Zweitausend Stromvertrieb in Schwierigkeiten: Wie geht es weiter?

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Der Strommarkt kommt einfach nicht zur Ruhe: Hatte es in den letzten Wochen und Monaten doch wirklich so ausgesehen, als ob sich der in Porta Westfalica ansässige Stromversorger Zweitausend Stromvertrieb gut auf dem - nach wie vor für neue Akteure schwierigen - Strommarkt etablieren konnte, erfuhr das strom magazin heute von großen Schwierigkeiten. Fakt ist, dass aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten der Stromlieferant des Zweitausend Stromvertrieb, die ostdeutsche VEAG, die Stromversorgung zum 1. März abgestellt hat. Das bestätigte VEAG-Pressesprecher Rainer Knauber dem strom magazin auf Nachfrage. Knauber sagte aber auch zu, dass eine Stromlieferung sofort wieder erfolge, wenn die Außenstände beglichen sind. Wie das strom magazin aus Branchenkreisen erfuhr, soll diese Zahlung bereits in Auftrag gegeben worden sein.


Problem Nummer zwei: Die EVB Energie Velbert, vom Zweitausend Stromvertrieb mit dem Durchleitungsmanagement und der Erstellung von Bilanzverträgen zur Stromlieferung beauftragt, hat aufgrund der fehlenden Stromversorgung alle Bilanzkreisverträge mit den deutschen Verbundunternehmen zum 1. April gekündigt. Dies bestätigte Johannes Alte-Teigeler, EVB-Geschäftsführer, dem strom magazin in einem Telefongespräch. Das bedeutet, dass der Zweitausend Stromvertrieb, sollte er wieder Strom zu Verfügung haben, neue Verträge mit den Verbundunternehmen abschließen müsste, um die Stromversorgung seiner Kunden zu sichern. Dafür hatte das Unternehmen aber immerhin einen Monat Zeit - wenn die Energieversorger nicht von sich aus wegen nicht erfolgter Stromlieferung die Bilanzkreise noch in diesem Monat kündigen.


Problem Nummer drei: Seit gestern befinden sich die etwa 35 000 Kunden in der sogenannten Notstromversorgung, zumindest die, zu denen der Strom durchgeleitet wird. Die vereinbarten Beistellungen sind zunächst nicht betroffen. Zur Notstromversorgung sind die Regionalversorger gesetzlich verpflichtet, allerdings nicht über einen unbegrenzten Zeitraum. Jetzt kommt es also darauf an, wie schnell Zweitausend die Stromversorgung wieder aufnehmen kann.


Problem Nummer vier: Die Zeit rennt. Nach Aussagen von Rainer Diesselhorst, Geschäftsführer vom Zweitausend Stromvertrieb, wird bis spätestens Dienstag die weitere Vorgehensweise geklärt werden. Als Option steht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen oder Geldgebern im Raum.


Den Kunden bleibt derzeit nichts anderes übrig, als abzuwarten. Für den freien Strommarkt wäre es wünschenswert, wenn der Zweitausend Stromvertrieb seine Geschäfte - wenn auch mit fremder Hilfe - wieder in den Griff bekommt. Unser Tipp für alle Kunden des Zweitausend-Stromvertriebs: Notieren Sie sich Ihren derzeitigen Zählerstand. Sobald es etwas neues gibt, erfahren Sie es im strom magazin.