Pilotprojekt

Zwickau will mit Wasser aus dem Bergbau heizen

Die Stadt Zwickau will die Flutungsgewässer in den Hohlräumen eines ehemaligen Steinkohlereviers künftig als Wärmequelle nutzen. Ein entsprechendes Pilotprojekt zur Erkundung des Untergrunds sei am Mittwoch gestartet worden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Zwickau (dapd/red) - Zunächst sollen Probebohrungen Aufschluss über die geohydraulischen Beschaffenheiten in Tiefen von etwa 625 Metern bringen, später sollen die Flutungswässer zur Wärmegewinnung genutzt werden, hieß es. Bei dem auf drei Jahre angelegten Pilotprojekt kooperiert die Stadt mit dem Freistaat, insgesamt stehen 2,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Baubeginn im Oktober

Das Projekt trägt den Angaben zufolge Pilotcharakter und verfolgt das Ziel, neue Konzepte für eine effiziente Heizwärmeversorgung und Klimatisierung aufzuzeigen, die in zahlreichen weiteren Altbergbaustandorten Anwendung finden könnten.

Riesige, teils geflutete Hohlräume

Das ehemalige Revier Zwickau stellte das bedeutendste Steinkohlenabbaugebiet in Sachsen dar. Während der mehrere Jahrhunderte andauernden Abbauphase wurden zahlreiche unterirdische Hohlräume mit einem geschätzten noch bestehenden Volumen von bis zu 40 Millionen Kubikmeter geschaffen. Nach der Gewinnung der Steinkohle wurden die Hohlräume zum Teil verfüllt. Mit Beendigung der bergbaulichen Arbeiten wurden die Wasserhaltung eingestellt und die Grubenräume geflutet.