugeordnet. Die Einstufung nach den nationalen Meldekriterien erfolgt in Stufe E. Der Kategorie E sind solche Ereignisse zuzuordnen, die zwar keine Sofortmaßnahmen der Aufsichtsbehörde verlangen, deren Ursache aber aus Sicherheitsgründen geklärt und in angemessener Frist behoben werden muss.

Eine sofort beim Gemeinschaftkernkraftwerk Neckar (GKN) vorgenommene Überprüfung von Block I ergab ebenfalls den unsachgemäßen Einbau der Berstscheibe. Unverzüglich nach Erkennen dieses Mangels wurde er noch am 2. August 2002 behoben. Auf Grund der systemtechnischen Unterschiede zwischen GKN Block I und KKP Block 2 steht noch nicht fest, wie dieses Vorkommnis entsprechend der atomrechtlichen Meldeverordnung und der INES-Skala einzuordnen ist.