Bei Hameln

Zweites Zwischenlager an Atomkraftwerk in Niedersachsen in Betrieb

Am Kernkraftwerk Grohnde bei Hameln ist am Donnerstag das zweite niedersächsische Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente in Betrieb gegangen. Eingelagert wurde ein erster Castorbehälter, der zuvor auf Dichtheit und Kontaminationsfreiheit überprüft worden war.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Grohnde (ddp-nrd/sm) - Das teilte das niedersächsische Umweltministerium in Hannover mit. Im September sei eine weitere Einlagerung geplant.

Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) betonte, die Einrichtung von Zwischenlagern für die an den Kraftwerksstandorten anfallenden abgebrannten Brennelemente sei nach dem Atomgesetz vorgeschrieben. Es müsse jedoch im Interesse der in Kraftwerksnähe lebenden Menschen dafür gesorgt werden, dass die auf 40 Jahre befristete Betriebsdauer nicht überschritten werde. Sander fügte hinzu: "Diese Lager dürfen nicht zu faktischen Endlagern werden, indem die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in eine ungewisse Zukunft verschoben und damit der nächsten Generation aufgebürdet wird."

Dem Minister zufolge zeichnet sich für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle mit Schacht Konrad bereits eine konkrete Perspektive ab. Ein zukunftsfähiges Endlagerkonzept müsse auch die Fortsetzung der ergebnisoffenen Erkundungsarbeiten in Gorleben einschließen.

Das Zwischenlager am Standort Grohnde war 2002 vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt worden. Es ist für maximal 100 Behälterstellplätze ausgelegt. Die Genehmigung wurde auf 40 Jahre befristet.